Olympische Spiele und WM

Harte Strafe: Wada sperrt Russland für vier Jahre

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
09. Dezember 2019

Russische Athleten dürfen in den kommenden vier Jahren nicht mehr unter russischer Flagge an den Olympischen Spielen oder einer WM teilnehmen. ©dpa

Das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat harte Sanktionen wegen der Manipulation von Dopingdaten aus dem Moskauer Labor gegen Russland verhängt. In den nächsten vier Jahren dürfen Athleten des Landes nur unter neutraler Fahne bei Olympia oder WM starten.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat Russland für vier Jahre gesperrt. Das Wada-Exekutivkomitee bestätigte am Montag in Lausanne die Empfehlung der unabhängigen Prüfkommission CRC und suspendierte die russische Anti-Doping-Agentur Rusada bis 2023. Das bestätigte ein Wada-Sprecher am Montag. Athleten des Landes dürfen in diesem Zeitraum nicht unter der russischen Fahne, sondern nur als neutrale Sportler starten, die nicht in den Staatsdoping-Skandal verwickelt gewesen sind.

Dies gilt für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 in Tokio und 2022 in Peking, die Olympischen Jugendspiele und Weltmeisterschaften von Sportarten, die den Wada-Code unterschrieben haben, sowie sogenannten »Major Sport-Events«.

Mit Daten-Kopie nachgewiesen

- Anzeige -

Forensische Untersuchungen durch Wada-Experten hatten ergeben, dass die Dopingdaten aus dem Moskauer Labor von 2012 bis 2015 »weder vollständig noch vollständig authentisch« sind. Dies konnte im Vergleich mit einer der Wada 2017 von einem Whistleblower zugespielten Daten-Kopie nachgewiesen werden. Dabei hat Russland nach Wada-Angaben »Hunderte von mutmaßlichen nachteiligen Analyseergebnissen gelöscht oder geändert«. Dabei sollen 145 mutmaßliche Doping-Fälle vertuscht oder verfälscht worden sein.

Das Internationale Olympische Komitee hatte bereits zuvor angekündigt, die »härtesten Sanktionen« gegen Russland zu unterstützen und das Wada-Urteil zu akzeptieren. »Der Wada-Beschluss ist für uns bindend«, hatte IOC-Präsident Thomas Bach betont. Trotz der Dimension des des Dopingskandals um vertuschte und ausgetauschte Proben im Analyselabor bei den Winterspielen 2014 in Sotschi durften vier Jahre später 168 Russen als »Olympische Athleten aus Russland« unter neutraler Fahne antreten.

Anerkennen oder ablehnen

Die Rusada hat nun 21 Tage Zeit, um die Sanktionen anzuerkennen oder abzulehnen. Lehnt sie die Strafe ab, wird der Fall an den Internationalen Sportgerichtshof Cas weitergeleitet. Auch das IOC und die Weltsportverbände haben die Möglichkeit gegen das Wada-Urteil beim Cas in die Berufung zu gehen, wenn es sich auf die Teilnahme an Olympischen Spiele beziehungsweise Weltmeisterschaften auswirkt.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

vor 20 Stunden
Nachrichten
Das neue Coronavirus hat sich in große Teile Asiens und in die USA ausgebreitet. Nun hat der Erreger Europa erreicht: In Frankreich wurden zwei Fälle der dadurch verursachten Lungenkrankheit bestätigt.
vor 22 Stunden
Rot am See
Im Nordosten Baden-Württembergs soll ein Mann sechs Menschen getötet haben – offenbar ausschließlich Verwandte. Polizei und Öffentlichkeit rätseln über das Motiv. Laut Bild-Zeitung stammen einige Opfer aus dem Raum Offenburg, die Polizei machte dazu aber keine Angaben.
Rauch steigt aus dem zum Teil abgebrannten Dachstuhl des drei-Sterne-Restaurants "Schwarzwaldstube", einen Tag nach dem Brand am 6. Januar.
vor 23 Stunden
Nachrichten
Die Zerstörung der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn ist nach dem gewaltigen Feuer am 5. Januar so massiv, dass die Polizei nicht vollständig aufklären kann, wie es zu dem Brand kam.
24.01.2020
Baden-Württemberg
Nach der schrecklichen Bluttat in Rot am See werden weitere Hintergründe bekannt. So soll der mutmaßliche Täter Teil einer alteingesessenen Familie sein, die Opfer allesamt Angehörige.
24.01.2020
Baden-Württemberg
Im baden-württembergischen Rot am See sind am Freitagmittag Schüsse gefallen. Nach ersten Informationen sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. 
24.01.2020
Baden-Württemberg
Handys korrigieren automatisch, Schreibprogramme markieren Fehler. Ist es also nicht mehr so wichtig, Rechtschreibung zu pauken? Dazu gibt es in der Regierungskoalition ganz unterschiedliche Meinungen.
24.01.2020
Nach Pleite
Gute Nachrichten für Passagiere und Beschäftigte der Condor: Der Ferienflieger kann sich aus der Insolvenz von Thomas Cook in die Hände eines neuen Eigentümers retten. Die polnische Fluggesellschaft LOT übernimmt den angeschlagenen Ferienflieger.
24.01.2020
Grenzüberschreitende Kooperation
Dieser Tage ist der deutsch-französische Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum ersten Mal zusammengekommen. Das Sekretariat soll nun in Kehl eingerichtet werden.  
23.01.2020
Gernsbach
Böse Folgen hat ein Scherz für zwei Schüler in Gernsbach: Die beiden lösten in einer Sporthalle den Notruf aus, meldeten dann aber keinen Notfall, sondern bestellten zum Spaß einen Döner. Keine gute Idee.
23.01.2020
Straßburg
Seit zwei Jahren dürfen französische Kommunen ihre Parkplätze von privaten Firmen verwalten lassen. Doch Autofahrer klagen immer häufiger über fragwürdige Praktiken der Kontrolleure, die auch schon einen Behindertenausweis einfach ignorierten.
21.01.2020
„Bastion Social“
Eine verbotene rechtsextreme Vereinigung erwacht offenbar bei Straßburg zu neuem Leben: „Vent’Est“, zu Deutsch „Ostwind“, engagiert sich nach eigenen Angaben „für dein Volk und deinen Boden“. Doch das sei nur der Deckmantel.
20.01.2020
Baden Airpark in Rheinmünster
Eine Transporter-Fahrerin hat am Montagmorgen auf dem Gelände des Flughafens Karlsruhe / Baden-Baden in Rheinmünster ein privates Flugzeug gerammt. Es entstand ein Schaden im sechsstelligen Bereich. Schuld war jedoch nicht nur ein Fahrfehler der Frau. 

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -