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Strasbourg, Strassburg und Strossburi

Autor: 
Reinhard Reck
Lesezeit 2 Minuten
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30. November 2016
Nicht nur »Strasbourg«, sondern auch »Strassburg« und »Strossburi« wird auf den Hinweisschildern stehen.

Nicht nur »Strasbourg«, sondern auch »Strassburg« und »Strossburi« wird auf den Hinweisschildern stehen. ©Ulrich Marx

Strasbourg? Strassburg? Strossburi? Lange Zeit gab es in der Elsasshauptstadt einen heftigen Konflikt um die Beschriftung der zweisprachigen Einfahrtsschilder. Jetzt hat OB Roland Ries eine salomonische Lösung gefunden.

Vorfahrt für Diplomatie: Nach Angaben von Oberbürgermeister Roland Ries wird es künftig in Straßburg Stadteinfahrtsschilder geben, auf denen nicht nur das französische »Strasbourg«, sondern auch das hochdeutsche »Strassburg« und das elsässische »Strossburi« aufgeführt werden. Der sozialistische Rathauschef hat sich also entschlossen, allen gerecht zu werden. 

Denn im vergangenen  Jahr hatte es wegen der zweisprachigen Beschilderung heftige Auseinandersetzungen gegeben, die auch bei den Bürgern auf ein großes Echo stieß. Die »Strassburg«-Partisanen kämpften vehement für diesen Namen. Das Hochdeutsche sei nun einmal die schriftliche Form des elsässischen Dialekts. Auch wollte die Stadtführung den internationalen Charakter der Stadt und deren Öffnung zur Grenze unterstreichen und befürchtete, dass man bei einer Vernachlässigung von »Strassburg« antideutsche Ressentiments unterstellen könnte.

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Vertreter der »Strossburi«-Fraktion konterten, Straßburg sei zunächst die Elsass-Hauptstadt und erst danach Europametropole, wie es der Stadtrat Jean-Emmanuel Robert von den oppositionellen Republikanern formulierte. Es gelte, dem heimischen Dialekt, wie er seit Jahrhunderten gepflegt werde, treu zu bleiben. 

Jetzt hat sich Ries also entschieden, beide Seiten zu berücksichtigen. »Strassburg« habe auf den Hinweisschildern auf jeden Fall stehen müssen, so der Rathauschef. Aber der Dialekt, »das ist die vertraute und gewachsene Sprache des Elsass«, fügte er hinzu. Deswegen sei es angemessen, auch »Strossburi« zu erwähnen. In rund 140 elsässischen Kommunen werden an den Einfahrten die Namen auch auf Elsässisch vermerkt. 
Insgesamt an rund zehn Stellen an den wichtigsten Straßburger Einfahrten sollen nunmehr dreisprachige Schilder aufgestellt werden.

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