Raumfahrt

Raumstation ISS droht Ende schon ab 2025

Autor: 
Markus Brauer/dpa
Lesezeit 4 Minuten
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19. April 2021
Die Internationale Raumstation (ISS) in der Erdumlaufbahn

(Bild 1/9) Die Internationale Raumstation (ISS) in der Erdumlaufbahn ©Foto: Nasa/dpa

In vier Jahren soll für die Internationale Raumstation ISS endgültig Schluss sein. Doch was kommt nach dem größten menschengemachten Objekt im All? Die Liste der weltweit geplanten Raumfahrt-Missionen ist lang – und die Zahl der mitmischenden Länder wächst.

Moskau - Das Aus für die mehr als 20 Jahre alte Raumstation ISS (International Space Station) könnte doch früher kommen als zuletzt gedacht. Nach 2024 werde eine Entscheidung auf Grundlage des technischen Zustands der Station getroffen, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Die bislang gültige Vereinbarung der internationalen Partner sieht einen Weiterbetrieb zunächst noch für die nächsten drei Jahre vor.

Vize-Regierungschef Juri Borissow sagte, Russland könnte schon ab 2025 aussteigen. „Es ist mehr als fair, sie (die Partner) rechtzeitig zu warnen.“ In der vergangenen Zeit habe es immer häufiger Berichte über technische Störungen gegeben, sagte er. Zuletzt stand die ISS wegen Luftlecks in den Schlagzeilen.

Raumschiff „Orjol“ soll Nachfolger von „Sojus“ werden

Erst Anfang März hatte der Vize-Vorsitzende des russischen Raumfahrtunternehmens RKK Energija, Juri Gidsenko, gesagt, dass die ISS bis mindestens 2028 im All bleiben solle. Diese Entscheidung sei auf „höchsten Ebenen“ getroffen worden. Russland will eine neue Raumstation bauen. Offiziell gab es aber noch keine Entscheidung dazu.

Beschlossen hat Roskosmos Tass zufolge, dass in Zukunft das neue Raumschiff „Orjol“ (Ader) – der Nachfolger der „Sojus“ – im Süden Russlands bei der Stadt Orenburg landen soll und nicht mehr in der Steppe in der zentralasiatischen Republik Kasachstan.

Auf dem Internetportal des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) können Sie den Flug der ISS live verfolgen.

So sehen die weltweiten Pläne für Reisen ins All aus

Was kommt nach der ISS? Die Liste mit weltweiten Raumfahrtpläne ist lang. Ein Überblick:

USA

Mit dem Transport von Astronauten zur Raumstation ISS soll es vorerst weitergehen – nach dem erfolgreichen Start mit dem Raumschiff „Crew Dragon 2“ möglicherweise bald auch mit dem „Starliner“ von Boeing.

Darüber hinaus lautete die bisherige Strategie: Bis 2024 sollen der nächste Mann und die erste Frau auf dem Mond landen – und beides sollen Amerikaner sein. Zeitplan und Budget des Programms „Artemis“ sind allerdings knapp bemessen. Am Mond soll zudem eine Art Raumstation geschaffen werden und als Basis für einen bemannten Flug zum Mars dienen – das allerdings erst in fernerer Zukunft.

Russland

Die Raumfahrtnation Russland will trotz großer wirtschaftlicher Probleme eine ganze Reihe ehrgeiziger Vorhaben im Weltall voranbringen. Im Herbst 2021 soll erstmals seit 45 Jahren wieder eine Mondmission – die Raumsonde „Luna 25“ – starten. In Etappen will Russland bis 2040 auf dem Erdtrabanten eine Raumstation errichten.

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Ende 2021 will Russland erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder zwei Weltraum-Touristen zur Raumstation ISS fliegen. Seit der ersten Reise des US-Amerikaners Dennis Tito 2001 hat Russland insgesamt sieben Touristen zur ISS gebracht, den letzten 2009. Die Kosten einer solchen Reise werden auf 50 Millionen Dollar geschätzt.

Beim Projekt „Sphäre“ für satellitengestützten Internet-Zugang will Russland 600 Satelliten ins All bringen.

Europa

Die Esa geht davon aus, dass die neue Trägerrakete Vega C im zweiten Quartal 2021 zum ersten Mal starten kann. Ende des Jahres soll das neue James Webb-Teleskop vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All starten. Das Teleskop ist ein gemeinsames Projekt von Nasa, Esa und der kanadischen Raumfahrtagentur CSA und Nachfolger des Hubble-Teleskops.

China

2021 soll auch der Bau einer eigenen chinesischen Raumstation beginnen, indem das Kernmodul sowie zwei weitere Elemente ins All gebracht werden.

Japan

Die Hightech-Nation Japan will sich ebenfalls bei der Erforschung des Mondes engagieren. Dabei soll künftig Wasserstoff als Treibstoff verwendet werden, den die Japaner aus den Eisvorkommen des Mondes gewinnen wollen.

Gemeinsam mit den USA will Japan in den 2020er Jahren an einer Mondstation bauen und um das Jahr 2035 eine Treibstofffabrik am Südpol des Mondes errichten. Ziel ist es nach Angaben der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa, damit ein wiederverwendbares Raumschiff zu versorgen. Zudem soll ein Transportfahrzeug auf dem Mond angetrieben werden.

Vereinigte Arabische Emirate

Die Emirate arbeiten an einer Mond-Mission, bei der im Jahr 2024 ein unbemanntes Raumfahrzeug zum Erdtrabanten starten und dort in einer bisher unerforschten Gegend landen soll.

Indien

Der Versuch einer Mondlandung mit Namen „Chandrayaan-3“ ist für 2021 geplant, nachdem ein erster Versuch am 6. September 2019 missglückt war und das Mondfahrzeug „Chandrayaan-2“ auf der Oberfläche des Erdtrabanten zerschellt war.

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