Rom

Erneut Unklarheit über Schiff mit Flüchtlingen im Mittelmeer

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
14. Juni 2018
Italien hatte der «Aquarius» von der SOS Méditérranée mit Hunderten erschöpften Migranten an Bord die Einfahrt in einen Hafen verwehrt.

Italien hatte der «Aquarius» von der SOS Méditérranée mit Hunderten erschöpften Migranten an Bord die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. ©dpa - Kenny Karpov/SOS Mediterranee

Nach der Abweisung der «Aquarius» in Italien sitzen erneut viele gerettete Migranten auf einem Schiff im Mittelmeer fest. Das US-Marineschiff «Trenton» habe mehr als 40 Überlebende und 12 Tote eines Flüchtlingsunglücks an Bord und warte immer noch auf eine Anweisung, wohin diese gebracht werden könnten, erklärte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch am Mittwochabend.

Sea-Watch war am Dienstag zu dem Marineschiff gerufen worden und kreuzt in der Gegend. Bisher gebe es keine Zuweisung für einen sicheren Hafen für die Migranten. Eine Sprecherin der US-Navy erklärte, dass man derzeit mit den «internationalen Partnern» in Verhandlungen über das weitere Vorgehen stehe.

Italiens neue populistische Regierung will privaten Seenotrettern die Hafeneinfahrt verwehren, wie das zuletzt mit dem Rettungsschiff «Aquarius» geschehen ist. Dieses war zwei Tage mit mehr als 600 Migranten an Bord auf See blockiert worden und ist mittlerweile mit noch 106 Geretteten an Bord auf dem Weg nach Spanien, weil die dortige Regierung Einfahrt gewährt hatte.

- Anzeige -

Sea-Watch twitterte, man hoffe, dass das US-Marineschiff mit den Flüchtlingen im Gegensatz zu privaten Seenotrettern in Italien anlegen dürfe. Erst am Mittwoch hatte beispielsweise ein Schiff der italienischen Küstenwache mit mehr als 900 Migranten in Italien angelegt. Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, kritisierte den Schwebezustand. «Diese Situation muss gelöst werden. Überlebende von Schiffsunglücken sind extrem verwundbar, traumatisiert und brauchen unbedingt sofortige Hilfe. Zu lange zu warten ist keine Option.»

Die Überfahrt der «Aquarius» erschwerten unterdessen meterhohe Wellen und schlechtes Wetter. «Viele Leute an Bord sind seekrank und sehr erschöpft», sagte Aloys Vimard, Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen auf dem Schiff, der Deutschen Presse-Agentur am späten Mittwochabend. Die «Aquarius» steuere Richtung Sardinien und soll am Samstagabend in Valencia anlanden. Die Wellen seien bis zu vier Meter hoch, und das Wetter solle weiter schlecht bleiben. Neben dem Schiff der Hilfsorganisation SOS Mediterranee sind zwei italienische Schiffe der Küstenwache und der Marine auf dem Weg nach Spanien - die hatten von der «Aquarius» mehr als 520 Migranten übernommen, um die Sicherheit bei der Überfahrt zu gewährleisten.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

