Leipzig

Leipzig feiert 30. Jahrestag der friedlichen Revolution

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
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10. Oktober 2019
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender nehmen im Gewandhaus Leipzig am Festakt zu 30 Jahren Friedliche Revolution teil.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender nehmen im Gewandhaus Leipzig am Festakt zu 30 Jahren Friedliche Revolution teil. ©dpa - Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Stadt Leipzig hat am Mittwoch an die friedliche Revolution in der DDR vor 30 Jahren erinnert. Am 9. Oktober 1989 hatten mindestens 70.000 Menschen in der Messestadt gegen das SED-Regime demonstriert.

Der Tag gilt als Schlüsselmoment. Die schwer bewaffnete Staatsmacht schlug die Montagsdemonstration - entgegen aller Befürchtungen - nicht gewaltsam nieder. «Die Angst hatte die Seiten gewechselt», sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Festakt im Leipziger Gewandhaus. «Der 9. Oktober war ein großer Tag in der deutschen Geschichte.»

Leipzig erinnert jährlich mit dem Lichtfest an den entscheidenden Tag im Herbst 1989. Nur einen Monat später fiel die Mauer in Berlin. Nach dem offiziellen Festakt im Gewandhaus, an dem viele damalige Bürgerrechtler teilnahmen, steht am Mittwochabend noch das Fest in der Innenstadt an. Der Ring, über den 1989 die Demonstranten gelaufen waren, soll dabei für Fußgänger geöffnet werden. Zudem hat eine Wiener Künstlerin an markanten Punkten «Lichträume» gestaltet, Licht- und Toninstallationen, die im Dunkeln für eine besondere Stimmung sorgen. Steinmeier will an dem Lichtfest ebenso teilnehmen wie am Friedensgebet in der Nikolaikirche, dem Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen.

Mut gewürdigt

Der Bundespräsident würdigte den Mut der Demonstranten. «Den friedlichen Revolutionären schulden wir nicht nur Respekt. Wir schulden ihnen Dank - aus Ost und aus West.» Die Menschen damals hätten bewiesen, dass Veränderung möglich sei. «Ich bin mir sicher, es würde unserem Land gut tun, wenn wir das vielfältige Erbe der friedlichen Revolution fürs Heute nutzen.»

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Steinmeier schlug in seiner «Rede zur Demokratie» allerdings auch viele nachdenkliche Töne an. Er sehe heute, 30 Jahre nach der friedlichen Revolution, ein Land, «das um seinen Zusammenhalt ringt». Der Umbruch habe die Menschen im Osten ungleich härter getroffen als im Westen. «Oft höre ich Geschichten von Entwurzelung, von zerbrochenen Gewissheiten.» Es sei Aufgabe der Politik, für gute Lebensverhältnisse zu sorgen. «Lasst diese Leute mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein», mahnte der Bundespräsident.

Kraft schöpfen

Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sieht die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse als die «ganz zentrale Aufgabe, die wir haben, um unser Land nicht demokratisch auseinanderfallen zu lassen». Aus den Ereignissen von 1989 könne man Kraft schöpfen, sagte Jung, der derzeit auch Präsident des Deutschen Städtetages ist: «Alles ist veränderbar, nichts muss bleiben, wie es ist. Das ist die Lehre von 1989.»

Die Bundesregierung rief die Bürger am Mittwoch auf, ihre persönlichen Gedanken und Erlebnisse zur friedlichen Revolution in einem kurzen Video auf unseregeschichte.bund.de hochzuladen. So könnten sie einen persönlichen Beitrag zum «längsten Gespräch Deutschlands» leisten, das mit vielen Veranstaltungen am 9. November einen Höhepunkt finden solle, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit.

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