Pro & Kontra

Das Elektroauto muss stärker gefördert werden

Autor: 
Marc Mudrak, Tobias Symanski
Lesezeit 3 Minuten
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18. Dezember 2016
Ein Thema, zwei Meinungen: Redaktionsvolontär Marc Mudrak (links) und Wirtschaftsredakteur Tobias Symanski diskutieren über die Förderung von E-Autos.

Ein Thema, zwei Meinungen: Redaktionsvolontär Marc Mudrak (links) und Wirtschaftsredakteur Tobias Symanski diskutieren über die Förderung von E-Autos. ©Fotos: Iris Rothe / dpa

Der Staat fördert den Kauf von Elektroautos mit einer Umweltprämie von 2000 Euro, die Hersteller legen noch mal 2000 Euro drauf.  Doch macht das Sinn? Muss die Förderung beendet werden - oder sogar ausgebaut werden? Darüber diskutieren Redaktionsvolontär Marc Mudrak und Wirtschaftsredakteur Tobias Symanski.

Pro: Es geht um die Zukunft

Von Marc Mudrak

Im Grunde ist es ganz einfach: Herkömmliche Verbrennungsmotoren sind Dreckschleudern, die das Klima kaputt machen. Da die moderne Gesellschaft aber nicht ganz auf Individualverkehr verzichten kann, brauchen wir eine Alternative. Die lautet: Elektroauto – und muss in jeder Hinsicht stärker gefördert werden.

Staat und Industrie haben jahrelang gepennt. Die Technik ist unausgereift, die Wagen zu teuer, die Infrastruktur mangelhaft. Der Fortschritt ist in diesem Bereich eine Schnecke, der Staat muss ihm angesichts des galoppierenden Klimawandels Beine machen. Gefördert wird heutzutage alles Mögliche – da muss doch Geld für eine soziale, ökonomische und ökologische Schlüsseltechnologie drin sein.

Es darf nicht bei der Umweltprämie und Steuervergünstigungen (eine indirekte Subvention) bleiben. Der Staat muss in Schnellladestellen investieren, nur so nimmt er den Nutzern die Angst, unterwegs ohne Strom liegen zu bleiben. Er muss Geld in Forschung und Ausbildung stecken. Außerdem brauchen die Hersteller Druck – deshalb sollte ab 2030 kein Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden.

Hinzu kommt: Autos sind für junge Leute kein Statussymbol mehr. Sie wollen eh lieber Carsharing und guten Nahverkehr. Auch hier ist der Staat gefragt – für eine Mobilität des 21. Jahrhunderts, die ihren Namen verdient hat.

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Kontra: Ausufernde Subventionitis 

Von Tobias Symanski

Wie bitte, noch mehr Förderung für das E-Auto? Auf keinen Fall. Die ausufernde Subventionitis hat einen hohen Preis: Marktverzerrungen, für die am Ende Otto Normalverbraucher seinen Geldbeutel hinhalten muss. Das war so bei der Förderung des Steinkohlebergbaus, und das ist so bei der Unterstützung von regenerativen Energieerzeugungsanlagen. Wenige profitieren, viele zahlen.

Und jetzt soll die Automobilindustrie vom Staat auch noch dafür belohnt werden, dass sie in den vergangenen zehn Jahren geschlafen hat? So einfach darf man es der Branche nun wirklich nicht machen. Zumal der Staat an der Bewegungslosigkeit der Autobauer nicht ganz unschuldig ist. Mit billigen Taschenspielertricks hat sich Berlin von VW & Co. an der Nase herumführen lassen, der Verbrennungsmotor wurde für zukunftsfähig erklärt. Deswegen hat das E-Auto heute so einen schweren Stand in der Republik.

Wer so leichtfertig das Heft des Handelns aus der Hand gibt, kann auch mit staatlichen Kaufprämien – bisher ein einziger Rohrkrepierer – die Zeit nicht mehr zurückdrehen. Anstatt das Geld der Steuerzahler in den E-Auto-Konsum zu investieren, sollte es in die Forschungsförderung der Hochschulen gesteckt werden. Hier sind Leute am Werk, die sich über die Mobilität der Zukunft mehr Gedanken machen als die lobbyfreundlichen Politiker in Berlin.

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