Bei dem Zusammenstoß am 9. Februar 2016 waren 12 Menschen ums Leben gekommen.
Bad Aibling/Traunstein
vor 4 Stunden
Der für das verheerende Zugunglück von Bad Aibling verantwortliche Fahrdienstleiter ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden.
Mehr als die Hälfte der Masernerkrankungen in diesem Jahr traten in der Ukraine auf.
Kopenhagen
vor 6 Stunden
Die Zahl der Masernerkrankungen ist in der europäischen Region immens gestiegen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Kopenhagen mitteilte, haben sich im ersten Halbjahr 2018 mehr als 41.000 Kinder und Erwachsene mit Masern infiziert.
Statt per Livestream am Fernseher oder PC verfolgen die Fans die Wettkämpfe immer häufiger in großen Stadien.
Düsseldorf/Berlin
vor 7 Stunden
Als offizielle Sportart ist der eSport noch nicht anerkannt, doch Marktbeobachter sehen in ihm bereits einen enormen Wirtschaftsfaktor. Bereits im vergangenen Jahr habe die Branche in Deutschland 51 Millionen Euro umgesetzt, teilte das Beratungshaus PwC am Montag mit.
Blick auf die eingestürzte Morandi-Autobahnbrücke. 43 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.
Genua
vor 7 Stunden
Aus Sicherheitsgründen haben Feuerwehrleute in Genua ihre Arbeit unter einem der beiden Brückenreste vorläufig eingestellt. Der Rumpf, der über evakuierten Wohnhäusern verläuft, mache Geräusche, die sich von denen in den vergangenen Tagen unterschieden, sagte Feuerwehr-Sprecher Luca Cari.
Die Gamescom ist Fachmesse und Event zugleich.
Köln
vor 9 Stunden
Die Gamescom ist ein Ort, an dem sehr viel gleichzeitig passiert. Die Messehallen sind abgedunkelt, aber von grellen Bildschirmen durchzogen. Auf der einen Seite treffen sich beschlipste Fachbesucher, auf der anderen kostümierte Spielefans in den Fantasie-Outfits ihrer Lieblingshelden.
Eine britische Urlauberin, die in der kroatischen Adria von einem Kreuzfahrtschiff gestürzt war, wird nach zehn Stunden unversehrt geborgen und an Bord eines Schiffs der Kriegsmarine genommen.
Zagreb
vor 9 Stunden
Eine Urlauberin, die in der kroatischen Adria von einem Kreuzfahrtschiff gestürzt war, ist am Sonntag nach zehn Stunden aus dem Meer gerettet worden. Das berichtete das kroatische Innenministerium am Sonntag in Zagreb.
Afghanische Sicherheitskräfte kommen zu einem Ort des Gefechts. Präsident Ghani rief die Taliban erneut zur Waffenruhe auf.
Kabul
vor 9 Stunden
In Afghanistan sollen die Waffen vorerst schweigen. Präsident Aschraf Ghani kündigte eine weitere Waffenruhe mit den radikalislamischen Taliban an, die vom Montag, einen Tag vor Beginn der Feierlichkeiten zum islamischen Opferfest Eid al-Adha, bis 20. November dauern soll.
Die meisten der Teilnehmer sind bereits weit über 80 Jahre alt.
Seoul
vor 9 Stunden
89 Südkoreaner sind am Morgen vom Küstenort Sokcho nach Nordkorea aufgebrochen, um dort ihre seit dem Koreakrieg (1950-53) getrennt von ihnen lebenden Verwandten zu treffen.
«Wir müssen im eigenen Interesse alles tun, um die Türkei im Westen zu halten», sagte der SPD-Politiker. 
Berlin
vor 10 Stunden
Die Türkei-Krise birgt nach Einschätzung des früheren Außenministers Sigmar Gabriel gravierende sicherheitspolitische Risiken für Deutschland und Europa.
Besonders kritisch ist die Situation an Grund- und Förderschulen.
Berlin
vor 10 Stunden
An Deutschlands Schulen fehlen nach Darstellung des Deutschen Lehrerverbands fast 40.000 Pädagogen. «Einen derart dramatischen Lehrermangel hatten wir in Deutschland seit drei Jahrzehnten nicht mehr», sagte der Präsident des Verbands, Heinz-Peter Meidinger, der «Passauer Neuen Presse».
KZ-Gedenkstätte Auschwitz: Beim Polen-Besuch von Außenminister Maas dürfte es unter anderem um das umstrittene polnische Holocaust-Gesetz gehen.
Oswiecim
vor 10 Stunden
Außenminister Heiko Maas (SPD) hat immer wieder betont, er sei wegen Auschwitz in die Politik gegangen: Heute besucht er erstmals als Chefdiplomat die Gedenkstätte für das größte Vernichtungslager der Nationalsozialisten.
Im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale in Berlin, geht die politische Sommerpause zu Ende.
Berlin
vor 10 Stunden
Nach der politischen Sommerpause treten heute in Berlin wieder die Führungsgremien der Parteien zusammen, um über aktuelle politische Entwicklungen zu beraten. Dabei dürften auch die sozialpolitischen Vorstöße der SPD vom Wochenende eine Rolle spielen.