Klimafolgen des Streamings

Glasfaser ist die umweltfreundlichste Übertragungstechnik

Autor: 
Nathalie Metzel
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
16. September 2020
Die Klimabilanz des Streamings war bisher weitgehend unbekannt.

Die Klimabilanz des Streamings war bisher weitgehend unbekannt. ©Foto: frei djd DEVK

Eine Studie des Bundesumweltamtes untersucht die Klimabilanz digitaler Dienstleistungen

Berlin - Zum Smartphone greifen und per Videoanruf kurz mit Freunden und der Familie sprechen – die Zeit des Lockdowns im Frühjahr zeigte vielen Menschen, wie wichtig die Videotelefonie geworden ist. Die zunehmende Nutzung solcher Angebote hat aber auch Folgen für das Klima.

„Bislang war die Datenlage zur Klimawirkung digitaler Infrastruktur eher dürftig“, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf einer Veranstaltung des Bundesumweltministeriums. Die Klimabilanz von Rechenzentren, Datennetzen oder Videostreaming konnte bisher nur geschätzt werden. Forscher des Projekts „Green Cloud-Computing“ haben daher nun eine Methode entwickelt, mit der die Umweltbilanz von digitalen Dienstleistungen berechnet werden kann. Durchgeführt wird das Projekt im Auftrag des Umweltbundesamtes.

Die Art der Datenübertragung ist entscheidend

Eine Erkenntnis des Projekts ist, dass die Art der Datenübertragung eine entscheidende Rolle spielt: Daten werden über Glasfaser nicht nur deutlich schneller übertragen als über Kupferkabel – Glasfaser ist auch die klimafreundlichste Übertragungstechnik: Fünf Mal weniger Energie wird im Vergleich zum Kupferkabel benötigt. Wie weit das Rechenzentrum vom Verbraucher entfernt ist, spielt laut den Wissenschaftlern eine kleinere Rolle. Entscheidend ist vielmehr die sogenannte letzte Meile, sagt Lutz Stobbe vom Fraunhofer-Institut, der am Projekt mitarbeitet. Die letzte Meile bezeichnet das letzte Stück der Datenübertragung bis zum Hausanschluss. Für den Großteil der deutschen Haushalte wird hier Kupferkabel eingesetzt. Daher spricht sich das Umweltbundesamt nun für den Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland aus.

Jeder kann per Einstellung etwas beitragen

- Anzeige -

Beim CO2-Verbrauch macht es laut der Studie einen großen Unterschied, ob man über WLAN oder das Mobilfunknetz streamt: Die CO2-Bilanz für das Rechenzentrum und die Datenübertragung über Glasfaser beträgt für eine Stunde Videostreaming zwei Gramm CO2, im alten Mobilfunknetz 3G liegen die Emissionen in der gleichen Zeit bei 90 Gramm CO2. Ministerin Schulze hält deshalb den Ausbau von WLAN Hotspots im öffentlichen Raum für sinnvoll, wie sie am Donnerstag erklärte. Laut den Wissenschaftlern kann aber auch der Einzelne etwas beitragen. Beim Videostreaming über das Smartphone kann das menschliche Auge eine hohe Auflösung nicht von einer geringeren unterscheiden. Wer die Auflösung auf ein notwendiges Maß reduziert, entlastet die Netze und sorgt so für einen niedrigeren Energieverbrauch.

Teil des Projekts „Green Cloud Computing“ ist auch die Frage, wie klimafreundlich Rechenzentren sind. Zur Berechnung werden sowohl die Herstellung als auch die Nutzung eines Rechenzentrums einbezogen. In einem der untersuchten Rechenzentren, das am ineffizientesten arbeitet, wurde zehn Mal mehr CO2 verbraucht als notwendig.

Ministerin Schulze fordert daher, dass Rechenzentren künftig einen verbindlichen Umweltausweis erhalten, der Auskunft über ihre Klimafreundlichkeit gibt. Für eine umweltfreundliche Digitalisierung

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

So sieht die Oberfläche der Venus auf einem Satellitenbild der Nasa aus.
15.09.2020
Nachrichten
Schon lange spekulieren Astronomen über mögliches Leben auf der Venus. Nun haben Forscher ein verdächtiges Gas aufgespürt. Der Fund verursacht zwar Aufregung - ist aber längst kein Beleg für Leben.
03.09.2020
Nachrichten
Schon seit Wochen ist eine Corona-Reisewarnung für Spanien und auch die beliebte Ferieninsel Mallorca in Kraft. Nur die Kanarischen Inseln im Atlantik waren davon ausgenommen. Bis jetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Curvy Queen bietet trendy Mode bis Kleidergröße 60.
    16.09.2020
    Coole Looks bis Kleidergröße 60 / Drei tolle SSV-Shoppingtage
    Das Bekleidungsgeschäft Curvy Queen in der Offenburger Platanenallee bietet eine große Auswahl an Plus-Size-Mode. Vom 17. bis 19. September gibt es beim Sommerschlussverkauf die starke Mode zu reduzierten Preisen.
  • Voller Einsatz für die Patienten: Das Reha-Sport-Team vom Offenburger RehaZentrum - Sabrina Weidner, Sarah Figy, Mario Truetsch und Lars Bilharz (v. l.)
    15.09.2020
    Neue Kurse starten im Oktober – jetzt anmelden!
    Fit werden, fit bleiben: Dieses Ziel hat sich das Team des RehaZentrums in Offenburg für seine Kunden auf die Fahnen geschrieben. Hier bekommt jeder sein maßgeschneidertes Therapie- und Fitnessprogramm. Wer langsam wieder in Bewegung kommen will oder an einer Grunderkrankung, wie Rückenschmerzen...
  • Alexander Benz (von links), Michel Roche, Thomas Kasper, Erhard Benz und Erika Benz stehen an der Spitze des Top-Life.
    07.09.2020
    Top-Life Berghaupten: Die Adresse für Gesundheit und Fitness
    Gesundheit und Fitness haben eine Adresse in der Ortenau: Seit 1996 ist das Top-Life Gesundheitszentrum Benz KG in Berghaupten Ansprechpartner Nummer eins, wenn es in der Region um private Gesundheitsvorsorge, Wellness und medizinische Versorgungsangebote geht.
  • Die Vereine im ewo-Gebiet haben die Chance, für ihre Nachwuchsmannschaften zu gewinnen.
    28.08.2020
    Vereinsaktion #Ballwechsel: Energiewerk Ortenau und Partner suchen trickreiche Teams und deren Fans
    Ballkünstler gesucht! Das Energiewerk Ortenau (ewo) startet zusammen mit starken Partnern die Vereinsaktion #Ballwechsel: Wer seinen Club vorschlägt, eröffnet ihm die einmalige Chance, ein Fest und jede Menge Equipment im Gesamtwert von mehr als 5000 Euro zu gewinnen. Alles, was die meistgevoteten ...