Berlin/Essen

RWE hält an Rodung im Hambacher Forst fest

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
21. September 2018
Umweltaktivisten sitzen im Hambacher Forst vor einer Polizeikette.

Umweltaktivisten sitzen im Hambacher Forst vor einer Polizeikette. ©dpa - Oliver Berg

Der Essener Energiekonzern RWE hält trotz des tragischen Todesfalls am Hambacher Forst an der geplanten Rodung fest.

Ein kurzfristiger Verzicht auf die Rodung des Waldes würde das Unternehmen vier bis fünf Milliarden Euro kosten, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». «Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist Illusion», sagte Schmitz. Er sei tief betroffen, dass für eine solche Illusion, für ein solches Symbol ein Mensch gestorben sei.

Ein 27 Jahre alter Journalist aus Leverkusen war am Mittwoch durch die Bretter einer Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern gebrochen und 15 Meter tief gestürzt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus.

- Anzeige -

RWE will in dem Wald roden, um dort weiter Braunkohle abzubauen. Dagegen gibt es massiven Widerstand aus der Bevölkerung. Bei einem kurzfristigen Stopp schlüge Schmitz zufolge nicht nur die entgangene Braunkohle zu Buche. Auch müssten mit hohem Aufwand große Abraummengen herbeigeschafft werden, um die Abbruchkante des Braunkohletagebaus zu stabilisieren. Hinzu kämen Personal- und Sozialkosten, ergänzte ein RWE-Sprecher am Freitagmorgen. Er betonte allerdings, dass es sich um eine rein hypothetische Betrachtung handele.

Indessen ist nach dem tödlichen Sturz die Räumung der Baumhäuser weiterhin unterbrochen. Nach einer Nacht ohne Zwischenfälle blieben die Räumarbeiten am Freitag nach Anweisung der Landesregierung noch bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, sagte eine Polizeisprecherin. Eine Demonstration in Aachen gegen die Rodung des Hambacher Forstes mit über 1000 Teilnehmern war am Donnerstagabend friedlich verlaufen. Zuvor hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) an die Waldbesetzer appelliert, die Baumhäuser freiwillig zu räumen, weil sie gefährlich seien.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
vor 18 Stunden
Bars, Musik, Kostümprämierung
Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...
13.02.2019
Manufaktur für orthopädische Leistungen
Sie tragen uns im Laufe unseres Lebens durchschnittlich 180.000 Kilometer – unsere Füße. FUSS ArT, die Manufaktur für orthopädische Leistungen rund um den Fuß, ist seit Anfang Februar 2019 in der Moltkestraße 30-32 in Offenburg am Start und bietet ihren Kunden ein umfassendes Leistungsspektrum und...
04.02.2019
Offenburg
Das Braun Möbel-Center bietet Wohnmöbel in vielen Formen, Farben und Materialien. Vom 7. bis zum 9. Februar findet auf dem Gelände die dreitägige Möbelmesse statt. Hier können die Kunden in verschiedenen Themenwelten die aktuellsten Wohntrends entdecken. Neben einem großen Sonderverkauf gibt es...
03.01.2019
Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

vor 3 Stunden
Kommentar des Tages
Im Prinzip ist für viele die Nachricht, dass das Wohngeld erhöht werden soll, zwar eine gute Nachricht. Gleichwohl gibt es keinen Grund, in Euphorie zu verfallen, meint unser Korrespondent Stefan Vetter im Kommentar des Tages.
vor 5 Stunden
Sozialstaatsprogramm
Das Sozialstaatsprogramm hat der Partei neuen Elan eingehaucht. Und der Vorsitzenden eine neue Position der Stärke ermöglicht. 
Ihre Ministerien hatten die höchsten Ausgaben für Expertise von außen. Das Innenministerium von Horst Seehofer gab rund 213,5 Millionen Euro aus, Ursula von der Leyens Verkehrsministerium 147,2 Millionen Euro.
vor 20 Stunden
Berlin
Die Bundesregierung hat im Jahr 2017 rund 722,4 Millionen Euro für externe Beratungs- und Unterstützungsleistungen ausgegeben.
Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts bekamen Ende 2017 rund 544.000 Menschen Grundsicherung im Alter.
vor 21 Stunden
Berlin
Es geht um die Sorgen vieler Menschen vor Armut im Alter - und ein Signal der Anerkennung. Bundessozialminister Hubertus Heil hat sein Konzept für eine «Grundrente» auf den Tisch gelegt und will damit ein zentrales Versprechen der großen Koalition auf den Weg bringen.
Das Online-Netzwerk hatte bereits 2011 Zusagen für einen strikteren Datenschutz gemacht, um FTC-Ermittlungen zu früheren Problemen zu beenden.
vor 21 Stunden
Washington
Facebook könnte sich laut einem Zeitungsbericht auf eine Milliardenstrafe in den USA einlassen, um Ermittlungen zu Datenschutz-Praktiken des Online-Netzwerks beizulegen.
Ein humanoider Roboter aufgenommen auf der IT-Messe CeBIT 2018: Weltweit führend bei der KI sind die USA und China mit Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook, Apple, Alibaba oder Huawei.
vor 22 Stunden
Berlin
Wir tragen sie längst in der Hosentasche mit uns rum oder haben sie im Wohnzimmer stehen - Millionen Bundesbürger haben bereits jeden Tag Kontakt zu künstlicher Intelligenz, wenn auch nur durch Siri im Telefon oder den Sprachassistenten Alexa. Doch die Unsicherheit ist groß: Vom Schreckensszenario...
Geplant ist, fast alle Haushalte in Deutschland mit dem 5G-Standard zu versorgen.
vor 22 Stunden
Berlin
Um einen Flickenteppich bei der Abdeckung mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G zu vermeiden, fordern Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz schärfere Auflagen bei der Versteigerung der Frequenzen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez hat für April vorgezogene Neuwahlen angekündigt.
vor 22 Stunden
Madrid
Nur gut acht Monate nach seiner Amtsübernahme hat der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez vorgezogene Parlamentswahlen für den 28. April ausgerufen. «Spanien hat keine Minute zu verlieren, Spanien muss vorwärtskommen», erklärte der sozialistische Politiker in Madrid.
Ein ungarischer Polizist patrouilliert in einer «Transitzone» für Asylsuchende an der Grenze zu Serbien.
vor 23 Stunden
Budapest
Das EU-Land Ungarn lässt nach Darstellung von Menschenrechtlern Asylsuchende in sogenannten Transitzonen an der Grenze zu Serbien hungern.
Vor den Kämpfen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflüchtete Kinder bei Al-Baghus in Syrien.
vor 23 Stunden
London/Berlin
Mehr als 100.000 Babys sterben jedes Jahr durch Kriege und Konflikte in den zehn am schlimmsten betroffenen Ländern. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Kinderrechtsorganisation Save the Children anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht hat.
Das Video-Standbild aus der Loisaba Conservancy in Laikipia in Keni. Die Aufnahmen wurden von Kameras der Wissenschaftler um Nicholas Pilfold aufgenommen.
15.02.2019
Nairobi
Der «Black Panther» lebt: Ein seltener schwarzer Leopard ist in Kenia gefilmt und fotografiert worden - Wissenschaftlern zufolge das erste Mal seit rund 100 Jahren.
15.02.2019
Berlin
Angela Merkel hat inzwischen gemerkt, dass die Machtzentren der Großen Koalition sich entscheidend verschoben haben - und zwar weg von ihr und ihrem Kabinett hin zu den Fraktionen und den Parteien.