Berlin

Maas: «Es geht darum, Krieg zu verhindern»

Autor: 
dpa
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
21. Juli 2019
Bundesaußenminister Maas meldet sich mit einer eindringlichen Warnung.

Bundesaußenminister Maas meldet sich mit einer eindringlichen Warnung. ©dpa - Britta Pedersen

Die Festsetzung eines Öltankers in der Straße von Hormus durch den Iran droht zu einem gewaltsamen Konflikt zu führen.


Die Situation am Golf sei dadurch «noch ernster und gefährlicher geworden» als ohnehin schon, sagte Außenminister Heiko Maas der «Bild am Sonntag». «Es geht darum, Krieg zu verhindern», sagte der SPD-Politiker. Sollte die Diplomatie scheitern und es zu einer militärischen Eskalation kommen, gäbe es «keine Gewinner, nur Verlierer», sagte er weiter.
Im Schulterschluss mit den USA hatte Großbritannien dem Iran nach der Festsetzung des unter britischer Flagge fahrenden Öltankers «Stena Impero» mit ernsthaften Konsequenzen gedroht. Die Aktion am Freitagabend deute darauf hin, dass der Iran einen «gefährlichen Weg des illegalen und destabilisierenden Verhaltens» beschreite, erklärte der britische Außenminister Jeremy Hunt auf Twitter. Der Tanker sei rechtswidrig in den Gewässern des Omans gestoppt worden.
Die Regierung in London forderte britische Schiffe auf, die Straße von Hormus und umliegende Gewässer zu meiden. Die Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch dieses Nadelöhr verschifft.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump gab bekannt, zur Abschreckung Soldaten nach Saudi-Arabien - dem Erzfeind des Irans - zu verlegen. US-Medien zufolge geht es um bis zu 500 Soldaten. Zudem verlegte das US-Militär Aufklärungsflugzeuge, die im internationalen Luftraum operieren, in die Region. Trump will sich in der Krise eng mit der britischen Regierung abstimmen. Erst am Donnerstag hatte er erklärt, ein US-Marineschiff habe in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört. Die Führung in Teheran widersprach dem.
Der britische Außenminister telefonierte am Samstag mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif. Hunt brachte bei dem Gespräch nach eigenen Angaben seine «tiefe Enttäuschung» über die Situation zum Ausdruck. Hunt nimmt an, dass die Festsetzung eines iranischen Öltankers im britischen Gibraltar Auslöser für das jüngste Vorgehen ist. Der Tanker mit für Syrien bestimmtem Öl war Anfang Juli wegen des Verdachts auf Verstoß gegen EU-Sanktionen an die Kette gelegt worden. Am Freitag ordnete der Oberste Gerichtshof Gibraltars an, das Schiff weitere 30 Tage festzuhalten, bis zum 20. August.
Sarif erklärte auf Twitter, es sei der Iran, der im Persischen Golf und in der Straße von Hormus die Sicherheit garantiere. «Anders als die Piraterie in der Straße von Gibraltar dient unsere Maßnahme im Persischen Golf dazu, die maritimen Regeln zu bewahren», so Sarif.
Die EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini forderte nach Angaben eines Sprechers am Samstag die sofortige Freilassung des britischen Schiffs und warnte vor einer weiteren Eskalation.
Die 23 Besatzungsmitglieder des Öltankers «Stena Impero» waren den Umständen entsprechend wohlauf, sagte Erik Hånell, der Chef der Reederei Stena Bulk. Irans Revolutionsgarden hatten den Frachter nach eigenen Angaben gestoppt und in Richtung iranischer Küste gebracht. Zur Begründung hieß es, der Tanker habe internationale Vorschriften missachtet. Der Tanker liegt nun im südiranischen Hafen Bandar Abbas.
Die Reederei Stena Bulk, der das Schiff gehört, teilte mit, der Tanker habe sich an alle internationalen Vorschriften gehalten. Mehrere kleinere Boote und ein Hubschrauber hätten sich genähert, als der Tanker in internationalen Gewässern gefahren sei. Nach iranischen Angaben stammen 18 der 23 Besatzungsmitglieder der «Stena Impero» aus Indien. Drei kommen demnach aus Russland und je einer von den Philippinen und aus Lettland. Kurz nach dem ersten Zwischenfall war ein zweiter Tanker zeitweise in Richtung Iran abgedrängt und nach einer kurzen Inspektion wieder freigegeben worden.
US-Präsident Trump beauftragte unterdessen den republikanischen Senator Rand Paul, eine Aufnahme von Gesprächen mit dem Iran auszuloten. Der Senator habe seine Hilfe angeboten, erklärte Trump. «Wir werden sehen, was passiert.» Trump hatte im Mai 2018 das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt und danach harte Wirtschaftssanktionen gegen die Islamische Republik verhängt. Diese sollen das Land von den Finanz- und Ölmärkten abschneiden.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

