Impfstoff-Verteilung
Dossier: 

Hausärzte bereiten sich auf Corona-Impfung vor

Autor: 
Norbert Wallet
Lesezeit 3 Minuten
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23. Februar 2021
Im April könnte sich das Impfgeschehen in Deutschland auf die Praxen der niedergelassenen Ärzte verlagern.

Im April könnte sich das Impfgeschehen in Deutschland auf die Praxen der niedergelassenen Ärzte verlagern. ©Foto: dpa/Ronny Hartmann

Im April könnten die Impfzentren an die Grenzen der Leistungsfähigkeit kommen und die niedergelassenen Ärzte übernehmen. Diese haben bereits organisiert, wie der Impfstoff in den Praxen verteilt wird.

Berlin - Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, der Spitzenverband der deutschen Apotheken (ABDA) und der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels bereiten sich auf die Zeit vor, da die Corona-Impfung hauptsächlich über die Hausärzte abgewickelt wird. Die drei Partner haben sich auf ein Konzept zur Verteilung des Impfstoffs verständigt, das unserer Zeitung vorliegt. Sie gehen davon aus, dass „spätestens ab April“ die täglich durchschnittlich gelieferte Menge an Impfstoffen die Kapazität der Impfzentren selbst dann noch übersteige, wenn die Impfzentren ihre Leistung auf insgesamt 300 000 Impfungen pro Tag steigern könnten. Es sei „daher notwendig, die niedergelassenen Ärzte in die Impfkampagne einzubeziehen.“

Großhandel und Apotheken sollen deren Versorgung übernehmen. Der Großhandel werde „schnellstmöglich eine Infrastruktur für eine Ultra-Tiefkühl-Logistik einrichten“, heißt es in dem Konzept. Norbert Metke, der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, sagte unserer Zeitung, mit dem Konzept sei gewährleistet, „dass die Impfstoffe in den Praxen noch vier Tage nach Lieferung verwertbar sind“. Geplant ist eine Belieferung am Montag, sodass eine Impfung von Dienstag bis Freitag möglich ist. Das Konzept zeige, „dass es sehr wohl möglich ist, mit der Impfung rasch in die Breite zu gehen“, sagte Metke.

Impfungen von Dienstag bis Freitag

Fehlinformationen über Astrazeneca

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Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestags, Erwin Rüddel (CDU), hat derweil deutlich gemacht, dass er den Vorschlag des CDU-Gesundheitsexperten Michael Hennrich unterstützt, mit der Verimpfung des Astrazeneca-Vakzins in den Praxen die strikte Priorisierung nach bevorzugten Personengruppen aufzugeben. „Die Diskussion über diesen Impfstoff ist leider von Fehlinformationen geprägt“, sagte Rüddel. „Er schützt sehr gut vor schweren Verläufen und rettet damit Leben. Deshalb gibt es auch genug Menschen, die sich gerne damit impfen lassen würden, aber laut Priorisierung noch nicht an der Reihe sind.“ Er könne sich deshalb vorstellen, „dass nach dem Vorbild von Überbuchungen im Flugzeug das Impfangebot für Astrazeneca mehreren Personen gleichzeitig gemacht wird.

„Es könnten schon eine Million Menschen mehr geimpft sein“

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar hat „ein zu langsames Impftempo in den Ländern“ kritisiert. Mit den aktuellen Lieferungen seien in dieser Woche rund zehn Millionen Impfdosen verfügbar, es gebe aber erst rund fünf Millionen einfach oder vollständig Geimpfte. „Es könnten locker eine Million Menschen mehr geimpft sein“, sagte Dittmar unserer Zeitung.

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