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Freiburg erlässt eingeschränkte Ausgangssperre für zwei Wochen

Autor: 
Redaktion
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20. März 2020

Auch der Platz der Alten Synagoge vor der Uni Freiburg wird für die kommenden zwei Wochen leer bleiben. ©© Steve Przybilla

Die Stadt Freiburg erlässt eine eingeschränkte Ausgangssperre von zwei Wochen von Samstag, 21. März, bis zum Freitag, 3. April. Mit dieser einschneidenden Maßnahme will die Stadt Freiburg die Ausbreitung des Corona-Virus eindämmen. 

Der Oberbürgermeister Martin Horn hatte am Donnerstag eine Entscheidung getroffen: Freiburg erlässt ab Samstag für zwei Wochen eine eingeschränkte Ausgangssperre. Das teilt die Stadt Freiburg in einer Pressemitteilung mit. Anlass sei die dramatische Lage der angrenzenden Region Grand-Est, zu der auch das Elsass gehört.

Zur Arbeit und Supermarkt

Das Betretungsverbot, wie die Stadt formulierte, bedeutet konkret, dass öffentliche Orte nicht mehr betreten werden dürfen. Das Haus oder die Wohnung soll laut Stadt nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen werden. Und wer sich im Freien aufhalten möchte, darf das nur allein, zu zweit oder mit den Personen, die im eigenen Haushalt leben, heißt es. 

Von allen anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Personen können aber weiterhin zur Arbeit oder zum Arzt gehen sowie Lebensmittel einkaufen. Die gegenwärtigen Beschränkungen gelten vorerst für zwei Wochen. 

Bürger halten sich nicht an Vorgaben

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Das Vorgehen der Stadt Freiburg sei im Vorfeld mit den beiden Ministern Thomas Strobl und Manfred Lucha kommuniziert worden. Auch wurde die Freiburger Allgemeinverfügung dem Innenministerium und dem Sozialministerium übermittelt. Nach derzeitiger Lage steigen die Infektionszahlen massiv an. Dabei sei nicht nur die Situation in Freiburg und Südbaden, sondern auch die dramatischen Entwicklungen in der benachbarten französischen Region Grand-Est zu berücksichtigen.

Vor knapp einer Woche haben die Stadt Freiburg und die benachbarten Landkreise die Durchführung aller Veranstaltungen ab 50 Teilnehmenden bis 20. April untersagt. Doch haben sich leider immer wieder Menschen nicht an diese Allgemeinverfügung gehalten und ihre Kontakte zu anderen nicht eingeschränkt, heißt es in der Mitteilung.

Appell des Oberbürgermeisters 

Gerade bei den frühlingshaften Temperaturen verbringen viele Bürger laut Stadt ihre Freizeit im Freien auf öffentlichen Plätzen, in Parks und Grünanlagen. Der empfohlene Abstand zwischen den Menschen werde dabei häufig nicht eingehalten. Bei solchen Begegnungen bestehe eine erhebliche Gefahr, dass der Corona-Virus übertragen wird und sich weiter ausbreitet. 

OB Horn: „Letztlich muss es doch darum gehen, eine Ausbreitung nachhaltig zu stoppen. Darum bin ich überzeugt, dass wir nun gemeinsam zurücktreten müssen. Lieber ein klarer Schnitt für kurze Zeit, als eine Verzögerung über Wochen und Monate. Es ist Zeit klar zu handeln.“ Die Fraktionen im Gemeinderat haben einstimmig ihre Unterstützung zugesagt und tragen die Entscheidung mit, heißt es abschließend.

Info

Höchste Anzahl an infizierten Personen im Regierungsbezirk

In Freiburg stieg die Zahl (Stand 19.03.2020, 7 Uhr) auf 126 infizierte Personen. Hinzu kommen im benachbarten Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald weitere 121 Personen. Weiterhin ist mit Stand heute für den Regierungsbezirk Freiburg festgestellt worden, dass die Region Freiburg mit großem Abstand die höchste Anzahl an infizierten Personen im Regierungsbezirk aufweist. Zudem hat das Robert-Koch-Institut die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland als hoch einstuft. Im nur rund 25 Kilometer von Freiburg entfernten Elsass ist die Lage bezüglich Corona-Infektionen und Covid-19-Erkrankungen dramatisch. Die vorhandenen Plätze auf Intensivstationen der Krankenhäuser sind voll belegt. Zudem wurde die angrenzende französische Region Grand-Est vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft. In der Grand-Est-Region sind bereits 61 Personen an der Erkrankung verstorben. Das Betretungsverbot für öffentliche Orte ist ein weiterer Schritt zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger, um die Epidemie zu begrenzen. Kitas und Schulen wurden bereits geschlossen genauso wie Kultureinrichtungen und Spielplätze. Und Gaststätten dürfen nur noch unter strengen Auflagen öffnen. Daher sind alle Bürgerinnen und Bürger gefragt, ihren Beitrag zu leisten.

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