BGH-Urteil

Eltern dürfen Facebook-Konto der toten Tochter einsehen

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
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12. Juli 2018

©pixabay

Der Tod einer 15-Jährigen lässt die Eltern mit quälenden Fragen zurück. Antworten erhoffen sie sich von der Facebook-Seite des Mädchens. Bekommen sie nach jahrelangem Rechtsstreit Einblick? Jetzt ist das Urteil gefallen.

Seit dem Tod ihrer Tochter vor fünfeinhalb Jahren streiten die Eltern mit Facebook um Zugang zum gesperrten Nutzerkonto des Mädchens – an diesem Donnerstag verkündete der Karlsruher Bundesgerichtshof (BGH) in höchster Instanz sein Urteil.

Facebook muss den Eltern eines toten Mädchens als Erben Zugang zu dem seit fünfeinhalb Jahren gesperrten Nutzerkonto der Tochter gewähren. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden. Die Richter hoben am Donnerstag ein Urteil des Berliner Kammergerichts auf, das die Sperre unter Verweis auf das Fernmeldegeheimnis bestätigt hatte. Die Eltern erhoffen sich von den privaten Inhalten der Seite Aufschluss über die Todesumstände der 15-Jährigen. 

Rückblick

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Die 15-Jährige war Ende 2012 in Berlin vor eine U-Bahn gestürzt. Bis heute ist ungeklärt, ob es ein Suizid war oder ein Unglück. Von den privaten Inhalten der Facebook-Seite erhoffen sich die Eltern neue Hinweise. Auch mit Passwort können sie sich aber nicht anmelden, denn Facebook hat das Profil im sogenannten Gedenkzustand eingefroren.

Zuletzt hatte das Berliner Kammergericht ihnen unter Verweis auf das Fernmeldegeheimnis den Zugang verwehrt. Die BGH-Richter haben in der Verhandlung am 21. Juni bereits durchblicken lassen, dass sie diese Argumentation nicht für überzeugend halten. 

Die Freunde des Mädchens hatten darauf vertraut, dass private Nachrichten auch privat bleiben.

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