Kommentar des Tages

Quo vadis, Trump?

26. Oktober 2017
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Zwei republikanische Senatoren rechnen mit US-Präsident Donald Trump ab.

Wenn einem Präsidenten öffentlich eine Unterminierung demokratischer Ideale, rücksichtsloses Verhalten, Probleme mit der Wahrheit und eine Schwächung der USA vorgeworfen werden, so vermutet man solche nahezu beispiellosen Attacken natürlich bei der Opposition. Donald Trumps Problem ist, dass diese ätzende Kritik von zwei noch amtierenden Senatoren der eigenen Partei kommt – und es bei anderen, die sich noch nicht so artikuliert haben, ebenfalls schon grummelt. Die jüngste Auseinandersetzung des Präsidenten um Aussagen Trumps gegenüber einer trauernden Kriegerwitwe und die folgende Eskalation, bei der Trump die junge Frau über Twitter der Lüge bezichtigte, hat in Teilen der eigenen Partei das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. Der Präsident wird unter den Republikanern immer mehr zur Persona non grata, und das birgt für ihn eine große Gefahr. 
 Nicht nur, dass seine anstehende legislative Agenda - eine Reform des Steuersystems – nun in Gefahr ist, denn die Mehrheit der Republikaner im Senat könnte schnell bei Abweichlern zu einer Minderheit werden. Der weitere Weg des umstrittenen Präsidenten dürfte sich vor allem 2018 bei den Kongress-Zwischenwahlen manifestieren. Erleiden Amerikas Konservative deutliche Verluste, wird man dies auf den negativen Trump-Effekt zurückführen - und die Bereitschaft, sich des nur noch von einem der Drittel aller Wähler für gut befundenen Präsidenten notfalls auch durch eine von Demokraten favorisierte Amtsenthebung zu entledigen, würde zweifelsohne steigen.

Autor:
Friedemann Diederichs

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