Tunis

Geringes Interesse an Präsidentschaftswahl in Tunesien

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
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16. September 2019
Unterstützer des inhaftierten tunesischen Präsidentschaftskandidaten und Medienmoguls Nabil Karoui feiern nach den ersten Wahlergebnissen.

Unterstützer des inhaftierten tunesischen Präsidentschaftskandidaten und Medienmoguls Nabil Karoui feiern nach den ersten Wahlergebnissen. ©dpa - Khaled Nasraoui

Die Präsidentenwahl in Tunesien mit völlig offenem Ausgang hat bei den Wählern des nordafrikanischen Landes nur ein geringes Interesse hervorgerufen.

Zwar bildeten sich am Morgen bereits vor Öffnung der Wahllokale an einigen Orten längere Schlangen, doch später sank das Interesse der Menschen deutlich: Nach offiziellen Angaben gaben lediglich 45,02 Prozent der registrierten Wähler bis 18 Uhr Ortszeit ihre Stimme ab. Das teilte die Unabhängige Wahlkommission Isie nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend mit. Bei der Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren gingen noch 62,9 Prozent der registrierten Wähler an die Urnen.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen waren knapp sieben Millionen Wahlberechtigte nach dem Tod des bisherigen Staatschefs Beji Caid Essebsi aufgerufen gewesen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Etwa 100.000 Sicherheitskräfte von Polizei und Militär überwachten die Wahlen.

26 Kandidaten traten im ersten Wahlgang an

Offiziell traten 26 Kandidaten zur ersten Runde der Wahl an. Sollte keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit gewinnen, kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen.

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Zu den Favoriten zählte auch der Medienunternehmer Nabil Karoui, dessen Inhaftierung die Wahl überschattete. Kurz vor Beginn des offiziellen Wahlkampfs vor drei Wochen war Karoui verhaftet worden. Die tunesische Justiz wirft ihm Geldwäsche und Steuerhinterziehung vor. Die Vorwürfe sind allerdings bereits drei Jahre alt. Die Wahlbeobachtungsmission der Europäischen Union hatte die Inhaftierung Karouis scharf kritisiert.

Vorgezogene Wahlen wegen Todesfall

Gute Chancen auf das Erreichen der Stichwahl wurden auch dem bisherigen Regierungschef Youssef Chahed, dem Kandidaten der moderat-islamischen Ennahda, Abdelfattah Mourou, und dem Verfassungsrechtler Kais Saied ausgerechnet.

Die Präsidentschaftswahl war eigentlich für November geplant gewesen, musste aber wegen des Todes des 92 Jahre alten Präsidenten Beji Caid Essebsi vorgezogen werden. Am Tag der Wahl starb auch die frühere First Lady Tunesiens, Chadlia Farhat, im Alter von 83 Jahren, wie die tunesische Nachrichtenagentur TAP berichtete.

Es war erst das zweite Mal nach dem «Arabischen Frühling» von 2011, dass die Tunesier in freier Wahl ihr Staatsoberhaupt bestimmen konnten. Beobachter schätzten den Ausgang der Wahl als vollkommen offen ein. Unklar war zunächst, wann die Ergebnisse offiziell bekanntgegeben werden würden.

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