Berlin

Große regionale Unterschiede bei Hartz IV

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
10. September 2018
Den niedrigsten Anteil von Erwerbslosen im Hartz-System hatte 2017 Bayern, den höchsten Bremen.

Den niedrigsten Anteil von Erwerbslosen im Hartz-System hatte 2017 Bayern, den höchsten Bremen. ©dpa - Ralf Hirschberger

Bei der Bedeutung von Hartz IV für Arbeitslose in Deutschland gibt es große regionale Unterschiede. Bundesweit wurden zwei von drei Erwerbslosen (66,2 Prozent) im vergangenen Jahr im Hartz-IV-System betreut, bekamen also Grundsicherung.

Nur ein Drittel (33,8 Prozent) wurde von den Agenturen für Arbeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung betreut und bekamen Arbeitslosengeld I. Auf eine entsprechende Statistik der Bundesagentur für Arbeit machte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann aufmerksam.

Den niedrigsten Anteil von Erwerbslosen im Hartz-System hatten Bayern mit 47,7 und Baden-Württemberg mit 54,8 Prozent, den höchsten hatte Bremen mit 78,1 Prozent. Hartz IV spielt auch in anderen Ländern die weitaus größte Rolle: in Berlin mit 74,6 Prozent, in Sachsen-Anhalt mit 72,2 Prozent, in Nordrhein-Westfalen mit 71,7 Prozent, in Brandenburg mit 70,2 Prozent und im Saarland mit 70,1 Prozent. In den anderen Ländern lag der Anteil im Vergleich zum Arbeitslosengeld I zwischen 60,3 Prozent (Rheinland-Pfalz) und 69,5 Prozent (Sachsen). In Ostdeutschland insgesamt waren 70,6 Prozent der Arbeitslosen im Hartz-System, im Westen 64,8 Prozent.

- Anzeige -

Zimmermann forderte, es müsse wieder von der Ausnahme zur Regel werden, dass die Arbeitslosenversicherung greife. «Die gute Finanzlage der Bundesagentur für Arbeit sollte Anlass für die Bundesregierung sein, die Arbeitslosenversicherung zu stärken und auszubauen», forderte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Die geplante Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Punkte auf 2,5 Prozent zum Jahreswechsel sei lediglich ein Geschenk an Unternehmen. Beschäftigte würden nur marginal entlastet. «Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würde es sich mehr lohnen, wenn die Leistungen und der Zugang zur Arbeitslosenversicherung verbessert würden.»

So müssten die Hürden beim Zugang zum Arbeitslosengeld I gesenkt werden. Dafür verlangte Zimmermann die Ausdehnung der sogenannten Rahmenfrist von derzeit 24 Monaten auf 36 Monate. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld solle bereits nach 4 Monaten Beitragszeit entstehen. Die Koalition hatte sich auf einen leichteren Zugang verständigt, allerdings in geringem Rahmen. Arbeitslose sollen demnach künftig innerhalb von 30 Monaten mindestens 12 Monate Beiträge eingezahlt haben müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
vor 12 Stunden
Bars, Musik, Kostümprämierung
Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...
13.02.2019
Manufaktur für orthopädische Leistungen
Sie tragen uns im Laufe unseres Lebens durchschnittlich 180.000 Kilometer – unsere Füße. FUSS ArT, die Manufaktur für orthopädische Leistungen rund um den Fuß, ist seit Anfang Februar 2019 in der Moltkestraße 30-32 in Offenburg am Start und bietet ihren Kunden ein umfassendes Leistungsspektrum und...
04.02.2019
Offenburg
Das Braun Möbel-Center bietet Wohnmöbel in vielen Formen, Farben und Materialien. Vom 7. bis zum 9. Februar findet auf dem Gelände die dreitägige Möbelmesse statt. Hier können die Kunden in verschiedenen Themenwelten die aktuellsten Wohntrends entdecken. Neben einem großen Sonderverkauf gibt es...
03.01.2019
Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

