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Sauna bei Erkältung? Wann darf man gehen?

Autor: 
Matthias Kemter
Lesezeit 7 Minuten
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14. Januar 2020

©Foto: djile/Shutterstock.com

Ob Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen, kann man bei einer Erkältung trotzdem in die Sauna oder verschlimmert die Hitze die Beschwerden? Wir klären auf.

Sauna bei Erkältung Sauna bei Schnupfen Sauna bei Husten  Sauna bei Halsschmerzen Sauna wirkt vorbeugend Im Zweifel den Saunabesuch meiden Sauna tut gut, ist im Allgemeinen gesund und somit auch sehr beliebt (siehe auch: Sauna-Tipps für Anfänger). Also wird in deutschen Saunen geschwitzt, was das Zeug hält.

Auch bei bestehenden Beschwerden kann der Saunagang die Heilung unterstützen. Jedoch gilt dies nur bei wenigen Erkrankungen und Beschwerden, da der Saunabesuch, vor allem bei grippalen Infekten (Erkältung), die Beschwerden auch deutlich verschlimmern kann. Bei welchen Krankheiten und Beschwerden der Saunabesuch die Genesung fördert und bei welchen Erkrankungen der Gang in die Sauna den Krankheitszustand verschlimmern kann, erfahren Sie hier im Artikel.Sauna bei Erkältung – Lieber nicht.

Unter einer Erkältung versteht man im Allgemeinen einen grippalen Infekt. Hierbei handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege, welche durch Viren verursacht wird. Das bedeutet Stress für den Körper, da das Immunsystem arbeiten muss. Ebenso bedeutet aber auch der Gang in die Sauna Stress für den Körper. Wer also bereits erkältet in die Sauna geht, der belastet sein Immunsystem doppelt und riskiert so seine Gesundheit.

Eine Erkältung in der Sauna auszuschwitzen ist also eines von vielen Mythen über die Erkältung. Auch wenn eine Erkältung nur im Anmarsch ist, kann sich, durch die zusätzliche Belastung durch den Saunagang, die spätere Erkältung verschlimmern. Somit ist die Sauna bei Erkältung definitiv nicht gut und wird sehr wahrscheinlich auch die Genesung hinauszögern. Wer mit einer Erkältung in die Sauna geht, der setzt außerdem nicht nur seine eigene Gesundheit aufs Spiel, sondern auch die seiner Mitmenschen, da eine Erkältung sowohl als Tröpfcheninfektion (Übertragung über die Luft), als auch als Schmierinfektion (Übertragung durch Berührung von Objekten oder Lebewesen) übertragen werden kann und somit im Saunaumfeld sehr ansteckend ist.nach obenSauna bei Schnupfen – Nur in Ausnahmefällen.

Ein Schnupfen kann viele Ursachen haben, aber in der Regel ist dieser das Hauptsymptom einer Erkältung. Sollte dies der Fall sein, ist der Saunabesuch bei Schnupfen nicht zu empfehlen. Ausnahmen, die für einen Saunabesuch bei Schnupfen sprechen, können unter anderem Allergien sein. Beim Heuschnupfen zum Beispiel fördert der Saunabesuch die Durchblutung der Schleimhäute und reinigt diese. In diesem Fall kann man mit Schnupfen in die Sauna gehen.Vor allem wirken Saunen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit reinigend für die Schleimheute. Dampfbäder, Hamams oder Biosaunen besitzen eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 % und sind somit besser geeignet als zum Beispiel Saunen, welche außerhalb der Aufgusszeiten meist nur eine Luftfeuchtigkeit von 5 – 10 % haben (siehe auch: Acht Hausmittel gegen Schnupfen). Besonders langfristig stärkt das regelmäßige Saunabaden das Immunsystem und kann somit die krankhaften Abwehrreaktionen des eigenen Körpers auf Gräser und Pollen mindern.nach obenSauna bei Husten – Nur in AusnahmefällenAuch der Husten ist ein Symptom und keine eigenständige Krankheit. Die Funktion des Hustens ist es, die Atemwege von Substanzen zu reinigen. Er kann viele Ursachen haben, jedoch stellt die gewöhnliche Erkältung den häufigsten Auslöser des Hustens dar.

Das Erkennen der Ursache ist für die Entscheidung für oder gegen einen Saunabesuch bei Husten sehr wichtig. Sollte der Hintergrund jedoch ein grippaler Infekt (Erkältung) sein, so sollte die Sauna auch bei Husten gemieden werden.Beim asthmatischen Husten wird der Saunabesuch jedoch meistens als wohltuend empfunden. Die Muskeln der Bronchien verkrampfen beim asthmatischen Husten und verengen so die Atemwege.

