Energiebetreiber will Geld

EDF fordert Entschädigung für Schließung des AKW Fessenheim

Autor: 
dpa
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13. Juni 2019
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©Erich Meyer

Das Atomkraftwerk Fessenheim an der deutsch-französischen Grenze soll bis Sommer 2020 vom Netz gehen. Dem Energiebetreiber EDF gefällt das allerdings nicht. Dieser verliert eigenen Angaben zufolge eine »gut funktionierende Produktionsstätte« - und fordert nun entsprechende Entschädigungen.

Frankreichs Energiegigant EDF fordert eine Entschädigung für die Schließung des elsässischen Atomkraftwerks Fessenheim. »Der Verdienstausfall ist beträchtlich, da wir eine gut funktionierende Produktionsstätte haben«, sagte Konzernchef Jean-Bernard Lévy am Freitag in Paris. Die Verhandlungen mit dem französischen Staat über Einzelheiten eines Ausgleichs seien bereits weit fortgeschritten.

Schließung bis Sommer 2020

Lévy bestätigte den staatlichen Zeitplan für das umstrittene Atomkraftwerk nahe der deutschen Grenze, das bis Sommer 2020 vom Netz gehen soll. Fessenheim ist das älteste noch laufende Kernkraftwerk Frankreichs und gilt Kritikern schon seit Langem als Sicherheitsrisiko. Die Grünen-Atomexpertin im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, kritisierte die Ausgleichs-Forderung und warnte vor einem »gefährlichen Präzedenzfall«. EDF wolle sich »das längst Überfällige auch noch vergolden lassen«. Dabei blieben dem Unternehmen teure Nachrüstungen erspart.

 

 

In Berlin forderten die Bundesländer von der Bundesregierung, gegen störanfällige Atomkraftwerke nahe der deutschen Grenze engagierter vorzugehen. Die Initiative ging von Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte 2018 im Rahmen neuer Leitlinien für die Energiepolitik auch ankündigt, dass im Zeitraum von 2025 bis 2035 - über Fessenheim hinaus - zwölf Atomreaktoren geschlossen werden sollen. Für diese Abschaltungen gebe es bisher kein Szenario und keine Liste mit Reaktoren, hieß es bei EDF.

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Die Karte zeigt die Evakuierungszonen im Fall eines Unglücks im AKW Fessenheim (Grafik: Christel Stetter-Golderer)

 

Der Stromerzeuger bereitet auf Anfrage der Regierung Unterlagen für den möglichen Neubau von Atommeilern im Land vor. Zielmarke sei dafür die Jahresmitte 2021, sagte Lévy bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr. Macron hatte gesagt, eine Entscheidung über den Bau neuer Reaktoren vom Typ EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) solle nicht vor 2021 fallen.

 

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EDF gehört mehrheitlich dem französischen Staat. Die Gruppe ist auch international tätig, 2018 nahm der weltweit erste EPR im chinesischen Taishan den Betrieb auf. In Großbritannien wird das EPR-Atomkraftwerk Hinkley Point C gebaut.

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