Cape Canaveral

SpaceX bringt 60 Satelliten für globales Internet ins All

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
24. Mai 2019
Mehr zum Thema
Eine Falcon 9 SpaceX-Rakete mit einer Nutzlast von 60 Satelliten für das Starlink-Breitbandnetz von SpaceX startet vom Luftwaffenstützpunkt Cape Canaveral.

Eine Falcon 9 SpaceX-Rakete mit einer Nutzlast von 60 Satelliten für das Starlink-Breitbandnetz von SpaceX startet vom Luftwaffenstützpunkt Cape Canaveral. ©dpa - John Raoux/AP

Die private US-Raumfahrtfirma SpaceX hat die 60 ersten Satelliten für ihr geplantes weltumspannendes Internet-Netz im All ausgesetzt. Eine «Falcon 9»-Rakete von SpaceX brachte sie in der Nacht in die Umlaufbahn, wie das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk mitteilte.

Alle Satelliten seien inzwischen online, twitterte Musk wenige Stunden nach dem Start vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida.

Ziel des milliardenschweren Programms mit dem Namen Starlink ist es, sowohl entlegene Gebiete als auch Ballungszentren mit schnellem und preiswertem Breitband-Internet zu versorgen. Dazu will SpaceX in den kommenden Jahren nach bisherigen Plänen bis zu 12 000 Satelliten ins Weltall bringen. Um kleineren Teilen der Welt einen beständigen Zugang zum Netz zu garantieren, seien sechs weitere, ähnliche Missionen nötig, sagte Musk nach Angaben des Senders CNN.

Die jeweils über 200 Kilogramm schweren Satelliten sollen dabei Daten von Bodenstationen bekommen und untereinander mit Hilfe von Lasern weiterleiten. Sie sollen in relativ niedrigen Umlaufbahnen fliegen und im Vergleich zu klassischer Satelliten Kommunikation deutlich kürzere Verzögerungszeiten gewährleisten. Die ersten 60 Satelliten können noch nicht untereinander kommunizieren, sondern nur mit Bodenstationen.

In Höher von einigen Hundert Kilometern unterwegs

Herkömmliche Kommunikationssatelliten befinden sich in der Regel in sogenannten geostationären Umlaufbahnen. Das bedeutet, dass sie in der Geschwindigkeit der Erdrotation fliegen und sie dadurch stets in der gleichen Position zur Erdoberfläche sind.

- Anzeige -

Diese Satelliten sind in großen Höhen von zum Teil mehreren Zehntausend Kilometern - das sorgt für längere Verzögerungen bei der Übermittlung von Signalen.

Die Starlink-Satelliten sollen dagegen in einer Höhe von einigen Hundert Kilometern unterwegs sein, was die Reaktionszeit deutlich verkürzt. Dadurch fliegen sie aber viel schneller und es sind mehr Satelliten notwendig.

Da im Orbit neben Hunderten anderen Satelliten inzwischen auch viel Weltraummüll unterwegs ist, sollen die Starlink-Satelliten bekannten Objekten ausweichen. Sie selbst sollen beim Eintritt in die Atmosphäre komplett verglühen.

Auch andere Unternehmen verfolgen vergleichbare Projekte. So hatte im Februar eine Sojus-Rakete die ersten sechs Satelliten von OneWeb ins All befördert. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus und der US-Firma OneWeb, hinter der Internetpionier Greg Wyler steht.

Andere Projekte wie Telesat-Leo vom kanadischen Konzern Telesat sind aktuell in Arbeit. Es gibt auch Start-ups wie die US-Firma Swarm, die Netze aus nur wenige Kilogramm schweren Mini-Satelliten aufbauen. Einige neue Player haben bereits wieder aufgegeben, so etwa Facebook mit seiner Internet-Drohne «Aquila», die Signale von Satelliten zum Boden weiterleiten sollte.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 12.06.2019
    Storytelling von Reiff Medien
    Exakt bestimmen, wer meine Werbung sehen will und Produkte mit neuen Erzählformen und einflussreichen Gesichtern bewerben: Online-Marketing ist heute so kraftvoll wie nie – und die Experten von Reiff Medien Digital Natives unterstützen regionale Firmen auf diesem Weg.
  • Die Profis für Werbeanzeigen auf digitalen Plattformen (von links): Sebastian Daniels (Abteilungsleiter Digital Natives), Serkan Nezirov und Andreas Lehmann von Reiff Medien.
    12.06.2019
    Interview mit drei Experten
    Wie können sich Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung ihren Kunden präsentieren? Die neue Abteilung »Reiff Medien Digital Natives« bietet maßgeschneiderte Lösungen an und hievt regionale Firmen auf Plattformen wie Facebook und Instagram.
  • 30.05.2019
    Größtes Volksfest der Ortenau
    Vom 30. Mai bis 2. Juni läuft in Kehl wieder der »Messdi«. Das größte Volksfest der Ortenau mit seinen etwa 160.000 Besuchern wartet in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf.
  • 13.05.2019
    »Schöne Zeit« – der zeitlose Weingenuss
    Fruchtig, farbenfroh und voller Lebensfreude – so zeigt sich der neue »Schöne Zeit«-Weißwein der Durbacher WG. Der Name ist Programm und steht für zeitlosen Genuss für jedes Alter – aus dem Herzen des Durbachtals.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

