Taiji

Japan tötet wieder Delfine

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
20. Januar 2014
Japan tötet wieder Delfine

Japan tötet wieder Delfine ©dpa

Ungeachtet weltweiter Proteste schlachtet Japan erneut Delfine ab. Im Zuge der laufenden Jagdsaison haben Fischer im Walfangdorf Taiji wieder mehrere Tiere eingetrieben, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung von Taiji am Montag auf Anfrage der dpa erklärte.

Wie viele Tiere seit Beginn der Fangsaison im September bisher schon in Taiji abgeschlachtet wurden, konnte der Sprecher nicht sagen. Zuerst wählen Tiertrainer in einer einsehbaren Bucht die besten Exemplare für Delfinarien im In- und Ausland aus, dann werden die übrigen mit Speeren, Haken und Messern in einer Nachbarbucht getötet.
In seinem mit dem Oskar gekrönten Dokumentarfilm «Die Bucht» hat der amerikanische Taucher und Unterwasser-Fotograf Louie Psihoyos der Weltöffentlichkeit das Gemetzel mit Hilfe versteckter Kameras vor Augen geführt, das bis zum Frühjahr andauert. In die weltweiten Proteste gegen die alljährliche Treibjagd hat sich nun auch die neue Botschafterin der USA in Japan, Caroline Kennedy, gereiht. Sie sei «tief besorgt über die Unmenschlichkeit» der Delfintötungen, kritisierte Kennedy im Kurznachrichtendienst Twitter.
Die US-Regierung lehne Treibjagd-Fischerei ab, so Kennedy. Ihre Kritik übte sie am Wochenende sowohl auf Englisch als auch in Japanischer Sprache. Bis Montag wurde ihr japanischer Beitrag von Nutzern bereits mehr als 2300 Mal weitergesendet. Tausende Delfine fallen in Taiji, etwa 700 Kilometer südlich von Tokio, sowie wenigen anderen Orten Japans der Jagd zum Opfer - mit Billigung der Regierung, die Fangquoten setzt. Allerdings ist die Zahl der gejagten Delfine nach Erkenntnissen von Umweltschützern rückläufig.
In den vergangenen zehn Jahren sei die Anzahl der gejagten Delfine und Kleinwale um 83 Prozent zurückgegangen, von 18 369 auf 3104 Tiere, hatte die Artenschutzorganisation Pro Wildlife anlässlich der im September in Japan begonnenen Treibjagdsaison mitgeteilt. Auch Daten der Regierung bestätigen den Trend. Demnach waren 2010 noch 6577 Delfine und Kleinwale gejagt worden, ein Jahr später seien es nur noch 3283 Tiere gewesen.
Das Fischereiministerium in Tokio nannte als einen Grund für den Rückgang die Tsunami-Katastrophe vom 11. März 2011, bei der viele Fischer ihre Boote verloren. Nach Angaben von Pro Wildlife (München) werden allerdings immer mehr der Tiere lebend gefangen und für hohe Geldsummen an Delfinarien im In- und Ausland verkauft.
Die Organisation vermutete als Grund für die rückläufigen Jagdzahlen, dass jüngere Japaner um die Belastung des Fleisches der Delfine mit Giftstoffen wüssten und es kaum noch verzehrten. Allerdings wird in Japan ohnehin generell kaum Wal- oder Delfinfleisch gegessen. Dies beschränkt sich meist auf Walfangorte.savejapandolphins

