Kommentar

Die Chance der CSU. Ein Kommentar

05. Dezember 2017
&copy Krohnfoto

Dass ein Neuanfang innerhalb der CSU nach dem katastrophalen Ergebnis bei der Bundestagswahl dringend erforderlich gewesen ist, steht außer Frage. 

Nach monatelangem, die Partei und die gesamte Union lähmendem Streit haben die Christsozialen sich auf die einzig vernünftige Lösung verständigen können: Söder wird Ministerpräsident, damit erfüllt sich sein lang gehegter Traum. Seehofer soll Parteichef bleiben, womit die Verdienste des Patriarchen gewürdigt werden und ihm der Weg offen bleibt, an den Berliner Kabinettstisch zu wechseln. Diese Abmachung dürfte die unterschiedlichen Lager innerhalb der Partei ein Stück weit befrieden. 

Gewiss, Söder und Seehofer waren sich zuletzt spinnefeind. Trotzdem ist es im Moment weitaus wahrscheinlicher, dass aus dem Waffenstillstand auch ein dauerhafter Friede wird. Denn die CSU ist schon immer eine Partei gewesen, die in größter Not dann doch zur Geschlossenheit zurückgefunden hat. 

Für Söder ist die nun gefundene Lösung zudem die bequemste. Seehofer, immerhin schon 68 Jahre alt, wird den Parteivorsitz in nicht allzu ferner Zeit abgeben. Wenn Söder bei der Landtagswahl liefert, läuft auch dieses Amt auf ihn zu. Ob ihm das gelingen wird, ist freilich alles andere als sicher. Aber die Chance auf einen CSU-Erfolg ist nun deutlich größer geworden. 

Autor:
Hagen Strauß

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