vor 17 Stunden
Nachrichten
Rauchen schadet der Gesundheit. Experten fordern daher schon seit Jahren, Reklame auch auf Litfaßsäulen und Co. zu unterbinden. Die Koalition peilt das nun an - allerdings nicht auf einen Schlag.
vor 20 Stunden
Expositionstherapie hilft fast immer
Es gibt unzählige Dinge, die Menschen große Furcht einflößen können. Die Freiburger Angstforscherin Katharina Domschke erklärt, wie Phobien entstehen und was man dagegen unternehmen kann.
vor 22 Stunden
Straßburg
Genau ein Jahr ist es her, dass in der Straßburger Innenstadt fünf Passanten ihr Leben ließen. Heute, Mittwoch, soll ihnen gedacht werden. Der Terror-Angriff auf dem Weihnachtsmarkt hat viele Spuren hinterlassen.
11.12.2019
Nachrichten
Der KSC hat den Rechtsstreit mit der Stadt Karlsruhe um Informationsanspruch über den Stadionvertrag gewonnen.
10.12.2019
Nachrichten
Nach dem gewaltsamen Tod einer 20-Jährigen in Bühlertal im September ist nun der 24-Jährige Ex-Freund der jungen Frau wegen Mordes angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft hat der Mann die Ex kurz nach der Trennung unter einem Vorwand in seine Wohnung gelockt.
10.12.2019
Nachrichten
Nach dreiwöchiger Pause wurde der Prozess zur mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung fortgesetzt. Ein Zeuge nahm dabei einen der Angeklagten in Schutz, verstrickte sich aber in Widersprüche.
10.12.2019
Verfahren abgeschlossen
Ein Mann hat versucht, mit 400 Goldmünzen und 517.000 Euro Bargeld über den Grenzübergang bei Rheinfelden zu gelangen. Doch der Bargeldschmuggler flog auf und muss jetzt mit den Konsequenzen zurecht kommen. 
Das Gefühl, ständig erreichbar zu sein, setzt viele Eltern unter Stress.
10.12.2019
Hannover
Fast 40 Prozent der Eltern mit minderjährigen Kindern fühlen sich gestresst. Die Gründe sind unterschiedlich. Einer davon ist das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen. Das hat teils schwerwiegende Folgen.
09.12.2019
Nachrichten
Ein Mann betritt die Wohnung seiner Nachbarin in Lörrach und sticht unvermittelt auf sie ein. Die Frau stirbt an ihren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter gilt als gefährlich und befand sich womöglich krankheitsbedingt im Zustand der Schuldfähigkeit.
09.12.2019
Nachrichten
Neues Urteil nach dem Staufener Missbrauchsfall: Ein Bundeswehrsoldat hat in einem Revisionsprozess vor dem Freiburger Landgericht siebeneinhalb Jahre Gefängnis bekommen – im ersten Prozess letzten Mai waren es acht Jahre.
09.12.2019
Stuttgart
Scheinbar grundlos ist eine Passantin in Stuttgart auf offener Straße erstochen worden. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen und sucht nun nach dem Motiv.
09.12.2019
Olympische Spiele und WM
Das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat harte Sanktionen wegen der Manipulation von Dopingdaten aus dem Moskauer Labor gegen Russland verhängt. In den nächsten vier Jahren dürfen Athleten des Landes nur unter neutraler Fahne bei Olympia oder WM starten.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • vor 13 Stunden
    KF Kinzigtaler Fenster GmbH - Der Experte in Gengenbach
    Winter – die Tage werden wieder kürzer und dunkler, die beste Saison für Einbrecher. Gut, wer da sichere Türen und Fenster hat. Die KF Kinzigtaler Fenster GmbH in Gengenbach hat sich genau darauf spezialisiert und ist in der Region Experte für die Sicherheit zu Hause.
  • 10.12.2019
    Triberger Weihnachtszauber 2019
    Wenn die Weihnachtsmärkte schon abgebaut sind, lädt der „Triberger Weihnachtszauber“ vom 25. bis 30. Dezember zu einem romantischen Weihnachtsspektakel ein. Mehr als eine Million Lichter verwandeln den Schwarzwald an Deutschlands höchsten Wasserfällen in ein funkelndes Wintermärchen!
  • 09.12.2019
    Gravuren, Reparaturen, Anfertigungen
    Bei Juwelier Spinner dreht sich alles um Schmuck und Uhren. Aber nicht nur edle Accessoires lassen sich hier finden – es gibt auch einen ausgezeichneten Service mit vielen weiteren Dienstleistungen.
  • 06.12.2019
    Durbach
    Vorspeise, Hauptspeise, Dessert – das kann jeder. Das Hotel Ritter in Durbach geht dagegen andere Wege. Mit [maki:‘dan] haben die Hoteleigentümer Ilka und Dominic Müller nichts anderes als die Revolution im Ritter eingeleitet. Was dahintersteckt.