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Intensivpflege zuhause: Bedarf wächst, aber Standards fehlen

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dpa/lsw
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15. Mai 2019

©Iris Rothe

Menschen werden älter, Menschen werden kränker - und auch die Zahl derer, die auf Intensivpflege angewiesen sind, wächst. Doch auf dem Markt für darauf spezialisierte Pflegedienste gibt es viel Wildwuchs.

Der Bedarf an ambulanten Pflegediensten, die Intensivpflege anbieten, wächst bundesweit und auch im Südwesten. Die Branche verzeichne Wachstumsraten zwischen zehn und 15 Prozent jährlich, sagte der Geschäftsführer des Ambulanten Intensivpflegeverbands Deutschland (IPV), Stephan Kroneder. Einheitliche Qualitätsstandards fehlten jedoch.

Der Markt sei in den vergangenen fünf Jahren regelrecht explodiert, berichtete auch Sven Kübler vom Competenz Netzwerk Außerklinische Intensivversorgung (CNI) vor der am Donnerstag beginnenden Pflege- und Inklusionsmesse Rehab in Karlsruhe.

Dort wollen die Experten für eine Professionalisierung in diesem Segment werben. Sie fordern vor allem eine einheitliche gesetzliche Regelung für die Zulassung. »Wir brauchen eine eigene Zulassung, die auch die Qualitätsstandards festlegt«, sagte Kübler. »Der Markt ist zu ungeregelt, führt zu Wildwuchs und bringt gute Intensivpflegedienste in Verruf.«

In Baden-Württemberg stieg unterdessen nach Angaben des Sozialministeriums auch die Zahl der Wohngemeinschaften für Menschen mit intensivpflegerischem Bedarf. Im Jahr 2018 waren im Land bereits 37 von insgesamt 166 gemeldeten, ambulant betreuten Wohngruppen auf diese Klientel eingerichtet. Im Vergleich zu den Erhebungen davor ist dies nach Worten des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales (KVJS) Baden-Württemberg ein deutlicher Anstieg.

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Die Personalnot bei der ambulanten Intensivpflege sei »aufgrund der speziellen Anforderungen an die Fachkräfte deutlich größer, als in der Pflege allgemein«, betonte der Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Tews. »Wir werden älter und kränker und die Zahl der intensiv- und pflegebedürftigen Menschen wächst schneller, als potenzielle Fachkräfte geboren werden.«

Vor allem die etwa 15 000 Menschen, die in Deutschland künstlich beatmet würden, benötigen laut bpa Intensivpflege. Die genaue Zahl der Schwerstpflegebedürftigen sei jedoch unbekannt. Gegenwärtig sei es für Intensivpflegedienste kaum möglich, neue Patienten aufzunehmen. »Das Resultat sind zahlreiche Intensivpatienten, die nicht versorgt werden können beziehungsweise im Krankenhaus verbleiben müssen.«

Einheitliche, für alle Kassenarten verbindliche Standards für ambulante Intensivpflegedienste gebe es bisher nicht, monierten Tews wie auch der Verband IPV. Letzterer verhandelt dazu nach eigenen Angaben gerade mit acht Kassen. Der bpa hat zumindest mit den Ersatzkassen einen bundeseinheitlichen Vertrag ausgehandelt.

Der Verband schätzt die Zahl der auf Intensivpflege spezialisierten Pflegedienste auf bundesweit etwa 650; der IPV spricht von rund 800. Beziehe man jene mit ein, die einzelne Intensivpatienten versorgten, dürften es zwischen 1000 und 1400 sein. Die Zahl der »normalen« Pflegedienste bewegt sich unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 11 500 und 15 000.

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