Ihre Ministerien hatten die höchsten Ausgaben für Expertise von außen. Das Innenministerium von Horst Seehofer gab rund 213,5 Millionen Euro aus, Ursula von der Leyens Verkehrsministerium 147,2 Millionen Euro.
vor 14 Stunden
Berlin
Die Bundesregierung hat im Jahr 2017 rund 722,4 Millionen Euro für externe Beratungs- und Unterstützungsleistungen ausgegeben.
Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts bekamen Ende 2017 rund 544.000 Menschen Grundsicherung im Alter.
vor 15 Stunden
Berlin
Es geht um die Sorgen vieler Menschen vor Armut im Alter - und ein Signal der Anerkennung. Bundessozialminister Hubertus Heil hat sein Konzept für eine «Grundrente» auf den Tisch gelegt und will damit ein zentrales Versprechen der großen Koalition auf den Weg bringen.
Das Online-Netzwerk hatte bereits 2011 Zusagen für einen strikteren Datenschutz gemacht, um FTC-Ermittlungen zu früheren Problemen zu beenden.
vor 15 Stunden
Washington
Facebook könnte sich laut einem Zeitungsbericht auf eine Milliardenstrafe in den USA einlassen, um Ermittlungen zu Datenschutz-Praktiken des Online-Netzwerks beizulegen.
Ein humanoider Roboter aufgenommen auf der IT-Messe CeBIT 2018: Weltweit führend bei der KI sind die USA und China mit Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook, Apple, Alibaba oder Huawei.
vor 15 Stunden
Berlin
Wir tragen sie längst in der Hosentasche mit uns rum oder haben sie im Wohnzimmer stehen - Millionen Bundesbürger haben bereits jeden Tag Kontakt zu künstlicher Intelligenz, wenn auch nur durch Siri im Telefon oder den Sprachassistenten Alexa. Doch die Unsicherheit ist groß: Vom Schreckensszenario...
Geplant ist, fast alle Haushalte in Deutschland mit dem 5G-Standard zu versorgen.
vor 15 Stunden
Berlin
Um einen Flickenteppich bei der Abdeckung mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G zu vermeiden, fordern Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz schärfere Auflagen bei der Versteigerung der Frequenzen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez hat für April vorgezogene Neuwahlen angekündigt.
vor 16 Stunden
Madrid
Nur gut acht Monate nach seiner Amtsübernahme hat der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez vorgezogene Parlamentswahlen für den 28. April ausgerufen. «Spanien hat keine Minute zu verlieren, Spanien muss vorwärtskommen», erklärte der sozialistische Politiker in Madrid.
Ein ungarischer Polizist patrouilliert in einer «Transitzone» für Asylsuchende an der Grenze zu Serbien.
vor 16 Stunden
Budapest
Das EU-Land Ungarn lässt nach Darstellung von Menschenrechtlern Asylsuchende in sogenannten Transitzonen an der Grenze zu Serbien hungern.
Vor den Kämpfen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflüchtete Kinder bei Al-Baghus in Syrien.
vor 17 Stunden
London/Berlin
Mehr als 100.000 Babys sterben jedes Jahr durch Kriege und Konflikte in den zehn am schlimmsten betroffenen Ländern. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Kinderrechtsorganisation Save the Children anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht hat.
Das Video-Standbild aus der Loisaba Conservancy in Laikipia in Keni. Die Aufnahmen wurden von Kameras der Wissenschaftler um Nicholas Pilfold aufgenommen.
vor 18 Stunden
Nairobi
Der «Black Panther» lebt: Ein seltener schwarzer Leopard ist in Kenia gefilmt und fotografiert worden - Wissenschaftlern zufolge das erste Mal seit rund 100 Jahren.
vor 19 Stunden
Berlin
Angela Merkel hat inzwischen gemerkt, dass die Machtzentren der Großen Koalition sich entscheidend verschoben haben - und zwar weg von ihr und ihrem Kabinett hin zu den Fraktionen und den Parteien.
vor 19 Stunden
Nachrichten
Die von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgeschlagene Grundrente bleibt umstritten. Auch der Koalitionsausschuss von Union und SPD am Mittwochabend brachte  keine Einigung. In der Debatte geht es hoch her. Manche Fakten werden ignoriert. Zum Beispiel, dass die Idee so neu nicht ist.   
Auf der Informationstafel einer Haltestelle wird auf den Warnstreik der Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hingewiesen.
vor 19 Stunden
Berlin
Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) hat am Morgen ein Warnstreik begonnen. Busse und Straßenbahnen blieben in den Depots, U-Bahnhöfe verschlossen. In der Hauptstadt sind Hunderttausende Fahrgäste betroffen. «Der Ausstand läuft planmäßig an», sagte ein Verdi-Sprecher am Morgen.