Kommentar des Tages

Wohnungsknappheit, Baupreise: Ein Megaproblem

Autor: 
Hagen Strauß
Lesezeit 2 Minuten
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11. Oktober 2017

Ein Zimmermann bei der Arbeit: Der Wohnungsmarkt in Deutschland wird immer enger. ©dpa

Bauen wird immer teurer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag kletterten die Baupreise im August gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent. Das sei der stärkste Anstieg seit neun Jahren, erklärte die Wiesbadener Behörde. Ein höheres Plus hatte es zuletzt im August 2008 mit 3,3 Prozent gegeben. Die Daten beziehen sich auf konventionell gefertigte Wohngebäude. Fertighäuser fallen nicht darunter.

Während des Wahlkampfes konnte man durchaus den Eindruck gewinnen, dass mancher Spitzenpolitiker erst durch die Begegnung mit den Bürgen von den massiven Problemen auf dem Wohnungsmarkt erfahren hat. Hohe Mieten, hohe Nebenkosten, horrende Preise – wer ein Dach über den Kopf haben will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Wenn er denn überhaupt bei der Wohnungssuche mit unzähligen  Mitbewerbern in die engere Wahl der Vermieter kommt.

Unschuldig ist die Politik daran nicht. Sie hat die Probleme auf dem Wohnungsmarkt jahrelang ignoriert, zum Teil durch ihre Regelungswut verschlimmbessert und den sozialen Wohnungsbau missachtet. Und wenn doch einmal gegengesteuert wurde, dann mit Instrumenten wie der Mietpreisbremse, die in einer kaum tauglichen Form ins Gesetzesblatt gehievt wurde. Aber der Begriff klingt halt gut. 

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Bauen und Instandhaltungsarbeiten werden nun ebenfalls immer teurer. Sagt das Statistische Bundesamt. Per se steckt dahinter eine positive Entwicklung – die Branche verzeichnet volle Auftragsbücher.

Mittelfristig verstärkt dies aber nur den negativen Trend auf dem Wohnungsmarkt – und zwar nicht nur für diejenigen, die bauen wollen. Sondern auch für jene, die lediglich eine Wohnung suchen. So schnell, wie die Bedarfe wachsen, kommt die Branche kaum nach. Das Problem des bezahlbaren Wohnens in Deutschland dürfte daher in den nächsten Jahren noch zum Megaproblem werden. Ergo: Falls es eine Jamaika-Koalition geben wird, muss sie auch daran gemessen werden, wie sie die Lage auf dem Markt entspannen will. Und zwar zügig. 

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