Rom

Italien rätselt über Tod von «Bunga Bunga»-Zeugin

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
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18. März 2019
Imane Fadil verlässt im Oktober 2011 nach einer Aussage als Zeugin das Gericht in Mailand.

Imane Fadil verlässt im Oktober 2011 nach einer Aussage als Zeugin das Gericht in Mailand. ©dpa - Luca Bruno/AP

Der mysteriöse Tod eines Models, das Zeugin im Prozess um «Bunga Bunga»-Sexpartys gegen Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi war, hält Italien in Atem.

Die Staatsanwaltschaft in Mailand ermittelt, woran die Anfang 30-jährige Marokkanerin Imane Fadil am 1. März starb und ob sie möglicherweise vergiftet wurde. «Wir stehen vor einem sehr schwerwiegenden Fall. Ich hoffe, dass die Wissenschaft das Problem lösen kann», zitierte die Zeitung «Il Messaggero» den Mailänder Staatsanwalt Francesco Greco.

Diese Woche wird Medienberichten zufolge die Obduktion erwartet. Geklärt werden soll unter anderem, ob die Frau mit radioaktiven Substanzen ermordet wurde oder ob sie eine Krankheit hatte. Fadil war eine der Zeuginnen, die 2012 im Prozess gegen Berlusconi ausgesagt hatten. Dabei ging es um den Fall des marokkanischen Escortgirls «Ruby Rubacuori». Berlusconi wurden Amtsmissbrauch und Sex mit einer minderjährigen Prostituierten vorgeworfen. Der Prozess endete 2015 in letzter Instanz mit einem Freispruch. Danach gab es weitere Ermittlungen und Prozesse, in denen es um Zeugenbestechung ging.

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Berlusconi distanzierte sich von dem jetzigen Fall: «Ich habe diese Person niemals kennengelernt und auch nie mit ihr geredet», sagte er am Samstag laut Nachrichtenagentur Ansa mit Bezug auf Fadil. Fadil selbst soll laut italienischen Medien vor ihrem Tod unter anderem ihrem Anwalt gegenüber die Vermutung geäußert haben, Opfer einer Vergiftung geworden zu sein. Ende Januar soll sie demzufolge in eine Klinik gekommen sein - unter anderem mit starken Bauchschmerzen.

Möglicherweise führten Spuren des Falls nach Marokko und in die marokkanische Botschaft in Italien, sagte Souad Sbai, Vorsitzende der Vereinigung marokkanischer Frauen in Italien und Ex-Abgeordnete in Italien, der Zeitung «La Repubblica». Sie hat nach eigenen Worten keine Zweifel daran, dass Fadil ermordet wurde.

«Ich verfolge diese Geschichten seit 2010. Wunderschöne marokkanische Frauen (wie Fadil) sind in diesen Jahren in Italien angekommen, und man kann sich leicht vorstellen, was sie machen sollten. Treffen, Filme, Erpressungen», sagte Sbai. «Es ist nicht nur Berlusconi passiert. Er ist bekannt und seine Geschichte ist ans Licht gekommen. Aber es sind viele hochrangige Personen erpresst und bedroht worden. Vermutlich wollte sich (Fadil) rausziehen, sie wurde zum Problem, und sie haben sie eliminiert.»

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