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Die entspannende Wärme beim Saunabesuch wirkt sich dabei positiv auf die Lungenmuskulatur aus.Bei einigen Arten des chronischen Hustens (Dauer über 8 Wochen), wie zum Beispiel dem Raucherhusten oder bei Allergien, kann auch hier der Saunabesuch die Atemwege durch die warme und feuchte Luft entspannen und gerade bei Saunen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit positiv zur Reinigung der Atemwege beitragen.nach obenSauna bei Halsschmerzen – Lieber nichtHalsschmerzen sind das Symptom von krankhaften Veränderungen im Hals-, Mund- und Rachenraum.

Die Schmerzen im Hals können durch Viren oder Bakterien verursacht werden und deuten immer auf eine Entzündung hin. Der Gang in die Sauna bei Halsschmerzen sollte eher vermieden werden, da Entzündungen im Hals meistens auch auf einen bereits fortgeschrittenen Krankheitsverlauf hinweisen und durch den weiteren Stress des Saunabadens die Genesung gehemmt wird oder die Beschwerden sich sogar verschlimmern. Was mit einfachen Schluckbeschwerden beginnt, kann unter Umständen am Ende sogar zu einer Mittelohrentzündung werden, da der Nasen-Rachen-Raum und das Ohr über die Ohrtrompete miteinander verbunden sind.

Natürlich muss es nicht so weit kommen, aber bei falschem Saunabaden (z.B. zu viele und zu heiße Saunagänge) und schlechter Regeneration (z.B. zu wenig Schlaf, schlechte Ernährung oder wenig Wasserzufuhr) wird eine Verschlimmerung des Zustandes wahrscheinlicher. nach obenSauna wirkt vorbeugend bei ErkältungWer regelmäßig in die Sauna geht und dabei auf ein paar grundlegende Dinge achtet, der beugt Krankheiten, wie zum Beispiel der Erkältung, vor, indem er sein Immunsystem und Abwehrkräfte durch die Stimulierung des vegetativen Nervensystems stärkt.

Das vegetative Nervensystem besteht, neben dem enterischen Nervensystem (Eingeweidenervensystem), aus Sympathikus und Parasympathikus. Beide steuern als wichtige Gegenspieler miteinander viele lebenswichtige Körperfunktionen, indem sie mit Hilfe des Hormonsystems die Dinge steuern, die wir nicht willentlich beeinflussen können. Während der Sympathikus auf Kälte reagiert und dadurch leistungsfördernde Signale sendet (z.B. Herzschlag erhöhen), spricht Wärme den Parasympathikus an, der dadurch erholungsfördernde Signale von sich gibt (Herzschlag verlangsamen). Ein zügiger Wechsel der Temperaturen aktiviert den Arbeitswechsel der beiden Systeme und fördert die Abhärtung des ganzen Nerven- und Immunsystems.Außerdem stimuliert der Saunagang die Blutgefäße in der Haut und ganz besonders in den Schleimhäuten der Atemwege.

Die bessere Durchblutung der Schleimhäute hilft diesen, sich besser gegen Erkältungsvieren zur Wehr zu setzen.Die meisten positiven Effekte des Saunierens und somit eine anhaltende Stärkung des Immunsystems finden allerdings nur bei regelmäßigen Saunabesuchen statt.nach obenIm Zweifel den Saunabesuch meidenWer sich nicht sicher ist, fit genug für einen Saunagang zu sein, der sollte das Saunabaden lieber vermeiden. Eine falsche Selbsteinschätzung kann Infekte und somit das eigene Krankheitsbild verschlimmern. Wer angeschlagen ist und sich dennoch für die Sauna entscheidet, der sollte den Saunabesuch etwas anders angehen.

Zum einen sollten die sehr heißen finnischen Saunen mit 90 Grad und geringer Luftfeuchtigkeit gemieden und die eher weniger warmen Saunabäder wie Biosaunen oder Dampfbäder bevorzugt werden. Auch der Verzicht auf das Wechselbad im Anschluss mindert die zusätzliche Belastung auf den Körper.

Eine lauwarme Dusche sollte dem Eisbecken vorgezogen werden. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte auch die Anzahl der Saunagänge so gering wie möglich halten. Ein kurzer Saunagang setzt die Körpertemperatur nach oben und aktiviert das Immunsystem und die Immunzellen durch ein kurzes künstliches Fieber. Eine anschließende lauwarme Dusche aktiviert im Anschluss das Nervensystem und alle wichtigen Reize sind gesetzt. nach obenWichtiger Hinweis: Die Informationen in unserem Artikel können, wollen und dürfen keine Diagnose, Beratung oder Behandlung durch einen Arzt ersetzen. Die Inhalte dienen nicht dazu, eigenständige Diagnosen zu stellen oder Behandlungen durchzuführen. Wenden Sie sich im Krankheitsfall an einen Arzt.

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