- Anzeige -

Tweet der US-Botschafterin

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

21.09.2019
Nachrichten
Die E-Zigarette boomt. Nicht nur in den USA, auch in Deutschland. Eigentlich gilt sie als gesündere Alternative zur klassischen Kippe. Mysteriöse Krankheitsfälle und neue Studien werfen Zweifel auf.
21.09.2019
Nachrichten
Er ist wieder da….der geheimnisvolle „Grüne Strahl“ im Straßburger Münster. Im Frühjahr und im Herbst passiert genau das im Straßburger Münster.
21.09.2019
Kommentar des Tages
Das von der Bundesregierung vorgeschlagenen Maßnahmen für mehr Klimaschutz reichen bei Weiten nicht aus.
20.09.2019
Berlin
Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin kritisiert das Klimapaket der Bundesregierung.
20.09.2019
Berlin
Stundenlang haben Union und SPD um einen großen Plan gerungen, damit Deutschand die Klimaziele einhält. Nun ist ein Paket geschnürt.
Trafen sich Anfang der Woche zu einem Gespräch: Boris Johnson (l.) und Jean-Claude Juncker.
20.09.2019
Brüssel
Im Brexit-Streit keimt zarte Hoffnung auf eine rechtzeitige Einigung zwischen Brüssel und London vor dem geplanten britischen EU-Austritt am 31. Oktober.
Nach Messungen des Deutschen Krebsforschungszentrums ist die Schadstoffkonzentration in verrauchten Autos fünf Mal so hoch wie in einer durchschnittlich verrauchten Bar.
20.09.2019
Berlin
Mit gesundheitsschädlichem Passivrauchen von Kindern in Autos soll nach dem Willen mehrerer Bundesländer Schluss sein.
Renate Künast ist vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, gegen Beschimpfungen wie «Geisteskranke» auf Facebook gegen sie vorzugehen.
20.09.2019
Berlin
Mehrere Politikerinnen haben Unverständnis geäußert über das Urteil des Berliner Landgerichts zu Beschimpfungen gegen die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast.
Das deutsche Forschungsschiff «Polarstern» vor Tromsø in Norwegen.
20.09.2019
Tromsø
Rund 350 Tage im Eis der Arktis, 150 davon ist es durchgehend dunkel: Heute (20.30 Uhr) startet das deutsche Forschungsschiff «Polarstern» vom norwegischen Tromsø zur Mammutexpedition «Mosaic».
Klima-Demonstration von Fridays for Future auf dem Hamburger Gänsemarkt.
20.09.2019
Berlin
Von Albanien bis Uruguay, von Aalen bis Zweibrücken: Zum globalen Streik für mehr Klimaschutz an diesem Freitag erwartet die Jugendbewegung Fridays for Future mehrere Hunderttausend Teilnehmer.
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman empfängt US-Außenminister Mike Pompeo in Jiddah.
20.09.2019
Riad
Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat im Jemen rund um die umkämpfte Hafenstadt Hudaida mehrere Ziele der Huthi-Rebellen angegriffen.
Seit Monaten demonstrieren Schüler auch in Offenburg für besseren Klimaschutz. Am Freitag sind auch Berufstätige zur Teilnahme aufgerufen.
20.09.2019
Aktion am heutigen Freitag
Seit Monaten gehen vor allem Schüler freitags auf die Straße statt zur Schule, um für stärkere Klimaschutzmaßnahmen zu protestieren. Zum globalen «Klimastreik» sind nun auch Berufstätige aufgerufen, mitzumachen. In Baden-Württemberg dürften es viele werden – auch in Offenburg und Achern.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 10.09.2019
    Feiern in Dirndl und Lederhose
    Fürs Oktoberfest nach München fahren? Das muss nicht sein! Denn die »Wunderbar« in Neuried-Altenheim holt das Event am 2. und 5. Oktober stilecht in die Ortenau – im beheizten Zelt mit Maßbier, Haxn und Live-Band.
  • 06.09.2019
    Die Edelbrennerei Wurth in Neuried-Altenheim feiert Mitte September ihr 100-jähriges Bestehen. 
  • Auch eine neue Brennerei wird am 14. September eingeweiht und vorgestellt.
    30.08.2019
    Am 14. und 15. September
    Die Edelbrennerei Wurth in Neuried-Altenheim feiert Mitte September ihr 100-jähriges Bestehen. Dafür öffnet Inhaber Markus Wurth ein Wochenende lang seine Tore und bietet außerdem exklusive Editionen seiner Kreationen an. 
  • 28.08.2019
    Relaxen und Genießen im Renchtal
    Das Ringhotel Sonnenhof in Lautenbach im Renchtal begrüßt seine Gäste mit einer einzigartigen Kulisse am Fuße des Schwarzwaldes. Ob im Restaurant, bei den Spa-Angeboten, für Tagungen oder Hochzeiten – der Sonnenhof ist die ideale Adresse zum Relaxen und Genießen.