Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt

Hausdurchsuchungen nach Aufmarsch von Dynamo Fans im Mai

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red/jr
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05. Dezember 2017
Die Anhänger von Dynamo Dresden beim Spiel in Karlsruhe.

Die Anhänger von Dynamo Dresden beim Spiel in Karlsruhe. ©dpa - Uwe Anspach

Die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Karlsruhe berichten, dass im Zusammenhang mit den Straftaten bei dem Fußballspiel Karlsruher SC gegen SG Dynamo Dresden am 14. Mai 2017 Durchsuchungsmaßnahmen in der Fanszene von Dynamo Dresden eingeleitet hat.

Vor dem Fußballspiel der 2. Bundesliga zwischen dem Karlsruher SC und der SG Dynamo Dresden ist es am Sonntag, 14. Mai 2017 zu einem Marsch aus dem Kreis der Dresdner Fanszene gekommen. Zirka 1.500 Personen sollen durch das Karlsruher Stadtgebiet zum Wildparkstadion marschiert sein. Dabei wären die Marschteilnehmer einheitlich mit militärähnlicher Tarnkleidung mit dem aufgedruckten Schriftzug „Footballarmy Dynamo Dresden“ bekleidet gewesen.

Pyrotechnik und militanter Auftritt

Die vorderste Reihe des Aufzugs habe ein großes Transparent mit der Aufschrift „Krieg dem DFB“ präsentiert, heißt es weiter. Dazu seien Nebeltöpfe eingesetzt worden, die zusammen mit rhythmischem Trommeln das militante Erscheinungsbild verstärkten. Die den Marsch begleitenden Polizeibeamten seien aus der Menge heraus mit Pyrotechnik beworfen und beschossen worden. 21 Polizeibeamte haben hierbei schmerzhafte Knalltraumata erlitten.

Laut Staatsanwaltschaft haben die Marschteilnehmer am Wildparkstadion auf ein Signal mit massiver Körpergewalt die Einlasskontrollen eingerannt. Dabei sind eine Vielzahl von Ordnungskräften verletzt worden. Zudem wird berichtet, das unkontrolliert pyrotechnische Gegenstände ins Stadion gebracht werden konnten, die während des gesamten Fußballspiels aus dem einheitlich uniformierten Gästeblock abgefeuert worden sind. Dresdner Fans, die ohne einheitliche Tarnkleidung in den Gästeblock kamen, seien mit Körpergewalt hinausgedrängt worden.

Ermittlungsgruppe "Dynamo" gebildet

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Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe teilt mit, dass sie in der Folge mehrere Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Sprengstoffgesetz eingeleitet hat. Das Polizeipräsidium Karlsruhe hat die Ermittlungsgruppe „Dynamo“ gebildet, heißt es weiter. Anhand der polizeilichen Ermittlungsergebnisse zum Fanmarsch hat die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Karlsruhe Durchsuchungsbeschlüsse für 33 Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten erwirkt.

Der überwiegende Anteil der Durchsuchungen fand laut Staatsanwaltschaft in Dresden und Umgebung statt. Es seien aber auch Objekte in Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz betroffen. Die Maßnahmen haben sich gegen mehr als 20 Tatverdächtige gerichtet. Dienstagmorgen seien sämtliche Durchsuchungen gleichzeitig vollzogen worden.

Große Menge Pyrotechnik sichergestellt

Bei den Durchsuchungen seien unter anderem eine hohe zweistellige Zahl an Smartphones, Computer und Speichermedien, sowie mehrere Kilo Pyrotechnik sichergestellt worden. Daneben sei das Kraftfahrzeug beschlagnahmt worden, das dem Fanmarsch vorausgefahren war. Von diesem sollen Anweisungen an die zirka 1.500 Personen umfassende Menge erteilt worden sein.

Für die Maßnahmen seien drei Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und 370 Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Karlsruhe und der Polizei Sachsen eingesetzt worden.

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