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Lindenstraße wird nach 34 Jahren eingestellt

Autor: 
dpa
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16. November 2018

©Rolf Vennenbernd/dpa

Es ist das Aus für eine Institution im Deutschen Fernsehen: Die »Lindenstraße« soll im März 2020 zum letzten Mal zu sehen sein. Ein Grund sind die Kosten.

Die Fernsehserie »Lindenstraße« wird nach gut 34 Jahren beendet. Die Fernsehprogrammkonferenz der ARD habe sich mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Produktionsvertrags entschieden, teilte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Freitag in Köln mit. Die letzte Folge soll im März 2020 im Ersten zu sehen sein.

Die »Lindenstraße« sei eine Ikone im deutschen Fernsehen, sagte der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehens, Volker Herres. »Doch wir müssen nüchtern und mit Bedauern feststellen: Das Zuschauerinteresse und unsere unvermeidbaren Sparzwänge sind nicht vereinbar mit den Produktionskosten für eine solch hochwertige Serie.«

 

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Die Lindenstraße läuft seit 1985 wöchentlich. Hunderte Schauspieler und Zehntausende Komparsen waren bisher zu sehen. Die Außenkulisse der »Lindenstraße« ist 150 Meter lang und befindet sich auf dem WDR-Gelände in Köln-Bocklemünd. Für die Dreharbeiten stehen ständig 100.000 Requisiten zur Verfügung.

WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn sagte: »So sehr der Abschied auch schmerzt, können doch alle Beteiligten sehr stolz sein, denn sie haben mit der »Lindenstraße« geschafft, was keiner anderen deutschen Serie gelungen ist: über Generationen hinweg mitten aus dem Alltag der Menschen heraus große gesellschaftliche und politische Themen abzubilden.«

Hintergrund

Die Protagonisten: Übermutter, Hausdrache und ein Kuss

Helga Beimer: Marie-Luise Marjan spielt die «Übermutter» der Nachbarschaft schon seit 1985. Serien-Sohn Klausi (Moritz A. Sachs) hat sich an ihrer Seite vom damals siebenjährigen Knirps zum Vater einer eigenen Patchworkfamilie entwickelt.

Else Kling: Die Hausmeisterin der Hausnummer 3 hat mehr als 1000 Folgen lang ihr strenges Regiment geführt. «Sodom und Gomerra» schimpfte sie, wenn die ihr wichtigen Sittenregeln mal wieder nicht eingehalten wurden. 

Dr. Carsten Flöter: In seiner Familie kam es in den 1980er Jahren gar nicht gut an, als sich der Sohn als schwul outete. Darsteller Georg Uecker kann sich - zusammen mit Günter Barton - auf den ersten Kuss zweier Männer in einer deutschen Serie berufen. Seit der Trennung von Ehemann «Käthe» (Claus Vinçon) 2017 lebt er allein in der Lindenstraße.

Penner Harry: AlS kulturbeflissener Nachbar ohne Wohnsitz kommentierte der Übersetzer, Hörbuchsprecher und Gelegenheitsschauspieler Harry Rowohlt die Erlebnisse der Lindensträßler. 

Jo Zenker: Der große Bruder von Iffi und Timo ist längst weit weg von der Familie und der Lindenstraße - angeblich in Hollywood. 

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