Freiburger Uni-Klinikum

Förderverein kämpft für Krebsbehandlung mit Protonentherapie

Christoph Rigling
Lesezeit 2 Minuten
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18. Mai 2018
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Bernd Rendler vom Förderverein krebskranke Kinder e.V. Freiburg macht sich für die Anschaffung einer Anlage zur Protonentherapie in Freiburg stark. Der Aufsichtsrat der Uniklinik und die Finanzbehörde des Landes müssen überzeugt werden. ©Archiv

Die Chancen des Freiburger Uni-Klinikums, die Krebsbehandlung mit der Protonentherapie zu verbessern, haben sich leicht erhöht. Dank der Großen Koalition in Berlin besteht die Möglichkeit, an Fördergelder heranzukommen und so die Projektkosten zu senken. Doch noch gibt es kein grünes Licht vom Aufsichtsrat der Klinik und der Landesverwaltung.

Die Abteilung Strahlenheilkunde an der Universitätsklinik will die sogenannte Protonentherapie in Freiburg etablieren, weil die Strahlenbelastung und Nebenwirkungen nach Ansicht der leitenden Ärzte geringer ausfallen als bei üblichen Therapien. Das Problem bei der Therapie sind die Anschaffungskosten für das Gerät. 

Günstiges Leasing

Die Investitionssumme beträgt bei herkömmlicher Technik zwischen 200 und 250 Millionen Euro. Mittlerweile gibt es jedoch auch kleinere, kompaktere Anlagen. Die Direktorin der Abteilung für Strahlenheilkunde, Dr. Anca-L. Grosu, hatte bereits im vergangenen Mai einen Leasing-Plan zur Finanzierung eines Gerätes im Wert von 30 Millionen Euro ausgearbeitet. Unterstützt wird sie bei der Realisierung des Projekts vom Förderverein krebskranke Kinder e.V. Freiburg (wir berichteten).

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»Obwohl das Projekt nach Aussagen seriöser Untersuchungen von PricewaterhouseCoopers über ein Leasingmodell rentabel betrieben werde könnte, blockt bisher die Finanz- und Bauverwaltung des Landes ab«, berichtete Bernd Rendler, Vorstandsmitglied des Fördervereins, der Mittelbadischen Presse. Für den Förderverein sei die Blockadehaltung nicht nachvollziehbar. 

Forschungsgelder

»Der renommierten Freiburger Strahlenklinik wird somit die Möglichkeit verbaut, von den im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vorgesehenen Forschungsgeldern zu profitieren«, sagte Rendler. Bei dieser Ausschreibung können sich nur Krebszentren bewerben, die über eine Protonenanlage verfügen. Der Bund stellt insgesamt eine Milliarde Euro für die Krebsforschung zur Verfügung.  »Freiburg läuft also Gefahr, trotz hoher Kompetenz in Zukunft von der internationalen Spitzenmedizin abgehängt zu werden«, betonte Rendler, der in Oberkirch lebt.

Im Juni tagt nun der Aufsichtsrat der Universitäts-Klinik. Der Leitende Ärztliche Direktor der Uni-Klinik, Jörg Rüdiger Siewer, will nach Rendlers Worten in der Sitzung für das Projekt werben. »Hochleistungsmedizin muss auch weiterhin in Südbaden garantiert werden«, forderte Rendler. Die Protonentherapieanlage sei eine Voraussetzung für eine zeitgemäße Krebsbehandlung. Diese Therapieform garantiere gesteigerte Effektivität und minimiere die Folgeschäden signifikant. Schon jetzt können viele krebskranke Kinder in Freiburg nicht mehr bestrahlt werden und werden deshalb nach Heidelberg geschickt. Rendler: »Das ist unzumutbar für Familien.«

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