Berlin

Foodwatch: Kaum Zuckerreduzierung bei Erfrischungsgetränken

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
21. September 2018
Viele Limos und Energydrinks enthalten hochgradig viel Zucker (Illustration).

Viele Limos und Energydrinks enthalten hochgradig viel Zucker (Illustration). ©dpa - Monika Skolimowska

Viele Erfrischungsgetränke aus Supermärkten wie Cola und Brause haben laut der Verbraucherorganisation Foodwatch immer noch einen erhöhten Zuckergehalt.

Von 600 ausgewerteten Getränken enthielten 58 Prozent mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter, wie Foodwatch am Freitag in Berlin mitteilte. Bei einer Analyse von 463 Produkten 2016 waren es 59 Prozent. Für eine gesündere Ernährung müsse daher eine «Limo-Steuer» nach Vorbild Großbritanniens kommen, forderte Foodwatch. Dort wird ab der Marke von fünf Gramm Zucker seit April eine Sonderabgabe fällig. Hersteller in Deutschland hätten dagegen bisher kaum Anreize, den Zuckergehalt zu senken.

Der «Kuschelkurs» von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU), die Lebensmittelindustrie freiwillig zu einer Zuckerreduktion zu bewegen, sei zum Scheitern verurteilt, erklärte Foodwatch. Der Direktor der Abteilung Diabetes und Ernährungsmedizin der Charité Berlin, Andreas Pfeiffer, erläuterte, Kinder nähmen mit Limonaden relativ zum Körpergewicht noch mehr Zucker auf als Erwachsene. Zuckerreduktion sei nach weltweiter Erfahrung nur durch gesetzliche Maßnahmen erfolgreich. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin forderte erneut eine erhöhte Mehrwertsteuer für stark zuckerhaltige Getränke.

Klöckner hat eine Zuckersteuer mehrfach abgelehnt und argumentiert, man solle nicht einzelne Rohstoffe zum «Sündenbock für Fehlernährung» machen. Sie setzt auf eine Gesamtstrategie zum Kalorien-Reduzieren.

- Anzeige -

Die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke kritisierte, die Foodwatch-Auswertung sei weder vollständig noch nach Marktanteilen gewichtet. Bei alkoholfreien Getränken stelle Wasser weiterhin die verbrauchsstärkste Kategorie dar. Dagegen sei der Konsum zuckerhaltiger Limonaden einschließlich Cola-Getränken zurückgegangen. Insgesamt werde Verbrauchern eine breite Produktauswahl angeboten, darunter auch kalorienfreie oder kalorienreduzierte Getränke.

Laut Foodwatch hatten nun 220 der 600 untersuchten Getränke einen stark erhöhten Zuckergehalt von mehr als acht Gramm je 100 Milliliter - am höchsten war er mit durchschnittlich 8,3 Gramm bei Energy-Drinks. Süßstoffe zugesetzt waren 195 Erfrischungsgetränken. Weder Zucker noch Süßstoffe enthielten 13 Produkte, nachdem es 2016 sechs waren.

Für die Studie wurden den Angaben zufolge im Juli und August bei drei großen Supermarktketten alle auffindbaren Erfrischungsgetränke gekauft - darunter Limonaden und Cola-Getränke, Saftschorlen, Eistees und Fruchtsaftgetränke. Jede Geschmacksrichtung wurde als ein Produkt gezählt. Das angebotene Sortiment habe sich insgesamt vergrößert.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

Wirapol Sukphol, ehemaliger buddhistischer Mönch, zusammen mit Beamten der thailändischen Staatsanwaltschaft.
Bangkok
vor 26 Minuten
Ein in Thailand für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannter Ex-Mönch ist wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.
Ein Archäologe zeigt an einer Mauer in Pompeji die Kohle-Inschrift, die auf die Eruption des Vesuv im Jahr 79 verweist.
Rom
vor 56 Minuten
Der Vesuv ist womöglich später ausgebrochen als bisher gedacht und hätte damit auch Pompeji später verschüttet. Die Eruption des Vulkans bei Neapel könnte erst im Oktober 79 nach Christus passiert sein - und damit zwei Monate später als bisher angenommen.
Palästinensische Männer inspizieren am Ort des israelischen Luftangriffs die Schäden. 
Tel Aviv/Gaza
vor 1 Stunde
Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben ein Mann getötet worden.
Der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel zusammen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.
Frankfurt/Main
vor 1 Stunde
Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Hessen treten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) zu einem TV-Duell im Hessischen Rundfunk an.
Männer arbeiten im Niger auf einem ausgedörrten Feld.
Berlin
vor 1 Stunde
Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen warnt vor einer Krise bislang ungeahnten Ausmaßes in der Sahelzone und deren Anrainerstaaten.
Ein Streifenwagen der Polizei am Hauptbahnhof in Köln.
Köln
vor 2 Stunden
Die Bundesanwaltschaft hat nach dem Brandanschlag und der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte ein Sprecher der obersten deutschen Anklagebehörde.
Google ändert nach der Rekord-Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission sein Geschäftsmodell beim Smartphone-Betriebssystem Android.
Mountain View
vor 2 Stunden
Google ändert nach der EU-Rekordstrafe sein Geschäftsmodell beim dominierenden Smartphone-Betriebssystem Android und lässt Hersteller erstmals für die Apps des Internet-Konzerns in Europa bezahlen.
Die Tower Bridge in London. Noch immer sind die Details des geplanten Brexit unklar.
Brüssel
vor 3 Stunden
Vor vier Wochen noch machte Donald Tusk eine strenge Ansage. «Die Stunde der Wahrheit in den Brexit-Verhandlungen wird der EU-Gipfel im Oktober», sagte der EU-Ratschef Mitte September nach einem mit Spannungen und Missverständnissen beladenen Treffen in Salzburg.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag nach einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion in München.
München
vor 3 Stunden
Nur drei Tage nach der bayerischen Landtagswahl beginnen in München die ersten Sondierungsgespräche. Zunächst wollen Ministerpräsident Markus Söder und Parteichef Horst Seehofer im Landtag in München die Freien Wähler empfangen.
Ein Wachmann am Eingang des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul.
Washington
vor 3 Stunden
Mehrere der von der Türkei identifizierten Verdächtigen im Fall des verschwundenen saudi-arabischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi stammen einem Bericht zufolge aus dem direkten Umfeld des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.
Unwillkommene Post: Die Ankündigung einer Mieterhöhung. 
Karlsruhe
vor 4 Stunden
Ist eine Mieterhöhung rechtlich mit dem Abschluss eines Handy-Vertrags am Telefon vergleichbar? Der Bundesgerichtshof (BGH) befasst sich heute mit der Frage, ob ein Mieter seine Zustimmung zu einer Mieterhöhung widerrufen kann.
Nutzer in aller Welt hatten in der Nacht zu Mittwoch Probleme, YouTube-Videos abzurufen.
Berlin
vor 4 Stunden
Nutzer in aller Welt haben in der Nacht zu Mittwoch (MESZ) Probleme gehabt, Videos auf der Plattform Youtube abzurufen. So gab es unter anderem Störungsmeldungen aus Deutschland, Australien, Mexiko und den USA.