Vorfälle auch in Kehl

Kommunen pochen in Freibädern auf Hausordnung und Baderegeln

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dpa/lsw
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18. August 2019
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Das Kehler Freibad geriet auch in die Schlagzeilen. ©Martin Egg

Die Debatte schlug Wellen: In Freibädern gab es in der Hitze des Sommers Probleme mit Badegästen, die sich nicht an Regeln hielten – darunter auch in Kehl. Die Kommunen haben reagiert. Und ziehen eine erste, positive Bilanz. Beendet ist das Thema für die Schwimmmeister damit aber nicht.

Nach Auseinandersetzungen in Freibädern zeigen die verschärften Sicherheitsmaßnahmen den Kommunen zufolge Wirkung. Das Einhalten der Badevorschriften werde nun gründlicher überwacht, sagte eine Sprecherin der Stadt Kehl. Dort hatte es, wie auch andernorts im Südwesten, im Juni und Juli Schwierigkeiten mit Badegästen gegeben. Mit mehr Personal und zusätzlichen Regeln sei Ruhe in die Bäder gebracht worden. Auch andere Städte zogen eine positive Zwischenbilanz. Größere Probleme gebe es nicht mehr.

«Wir weisen explizit auf die Baderegeln hin und setzen deren Einhaltung konsequent durch», sagt ein Sprecher der städtischen Bäder in Freiburg. Die Hitze im Juli habe, wie überall im Land, zu einem Besucheransturm geführt. Durch die damit verbundene Enge sei das Badepersonal besonders gefordert gewesen. Nachdem es nun kühler geworden und das Wetter nicht mehr ganz so sommerlich sei, gehe es in Freibädern wieder entspannter zu. Konflikte blieben aus. Andere Orte wie Tübingen und Reutlingen teilen diese Einschätzung.

Sicherheitsdienst wird eingesetzt

In Heilbronn setzt die Stadt in einem der Freibäder neben dem Badepersonal nun auch Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma ein. Sie sollen nach Angaben der Stadtwerke vor allem auf den Liegewiesen für Ordnung sorgen. Die in Freibädern geltenden Regeln seien nicht allen Besuchern bekannt, heißt es bei den Bäderbetrieben Stuttgart. Es müsse inzwischen häufiger darauf hingewiesen werden.

So ist den Angaben zufolge in Bädern etwa das Shisha-Rauchen und Grillen verboten, im Wasser sei Badebekleidung Pflicht. Vor allem Jugendlichen, die Shorts mit Taschen oder auch T-Shirt tragen und damit ins Wasser wollen, müsse diese aus Gründen der Hygiene geltende Vorschrift immer wieder erklärt werden, sagt Edgar Koslowski, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Schwimmmeister in Baden-Württemberg. Die Bereitschaft, Regeln einzuhalten, sei spürbar zurückgegangen. Freibäder seien ein Spiegelbild der Gesellschaft.

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«Der einzige Weg ist, deutlich und für alle verständlich auf die Vorschriften hinzuweisen und auf deren Einhaltung zu achten», sagt Koslowski. Probleme würden dadurch verschärft, dass im Südwesten die Zahl der Einwohner steige, vor allem in den Städten. Die Zahl kommunaler Bäder gehe aber tendenziell zurück. So drängten sich im Sommer mehr Menschen auf weniger Raum. Die Folge seien Konflikte.

Kehl reagierte mit mehr Personal

Kehl hatte im Sommer reagiert, mehr Personal in die Freibäder geschickt sowie zusätzlich ein Sicherheitsunternehmen. An den Eingängen werden nun Taschen kontrolliert. Zudem gelte ein Rauchverbot. «Inzwischen herrscht wieder Normalbetrieb», heißt es im Kehler Rathaus. Die Zahl der Besucher sei zuletzt zurückgegangen, vor allem wegen der fehlenden Hitze.

Die Stadt setze nicht nur auf Strafen, sondern auch auf Service. Auf Plakaten sei nun abgebildet, welche Bekleidung erlaubt sei und welche nicht. Zudem seien Service-Mitarbeiter im Einsatz: «Sie achten darauf, dass sich Badegäste weder rasieren noch die Haare färben, erklären die Hausregeln und helfen bei Problemen.»

In den vier Karlsruher Freibädern geht es auch an Tagen mit großem Besucherandrang friedlich zu. Das Turmbergbad besuchen hauptsächlich Familien, daher hat Betriebsleiter Jürgen Pawluk kaum Sorgen mit auffälligen Gästen. Manchmal müssten Jugendliche auf die Haus- und Badeordnung hingewiesen werden, etwa wenn sie vom Beckenrand springen. Wer Fehlverhalten nach zwei oder spätestens drei Ansagen nicht einstelle, müsse das Bad für den Tag verlassen. Mehr als mal mit der Polizei zu drohen, sei eigentlich nie nötig, sagt er.

Im größten Karlsruher Freibad, dem Rheinstrandbad Rappenwört, drängen sich an heißen Sommertagen schon mal 12 000 Menschen. Dann setzte der Bäderbetreiber zusätzliches Sicherheitspersonal einer privaten Firma ein, sagt Pressesprecher Raphael Becker. Im Rheinstrandbad tummeln sich viele Jugendliche. «Na klar, gibt es das auch mal», sagt Becker zu Streit und anderem Ärger. «Es ist aber nicht so, dass man sagen müsste, wir hätten da ganz große Probleme.» Das Personal sei entsprechend geschult. Polizei wird in der Regel nicht gebraucht.

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