Wiesbaden

Jugendämter müssen bei mehr Kindesmisshandlungen eingreifen

dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
18. August 2019
Die Jugendämter mussten 2018 wegen Gewalt häufiger Kinder aus Familien nehmen.

Die Jugendämter mussten 2018 wegen Gewalt häufiger Kinder aus Familien nehmen. ©dpa - Arno Burgi

Mehr Verdachtsfälle von Kindesmisshandlung haben die Jugendämter im vergangenen Jahr beschäftigt. Die Zahl der sogenannten Inobhutnahmen aus diesem Grund stieg um ein Viertel auf mehr als 6150, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Erstmals seit Einführung der Statistik im Jahr 1995 seien Anzeichen für körperliche oder psychische Misshandlung mit 8,3 Prozent die dritthäufigste Ursache für das Einschreiten der Behörden gewesen. Dabei werden Minderjährige vorübergehend ins Heim oder in eine Pflegefamilie gebracht, um sie zu schützen.

Am häufigsten wurden die Jugendämter jedoch wegen Überforderung eines Elternteils oder beider Elternteile aktiv, wie aus der Statistik hervorgeht. Dies geschah in rund 17.700 Fällen. Danach folgten Inobhutnahmen unbegleitet eingereister, minderjähriger Flüchtlinge.

Dies beschäftigte die Jugendämter rund 12.200 Mal, das bedeutet einen Rückgang um 46 Prozent. Dies sei der Hauptgrund, dass auch die Gesamtzahl der Maßnahmen um 14 Prozent auf 52.590 sank, erklärte das Bundesamt. Jugendliche waren in rund 31.200 Fällen betroffen, Kinder in knapp 21.400. Jungen wurden knapp 29.500 mal in Obhut genommen, Mädchen rund 23.100 mal.

- Anzeige -

Die Maßnahmen sollen als vorläufiger Schutz in akuten Krisen- oder Gefahrensituationen dienen. Diese können auf Bitte der betroffenen Kinder, bei einer dringenden Gefahr für das Kindeswohl oder bei unbegleiteter Einreise aus dem Ausland eingeleitet werden.

Im vergangenen Jahr kamen die Hinweise meist von sozialen Diensten und Jugendämtern (57 Prozent). In knapp jedem fünften Fall wandten sich die Betroffenen selbst an das Jugendamt. Weitere Hinweisgeber waren Polizei, Ordnungsbehörden, Eltern, Ärzte, Lehrer oder Verwandte.

In knapp jedem vierten Fall waren die Kinder oder Jugendlichen unmittelbar zuvor von Zuhause ausgerissen, also von ihrer Familie, ihrer Pflegefamilie oder aus einem Heim. In 36 Prozent der Fälle konnten sie zurückkehren. In 30 Prozent der Fälle mussten sie anderweitig untergebracht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Alles andere als ein Glücksspiel: die Geldanlage in Aktien. Den Beweis dafür tritt azemos in Offenburg seit mehr als 20 Jahren erfolgreich an.
    17.04.2024
    Mit den azemos-Anlagestrategien auf der sicheren Seite
    Die azemos Vermögensmanagement GmbH in Offenburg gewährt einen Einblick in die Arbeit der Analysten und die seit mehr als 20 Jahren erfolgreichen Anlagestrategien für Privat- sowie Geschäftskunden.
  • Auch das Handwerk zeigt bei der Berufsinfomesse (BIM), was es alles kann. Hier wird beispielsweise präsentiert, wie Pflaster fachmännisch verlegt wird. 
    13.04.2024
    432 Aussteller informieren bei der Berufsinfomesse Offenburg
    Die 23. Berufsinfomesse in der Messe Offenburg-Ortenau wird ein Event der Superlative. Am 19. und 20. April präsentieren 432 Aussteller Schulabsolventen und Fortbildungswilligen einen Querschnitt durch die Ortenauer Berufswelt. Rund 24.000 Besucher werden erwartet.
  • Der Frühling steht vor der Tür und die After-Work-Events starten auf dem Quartiersplatz des Offenburger Rée Carrés.
    12.04.2024
    Ab 8. Mai: Zum After Work ins Rée Carré Offenburg
    In gemütlicher Runde chillen, dazu etwas Leckeres essen und den Tag mit einem Drink ausklingen lassen? Das ist bei den After-Work-Events im Rée Carré in Offenburg möglich. Sie finden von Mai bis Oktober jeweils von 17 bis 21 Uhr auf dem Quartiersplatz statt.
  • Mit der Kraft der Sonne bringt das Unternehmen Richard Neumayer in Hausach den Stahl zum Glühen. Einige der Solarmodule befinden sich auf den Produktionshallen.
    09.04.2024
    Richard Neumayer GmbH als Klimaschutz-Pionier ausgezeichnet
    Das Hausacher Unternehmen Richard Neumayer GmbH wurde erneut für seine richtungsweisende Pionierarbeit für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die familiengeführte Stahlschmiede ist "Top Innovator 2024".