Frankfurt/Main

Rasanter Kursverfall der türkischen Lira

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
10. August 2018
Zeitgleich zu den starken Verlusten der Lira ging es auch mit den Kursen der in US-Dollar ausgegebenen türkischen Staatsanleihen deutlich nach unten.

Zeitgleich zu den starken Verlusten der Lira ging es auch mit den Kursen der in US-Dollar ausgegebenen türkischen Staatsanleihen deutlich nach unten. ©dpa - Can Merey

Der Kursverfall der türkischen Währung hat sich beschleunigt. Am Morgen kam es im Handel mit dem US-Dollar zeitweise zu einem Einbruch um 13,5 Prozent.

Der Kurs fiel auf ein Rekordtief bei 6,3005 Lira für einen Dollar. Auch im Handel mit dem Euro ging es rasant abwärts - erstmals wurden mehr als sieben Lira für einen Euro gezahlt. Am Morgen wurden zeitweise 7,2254 Lira für einen Euro gezahlt. Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres waren es nur 4,50 Lira.

Als Ursache für die Zuspitzung an den türkischen Finanzmärkten gilt auch die Unsicherheit der Anleger vor der Veröffentlichung eines neuen Wirtschaftsmodells, das Finanzminister Berat Albayrak am Freitag vorstellen will. Analysten der Landesbank-Baden-Württemberg (LBBW) sprachen von einer Vertrauenskrise, die einen «Abwärtsstrudel» bei der türkischen Lira ausgelöst habe. Anfangs waren noch mangelnde Rechtssicherheit, eine starke Inflation und die Sorgen um die Unabhängigkeit der Zentralbank das Hauptproblem für die türkische Währung.

- Anzeige -

Mittlerweile wird nach Einschätzung der LBBW an den Märkte aber auch die Möglichkeit einer Staatspleite der Türkei durchgespielt. Zuletzt sind Prämien der Kreditausfallversicherungen auf türkische Staatspapiere auf Höchststände geklettert. Einige Punkte des neuen Wirtschaftsprogramms waren am Markt schon durchgesickert. Demnach will die türkische Führung ihre Wachstumsprognose etwas zurücknehmen und die Inflation in den einstelligen Bereich drücken. Im Juli hatte die Inflationsrate 16,30 Prozent betragen. Zeitgleich zu den starken Verlusten der Lira ging es auch mit den Kursen der in US-Dollar ausgegebenen türkischen Staatsanleihen deutlich nach unten. Am Aktienmarkt beruhigte sich dagegen die Lage.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

Präfekt der Region Grand Est
vor 4 Stunden
Kein Brexit des Elsass, aber womöglich eine Fusion der beiden elsässischen Departements innerhalb der Region Grand Est. So könnte die institutionelle Zukunft des Elsass aussehen, die der Präfekt der Region Grand Est, Jean-Luc Marx, in einem Bericht für die Regierung in Paris skizziert. Dieses neue...
Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht auf dem Tisch eines Richters.
Münster
vor 5 Stunden
Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) wird für seine Forderung kritisiert, wonach Richter auch das Rechtsempfinden der Bevölkerung im Blick haben müssten.
Martin Dulig, sächsischer Wirtschaftsminister und Ostbeauftragter der SPD, fordert eine Wahrheits- oder Versöhnungskommission für eine gesamtdeutsche Aufarbeitung der Nachwendezeit.
Berlin
vor 5 Stunden
Zum Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Sachsen pocht die SPD auf ein umfassendes Konzept für eine Art Agenda Ost.
Ein Unterstützer hält bei einer Demonstration in Brasilia ein Foto des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Lula da Silva.
Brasília
vor 13 Stunden
Der inhaftierte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will es noch einmal wissen: Seine linke Arbeiterpartei (PT) schrieb ihn als Kandidaten für die Präsidentenwahl ein.
Das Grab der getöteten Silke Bischoff auf dem Friedhof in Heiligenrode.
Stuhr
vor 14 Stunden
Mit Kranzniederlegungen gedenken Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) heute der Opfer des Gladbecker Geiseldramas, bei dem vor 30 Jahren drei Menschen ums Leben kamen.
Der ehemalige CIA-Direktor John Brennan gilt als scharfer Trump-Kritiker.
Washington
vor 14 Stunden
US-Präsident Donald Trump hat mit dem ehemaligen CIA-Chef John Brennan einem seiner wortgewaltigsten Kritiker einen Denkzettel verpasst. Das Weiße Haus entzog dem ehemaligen Geheimdienstchef die Sicherheitsgenehmigung - er ist damit künftig von geheimen Informationen abgeschnitten.
Ricarda Brandts, Präsidentin des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshof und Oberverwaltungsgerichts, äußert im Fall Sami A. deutliche Kritik an der Politik.
Münster
vor 14 Stunden
Nach dem Urteil im Fall des zu Unrecht nach Tunesien abgeschobenen Islamisten Sami A. geraten die zuständigen Behörden in die Kritik.
Ein Kommentar von Werner Kolhoff
Kommentar
vor 15 Stunden
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident will abgelehnten Asylbewerbern ein Bleiberecht als Arbeitskräfte in Deutschland bieten. Kritiker fürchten falsche Anreize. Dabei gäbe es einfache Möglichkeiten, nur diejenigen zu belohnen, die sich wirklich integrieren wollen.
Die Digitalisierung in Baden-Württembergs Schulen wurde als «überdurchschnittlich» bewertet.
Ländervergleich
vor 23 Stunden
Das Saarland war viele Jahre lang die graue Maus im deutschen Bildungssystem. Noch 2013 lag es auf Platz 15 von 16 Bundesländern. Jetzt ist es auf Rang sechs vorgerückt und macht bella figura. Berlin hat die rote Laterne, die es seit dem ersten Bildungsmonitor der wirtschaftsnahen »Initiative Neue...
Der von den Sicherheitsbehörden als islamistischer Gefährder eingestufte Sami A. war Mitte Juli nach Tunesien abgeschoben worden.
Münster
15.08.2018
Nach wochenlangem juristischen Tauziehen müssen die Behörden den abgeschobenen Islamisten Sami A. endgültig nach Deutschland zurückholen.
Ein 2012 nach Deutschland Geflüchteter bei der Arbeit während seiner Ausbildung zum Industriemechaniker in Mainz.
Berlin
15.08.2018
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sorgt schon wieder für Gesprächsstoff. Abgelehnte Asylbewerber sollen leichter Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bekommen, fordert er, einen «Spurwechsel» aus dem Asyl- ins Aufenthaltsrecht.
Vor dem Parlament in London ist eine Auto in eine Sicherheitsabsperrung gefahren.
London
15.08.2018
Der mutmaßliche Terroranschlag vor dem Londoner Parlament soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge von einem Briten sudanesischer Herkunft verübt worden sein.