Port-au-Prince

Haiti entzieht Oxfam vorerst die Arbeitserlaubnis

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
23. Februar 2018
Der Internationale Regionaldirektor von Oxfam für Lateinamerika, Ticehurst, spricht mit Haitis Minister für Planung und Äußere Kooperation, Fleurant.

Der Internationale Regionaldirektor von Oxfam für Lateinamerika, Ticehurst, spricht mit Haitis Minister für Planung und Äußere Kooperation, Fleurant. ©dpa - Dieu Nalio Chery/AP

Nach dem Skandal um sexuelles Fehlverhalten bei Oxfam hat die haitianische Regierung der Hilfsorganisation vorläufig die Arbeitserlaubnis für die Karibikinsel entzogen.

«Diese Fälle von sexuellem Missbrauch und sexueller Ausbeutung wurden von den Verantwortlichen der Organisation nie gemeldet», sagte Planungsminister Aviol Fleurant an diesem Donnerstag Radio Metropole. Es sei ein schwerer Fehler gewesen, dass Oxfam die örtlichen Behörden nicht früher über die Vorfälle informiert habe. Die Suspendierung soll zunächst für zwei Monate gelten. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte Oxfam in Haiti zur unerwünschten Organisation erklärt werden, sagte Fleurant.

Zuletzt waren Berichte über Sex-Partys von Oxfam-Mitarbeitern mit Prostituierten 2011 in Haiti bekannt geworden worden. Einem Report zufolge kam es dort zudem zu sexueller Ausbeutung, Belästigung und Einschüchterung durch Oxfam-Mitarbeiter, die den Menschen in dem Land helfen sollten. Sieben Angestellte, darunter der Oxfam-Leiter für Haiti, mussten gehen.

- Anzeige -

Oxfam ist bereits seit 1978 in Haiti aktiv. Nach dem schweren Erdbeben 2010 mit mehr als 220 000 Toten weitete die Hilfsorganisation ihren Einsatz im ärmsten Land der Region noch einmal deutlich aus. Seit dem Bekanntwerden des Skandals verlor Oxfam 7000 regelmäßige Spender. Der britische Chef der Organisation, Mark Goldring, entschuldigte sich für das Verhalten von Mitarbeitern gegenüber Frauen in Haiti.

Auf der Karibikinsel gibt es immer wieder Vorwürfe über sexuelle Gewalt durch Helfer. Während der 13 Jahre langen UN-Friedensmission sollen Blauhelmsoldaten immer wieder Haitianer vergewaltigt, missbraucht oder sexuell ausgebeutet haben. Demnach haben UN-Soldaten Männer, Frauen und Kinder vergewaltigt oder Lebensmittel nur im Gegenzug für Sex verteilt.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

Walter Krämer (Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache, von links), Thierry Kranzer (Präsident der Elsass-Union in New York und des Internationalen Fonds für die elsässische Sprache) und Erich Lienhart (Leiter der VDS-Regionalvertretung Ortenau) gestern Abend vor dem Salmen in Offenburg.
Offenburg
vor 10 Stunden
Wie die deutsche Sprache weltweit gefördert wird, stellten Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache (VDS) einander in Offenburg vor.
Berlin
vor 13 Stunden
Die Große Koalition sorgt für einen neuen Rekord. 40 »Koordinatoren« und  »Sonderbeauftragte hat sie inzwischen eingesetzt.
Höchstgeschwindigkeit
vor 15 Stunden
Neues Tempolimit in Frankreich: Ab dem 1. Juli wird die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen im deutschen Nachbarland von 90 auf 80 Kilometer pro Stunde gesenkt.  
Im Willy-Brandt-Haus, der Parteizentrale der SPD, wird bereits über baldige Neuwahlen nachgedacht.
Berlin
22.06.2018
Die SPD bereitet sich angesichts der heftigen internen Konflikte beim Koalitionspartner gedanklich auf eine mögliche Neuwahl vor.
Tausende Menschen nehmen an einer Wahlkampfveranstaltung von Muharrem Ince, dem Präsidentschaftskandidaten der Oppositionspartei CHP, in Izmir teil.
Istanbul
22.06.2018
Die Opposition will bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen in der Türkei an diesem Sonntag mehr als 600 000 Beobachter einsetzen.
In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 43 Prozent dafür aus, dass Merkel zurücktritt und ihr Amt an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin übergibt.
Berlin
22.06.2018
Angesichts der aktuellen Regierungskrise um die Asylpolitik ist fast jeder zweite Deutsche für eine Ablösung von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Insgesamt zählte das Statistische Bundesamt zum Stichtag Mitte 2017 rund 319 400 Polizisten, knapp zwei Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.
Wiesbaden
22.06.2018
Bei der Polizei in Bund und Ländern hat es mit einem Plus von 6100 Beschäftigten den größten Personalzuwachs seit mehr als 20 Jahren gegeben.
Dieses Foto ging im September 2015 um die Welt: Ungarische Polizisten begleiten einen Flüchtlingszug zur Grenze nach Österreich.
Berlin
22.06.2018
Vor dem informellen Treffen zur Asylpolitik in Europa am Sonntag gehen die Vorstellungen weit auseinander. Eine Rücknahme von Flüchtlingen ist - wie schon die Umverteilung zuvor - heftig umstritten.
Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri empfängt Kanzlerin Angela Merkel in Beirut.
Beirut
22.06.2018
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem Libanon bei ihrem Besuch in Beirut die weitere Unterstützung Deutschlands zugesagt.
Weist Beschwerden der Union wegen der Mietpreisbremse zurück: Verbraucherschutzministerin Katarina Barley.
Berlin
22.06.2018
Bei der geplanten Verschärfung der Mietpreisbremse weist Verbraucherschutzministerin Katarina Barley (SPD) Einwände des Koalitionspartners zurück.
Kinder mit ADHS sind oft hibbelig, können sich nur schwer länger konzentrieren und ihre Gefühle nicht so gut kontrollieren.
Berlin
22.06.2018
Kinder mit einer mittelschweren ADHS sollen künftig schneller Medikamente wie Ritalin bekommen. Das sieht eine neue Leitlinie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vor, die am Freitag von den zuständigen Fachgesellschaften und -verbänden vorgestellt wurde.
Die baskische Polizei hat die Leiche einer Frau an einer Tankstelle in Asparrena gefunden.
Madrid/Leipzig
22.06.2018
Das Rätsel um den Verbleib der seit gut einer Woche vermissten Tramperin Sophia L. aus Leipzig steht womöglich kurz vor der Auflösung: Medienberichten zufolge könnte es sich bei einer in spanischen Baskenland gefundenen Leiche um die 28-jährige Studentin handeln. Darauf deuteten viele Anzeichen hin...