Michael Wendler mit Corona-Kehrtwende

„Ich bin kein Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner“

Autor: 
jo
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03. November 2020
Während Michael Wendler das Vorgehen der Bundesregierung weiter kritisiert, findet er lobende Worte für die amerikanische Regierung.

Während Michael Wendler das Vorgehen der Bundesregierung weiter kritisiert, findet er lobende Worte für die amerikanische Regierung. ©Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Erstmals hat Michael Wendler zu seinen umstrittenen Corona-Äußerungen Stellung genommen. Der Schlagersänger entschuldigt sich bei RTL. An seiner Corona-Kritik hält er aber fest und lobt Donald Trump.

Stuttgart - Nach dem Eklat um seine wirren Aussagen zur Corona-Pandemie hat sich Schlagerstar Michael Wendler zurückgemeldet – und seine umstrittenen Äußerungen teils relativiert. „Ich bin kein Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner“, sagte der 48-Jährige in einem am Dienstag auf Instagram veröffentlichten Video. „Nein, ich kann euch hier und jetzt sagen: Das Coronavirus gibt es. (...) Aber ihr könnt mich auf jeden Fall ein Corona-Realist nennen oder auch ein Pandemie-Maßnahmen-Skeptiker, aber mit Sicherheit bin ich kein Aluhutträger oder Verschwörungstheoretiker“, berichtet der Schlagersänger („Egal“) in seiner bereits vor Tagen geheimnisvoll angekündigten Instagram-Story.

Der Sänger, der sich selbst „Der Wendler“ nennt, hatte sich Anfang Oktober mit wirren Äußerungen über Corona ins Abseits katapultiert. Er kündigte über Instagram seinen Rückzug aus der Jury der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) an und warf der Bundesregierung in der Corona-Krise „grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz“ vor. Weiter beschuldigte er die Fernsehsender, darunter RTL, „gleichgeschaltet“ zu sein. Sein bisheriger Haussender RTL distanzierte sich mit scharfen Worten und sagte etwa die geplante Live-Übertragung von Wendlers kirchlicher Hochzeit im Jahr 2021 ab.

So erklärt der Sänger seine Kehrtwende

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Wendler hatte sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenphänomen zu einer Größe im Medienzirkus hochgearbeitet. Er lebt im US-Bundesstaat Florida mit seiner Frau Laura. In seinem neuen Video kündigt Wendler nun eine Rückkehr nach Deutschland an: „Ich komme natürlich zurück nach Deutschland. Vielleicht sogar noch dieses Jahr, sonst im nächsten“, sagte er. „So Gott will, wird es dann auch wieder Konzerte geben. Ich arbeite auf jeden Fall weiter und mache Musik für euch.“ Es sei „schlimm genug“, dass er sich als Schlagersänger um Pandemie-Maßnahmen kümmern müsse.

Am Ende des Videos erklärt Wendler seine Kehrtwende – erneuert aber auch die Kritik an der Corona-Politik der Bundesregierung: „Ich habe bemerkt, dass das was ich gepostet habe, nicht richtig wahrgenommen wurde“, sagt der Sänger. Er räumt demütig ein: „Ich habe mich zu den Medien geäußert und habe Gleichschaltung vorgeworfen. Ich muss das ein bisschen relativieren. Ich muss mich bei RTL entschuldigen. Ich habe RTL da Unrecht getan.“ Wendler zeigt Reue: „Es tut mir leid. Gleichschaltung war der falsche Ausdruck. Dafür möchte ich mich entschuldigen.“ RTL sei bisher der einzige Sender gewesen, der sich um ein Interview mit ihm bemüht habe, „um klarzustellen, warum ich so denke, wie ich denke“. Das Interview habe er abgelehnt - „und das war eigentlich ein großer Fehler“.

Wendler lobt US-Präsident Trump

Doch dann legte der 48-Jährige gleich noch mal nach – und kritisierte die Bundesregierung erneut: „Es ist unfassbar, was in Deutschland passiert. Der zweite Lockdown ist gekommen. Ich habe genau das befürchtet. Man hat das vehement verneint.“ Während Wendler das Vorgehen der Bundesregierung weiter kritisiert, fand er lobende Worte für die amerikanische Regierung: Im US-Bundesstaat Florida, wo er und seine Frau Laura leben, gebe es weder Maskenzwang noch Lockdowns, sagte der Sänger. Eine „Aufbruchstimmung sondergleichen“ im Land sei dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu verdanken, „der in vielen seinen Reden angekündigt hat, die Pandemie nach seinem Wahlsieg für beendet zu erklären“. An diesem Dienstag wählen die USA ihren nächsten Präsidenten.

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