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Esken und Walter-Borjans neue SPD-Vorsitzende

Autor: 
dpa
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06. Dezember 2019
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Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sind die neugewählten SPD Bundesvorsitzende beim SPD-Bundesparteitag nach der Wahl. Vom 06. Dezember 2019 bis zum 08. Dezember 2019 will die SPD bei dem Parteitag eine neue Führungsmannschaft wählen. ©dpa

Die SPD hat zwei neue Chefs: Der Parteitag in Berlin hat die Wahl der Basis bestätigt, Esken und Walter-Borjans rücken an die Spitze. Zuvor hatten die beiden klar gemacht, was sie ändern wollen.

Die linke Bundestagsabgeordnete Saskia Esken und der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans sind neue Vorsitzende der SPD. Der Parteitag wählte die beiden Kritiker der großen Koalition am Freitag in Berlin und bestätigte damit das Ergebnis des Mitgliederentscheids. Die 58-jährige Esken erhielt 75,9 Prozent, der 67 Jahre alte Walter-Borjans 89,2 Prozent. Damit wird die Partei erstmals von einer Frau und einem Mann gemeinsam geführt.

Andrea Nahles hatte bei ihrer Wahl im April des vergangenen Jahres 66,35 Prozent bekommen. Das Duo Walter-Borjans/Esken hatte die Stichwahl beim Mitgliederentscheid gegen die brandenburgische Politikerin Klara Geywitz und Finanzminister Olaf Scholz für sich entschieden. Esken und Walter-Borjans waren auf 53,06 Prozent gekommen, die Befürworter der großen Koalition Geywitz und Scholz nur auf 45,33 Prozent.

Klarer Linkskurs

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Esken und Walter-Borjans wollen ihre Partei auf einen klaren Linkskurs führen und dafür notfalls die große Koalition mittelfristig verlassen, wie sie in ihren Bewerbungsreden deutlich machten. Vor rund 600 Delegierten kündigten sie an, dass sie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich schließen und mehr Klimaschutz durchsetzen wollten. Beide zweifelten daran, ob das mit der Union in der großen Koalition möglich ist.

Es gebe mit ihnen als standhafte SPD-Chefs einen Aufbruch in eine »neue Zeit«, sagten die beiden unisono - »In die neue Zeit« ist auch das Motto des Parteitags. Die große Mehrheit der Delegierten erhob sich jeweils zum Ende der Reden von den Plätzen und applaudierte.

»Ich war und ich bin skeptisch, was die Zukunft dieser großen Koalition angeht«, sagte Esken. »Viel zu lange war die SPD in den letzten Jahren in ihrer eigenen Denke mehr große Koalition als eigenständige Kraft.« Die SPD gebe der großen Koalition eine »realistische Chance auf eine Fortsetzung« - »nicht mehr, aber auch nicht weniger«.

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