vor 4 Stunden
Baden-Württemberg
Bald bunt blühende Wildkräuter in Parkflächen des Landes sind nicht nur etwas fürs Auge. Sie bieten auch Insekten Nahrung. Für diese Idee wirbt Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU).
vor 7 Stunden
Baden-Württemberg
Es konnte nur besser werden nach dem «Katastrophenjahr» 2018 der Spargelbauern. Die Hitze hatte sie an Grenzen gebracht. Deshalb sind sie nun zum Ende der Saison schon mit dem Durchschnitt zufrieden.
Die CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (links) wird als Nachfolgerin im Kanzleramt von Angela Merkel gehandelt. Viele Beobachter sprechen ihr jedoch die Eignung für das Amt ab.
vor 22 Stunden
Personaldebatte in der CDU um Annegret Kramp-Karrenbauer
Zwei Redakteure, zwei Meinungen: Jedes Wochenende stellt die Mittelbadische Presse in der Reihe "Pro & Kontra" zu einem kontroversen Thema zwei Positionen gegenüber. Ausbau der Rheintalbahn oder Nato-Einsätze - diskutiert wird, was polarisiert. Heute lesen Sie: Christoph Rigling und Andreas...
Der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hatte den Grünen eine populistisch vereinfachende Politik nach Art der AfD vorgeworfen - und ruderte dann schnell zurück.
14.06.2019
Berlin
Der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat den Grünen eine populistisch vereinfachende Politik nach Art der AfD vorgeworfen - und ist dann schnell zurückgerudert.
14.06.2019
Baden-Württemberg
Erst im Taubergießen bei Kappel-Grafenhausen, jetzt auch im Zollernalbkreis: Nach dem erneuten Diebstahl von Orchideenknollen fehlt der Polizei noch eine konkrete Spur. Es gibt aber Hinweise im Internet.
Die Ärztinnen Bettina Gaber (r) und Dr. Verena Weyer (M) stehen mit Unterstützern vor dem Amtsgericht in Berlin.
14.06.2019
Berlin
Wegen Verstoßes gegen das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche sind zwei Berliner Frauenärztinnen verurteilt worden. Es war der erste Prozess seit der Neuregelung des umstrittenen Paragrafen 219a im Frühjahr.
Union und SPD haben im Koalitionsvertrag verabredet, dass 90 Prozent der Soli-Zahler den Zuschlag ab 2021 nicht mehr zahlen müssen.
14.06.2019
Berlin
Die Spitzen der Koalitionsfraktionen halten nach längerem Streit doch an der Abschaffung des Solidaritätszuschlags für lediglich 90 Prozent der Steuerzahler fest.
Kommt noch mit Android, aber einige Monate später als geplant: das neue Huawei Mate X mit faltbarem Display.
14.06.2019
Peking/New York
Nach Samsung hat auch der chinesische Huawei-Konzern den Marktstart seines neuartigen Auffalt-Smartphones verschoben.
Tausende Frauen demonstrieren in der Schweiz für mehr Gleichberechtigung.
14.06.2019
Bern
Tausende Frauen haben in der Schweiz bei einem Frauenstreik für mehr Gleichberechtigung demonstriert. In vielen Städten und Ortschaften hatten Gewerkschafterinnen, Unternehmerinnen und Politikerinnen Märsche und Kundgebungen organisiert.
Beide «Wessis»: die AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland. Froto: Bernd von Jutrczenka
14.06.2019
Berlin/Görlitz
Spricht man in diesen Tagen mit AfD- Funktionären aus den östlichen Bundesländern, ist die Laune meist blendend. Die Landes- und Fraktionschefs strotzen mit Blick auf die im Herbst anstehenden Wahlen nur so vor Optimismus und Selbstbewusstsein.
Die Polizei fand bei dem Mann bereits im April eine Pistole mit Schalldämpfer und Munition. Symbolbild: Guido Kirchner
14.06.2019
Mönchengladbach
Ein mutmaßlicher islamistischer Gefährder ist am Donnerstagabend in Mönchengladbach festgenommen worden. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei.
Das Röntgenteleskop eRosita besteht aus sieben identischen Spiegelmodulen mit je 54 Spiegelschalen.
14.06.2019
Garching
Mit Röntgenstrahlen den Kräften des Urknalls auf der Spur: Das deutsche Teleskop eRosita soll Forschern einen neuen erhellenden Blick auf die Dunkle Energie des Universums ermöglichen. Am Ende soll eRosita eine Himmelskarte liefern, die das Universum und seine Entwicklung in bisher unerreichter...