Riad

Saudische Presse wittert Verleumdungskampagne

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
12. Oktober 2018
Der Journalist hatte in westlichen Medien auch unter dem Namen Jamal Khashoggi geschrieben.

Der Journalist hatte in westlichen Medien auch unter dem Namen Jamal Khashoggi geschrieben. ©dpa - Jacquelyn Martin/AP

Während die Führung Saudi-Arabiens nur wenige Erklärungen zum Verschwinden des Journalisten Dschamal Chaschukdschi abgibt, wähnt die Presse des Landes eine Verleumdungskampagne gegen das Königreich.

Am Werk sieht sie dabei vor allem türkische und katarische Medien. Die Presse der beiden Länder füttere und verbreite im Fall Chadschukdschi Gerüchte, hieß es am Freitag auf der Internetseite des von Saudi-Arabien finanzierten Nachrichtenkanals Al-Arabija. Der 59 Jahre alte regimekritische Journalist hatte in westlichen Medien auch unter dem Namen Jamal Khashoggi geschrieben.

Regierungsnahe türkische Medien hatten in dieser Woche immer wieder ausführlich über sein mysteriöses Verschwinden berichtet. So veröffentlichte die Zeitung «Sabah» unter anderem Aufnahmen von 15 Saudis, die offenbar bei der Passkontrolle am Flughafen aufgenommen worden waren. «Hier ist das 15-köpfige Attentatsteam», titelte das Blatt.

- Anzeige -

Al-Arabija meldete hingegen in dieser Woche, bei den abgedruckten Bildern handele es sich um Aufnahmen von ganz normalen saudischen Besuchern auf der Heimreise. «Die türkische und katarische Presse nutzt Bilder von Touristen», schrieb der Sender dazu. Türkischen Medien zufolge soll Chaschukdschi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet worden sein. Katars TV-Sender Al-Dschasira nahm viele türkische Berichte auf. Die beiden Länder pflegen enge Beziehungen. Saudi-Arabien hingegen hat gegen Katar eine Blockade verhängt und wirft dem Emirat unter anderem Terrorunterstützung vor.

«Es läuft eine orchestrierte Kampagne, um das Königreich (...) zu diskreditieren», schrieb ein saudischer Kolumnist auf der englischsprachigen Nachrichtenseite Riyadh Daily. Auch die saudische Seite Sabq sieht eine «massive Verwirrungskampagne». Die saudische Nachrichtenseite Ajil kommt sogar zu dem Schluss, ein Bild von Chaschukdschi und seiner türkischen Verlobten Hatice Cengiz sei gefälscht. Cengiz sei im Nachhinein in das Foto kopiert worden. Die Frau hatte Chaschukdschi in der vergangenen Woche zum saudischen Konsulat begleitet und über Stunden vergeblich auf ihn gewartet.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

Das Impfen von Kindern ist seit Jahren in der Diskussion. Hierzulande können sich die Eltern frei entscheiden, ob sie die Grundimmunisierung ihres Nachwuchses wollen oder nicht. Unser Pro & Kontra beschäftigt sich heute mit der Frage, ob eine Impfplicht in Deutschland nötig ist.
Zwei Redakteure, zwei Meinungen
vor 4 Stunden
Zwei Redakteure, zwei Meinungen: Jeden Samstag stellt die Mittelbadische Presse in der Reihe "Pro & Kontra" zu einem kontroversen Thema zwei Positionen gegenüber. Ausbau der Rheintalbahn oder Nato-Einsätze - diskutiert wird, was polarisiert. An diesem Samstag lesen Sie: Tobias Symanski und...
Bald auch in Apotheken möglich?
vor 7 Stunden
Sollen sich Menschen zukünftig in Apotheken impen lassen können? Und wie steht es überhaupt um die Impfquote in Deutschland? Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission, klärt im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse über das Thema auf: »Impfen ist eine effektive und preisgünstige...
Nachrichten
vor 19 Stunden
Der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun hält den Absturz der Koalitionsparteien in den Umfragen für stimmungsgetrieben. Bei der SPD sei freilich niemand in Sicht, der Parteichefin Andrea Nahles beerben könnte.
Spurensicherung der Polizei in der Apotheke im Hauptbahnhof, in der sich zuvor eine Geiselnahme ereignet hatte. Vorn an der Scheibe sind Einschusslöcher der Polizei zu sehen.
Köln
19.10.2018
Der Geiselnehmer vom Kölner Hauptbahnhof hätte laut einem Zeitungsbericht zu einem frühen Zeitpunkt seines Aufenthalts in Deutschland abgeschoben werden können. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) habe aber die dafür bestehende Frist versäumt.
Grund zum Feiern: Die Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock und Robert Habeck am Tag nach der Landtagswahl in Bayern.
Berlin
19.10.2018
GroKo, große Koalition - seit Jahrzehnten ist klar, was das ist: Ein schwarz-rotes Bündnis von Union und SPD. Aber wie lange noch? Gerade mal 39 Prozent haben die beiden noch im «Deutschlandtrend» für das ARD-Morgenmagazin, im ZDF-«Politbarometer» sieht es mit 41 Prozent kaum anders aus.
Ramona Pop (Grüne), Berlins Wirtschaftssenatorin, spricht bei der Eröffnung von Europas größtem Fintech-Hub (H:32).
Frankfurt/Main
19.10.2018
Deutsche Finanz-Start-ups haben Gelder in Rekordhöhe von Investoren eingesammelt, um ihre Geschäfte wie Online-Vermögensverwaltungen, Zinsvergleiche oder Zahldienste voranzutreiben.
Das Gebäude des Obersten polnischen Gerichts.
Luxemburg
19.10.2018
Polen muss die umstrittene Zwangspensionierung von Richtern mit sofortiger Wirkung stoppen. Eine entsprechende einstweilige Anordnung erließ am Freitag der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Die Anordnung gilt sogar rückwirkend für die bereits pensionierten Richter des polnischen Obersten...
Manfred Weber (CSU), Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament, könnte Nachfolger von Jean-Claude Juncker werden.
Brüssel
19.10.2018
Noch ist EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Amt, doch das Rennen um seine Nachfolge hat längst begonnen.
Eine grafische Darstellung zeigt die Sonde BepiColombo im Anflug auf den Merkur.
Darmstadt/Kourou
19.10.2018
Der sonnennächste Planet Merkur birgt viele Geheimnisse. Um einige davon zu lüften, soll Samstagfrüh (3.45 Uhr MESZ) die Sonde BepiColombo vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana zum Merkur starten.
Gingen mit der Presse hart ins Gericht: FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (l) und Präsident Uli Hoeneß.
München
19.10.2018
Die Bosse von Bayern München haben mit einer heftigen Medienschelte für Aufsehen gesorgt.
Polizeibeamte sperren den Tatort in Kirchheim ab.
Kirchheim/Weinstraße/Ludwigshafen
19.10.2018
Bei einem Polizeieinsatz in Rheinland-Pfalz sind zwei Menschen ums Leben gekommen.
Stimmzettel für die Landtagswahl in Hessen und für die Volksabstimmung zu Änderungen und Ergänzungen der Landesverfassung.
Wiesbaden
19.10.2018
Die letzte Landtagswahl in diesem Jahr ist mehr als eine Entscheidung über die Machtverhältnisse in Hessen. Mit ihrem Kreuz entscheiden die knapp 4,4 Millionen Wahlberechtigten auch ein Stück mit über das Schicksal der großen Koalition im Bund. Der Dauerstreit in Berlin hat Spuren hinterlassen,...