Suche nach Ursprung des Coronavirus
Dossier: 

Team von WHO-Experten trifft in China ein

Autor: 
red/dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
14. Januar 2021
Die Experten sind in Wuhan eingetroffen.

Die Experten sind in Wuhan eingetroffen. ©Foto: AFP/NICOLAS ASFOURI

Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich ein Team von Experten nach Wuhan begeben, um nach den Ursprüngen des Coronavirus zu forschen.

Wuhan - Ein Team von Experten, die im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach den Ursprüngen des Coronavirus forschen sollen, ist am Donnerstag in der zentralchinesischen Stadt Wuhan eingetroffen. Nach der Ankunft wurden die Forscher auf das Coronavirus getestet und müssen sich zunächst zwei Wochen in Quarantäne begeben. Um die Reise hatte es ein langes Tauziehen gegeben, so dass sich die Ankunft hinausgezögert hatte.

Gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern wollen die Experten erkunden, ob das Virus zu seiner Quelle zurückverfolgt werden kann. In der Metropole Wuhan waren vor mehr als einem Jahr die ersten Infektionen mit dem neuen Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden, der weltweit Dutzende Millionen Menschen infiziert hat. Mehr als 1,9 Millionen Menschen sind nach offiziellen Statistiken schon gestorben.

- Anzeige -

Mitglieder des WHO-Teams haben im Vorfeld der Reise aber schon die Erwartungen heruntergeschraubt. Es gehe vor allem darum, im Austausch mit den chinesischen Kollegen zu schauen, welche Spuren noch verfolgt werden könnten, hieß es. Die erste Reise diene auch nur dazu, in einer ersten Phase zu schauen, was schon alles an Forschung laufe und an Daten vorliege, um dann einen Plan für die zweite Phase zu machen.

Die Suche nach dem Ursprung des Virus gilt als politisch brisant

Die Suche nach dem Ursprung des Virus gilt als politisch brisant. China fürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden. Seit Monaten streuen chinesische Behörden daher Zweifel, ob das Virus überhaupt aus China stammt. Es wird auf unbestätigte Berichte verwiesen, dass es mögliche Infektionen schon vorher in anderen Ländern gegeben haben könnte. So müssten WHO-Experten auch in andere Länder reisen, teilte ein Außenamtssprecher mit.

Chinas Propaganda verbreitet auch die These, dass das Virus über gefrorene Lebensmittel nach China eingeschleppt worden sein könnte. Es wird auf heutige Viruspuren auf importierten Tiefkühlwaren verwiesen. Doch ist unter Wissenschaftlern strittig, ob diese Spuren für eine Infektionen ausreichen. Ausländische Forscher verdächtigen hingegen weiter Fledermäuse aus Südchina, die auch von chinesischen Behörden lange als möglicher Ursprung genannt worden waren.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

vor 9 Stunden
Nachrichten
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet soll als Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer neuer CDU-Chef werden.
Die Bereitschaft, gesundheitspolitische Maßnahmen mitzutragen, ist in ostasiatischen Ländern – hier in Tokio/Japan – deutlich ausgeprägter als im Westen. 
15.01.2021
Gastbeitrag
Wie viel die ostasiatischen und die westlichen Gesellschaften trennt, macht der Umgang mit Covid-19 mehr als deutlich. Unterschiedliche politische Kulturen setzen unterschiedliche Prioritäten.
14.01.2021
Nachrichten
Lockdown-Maßnahmen seit mehr als zwei Monaten - und sie werden immer schärfer. Doch noch immer liegen die Corona-Fallzahlen auf hohem Niveau. Was sind die Gründe dafür?
13.01.2021
Gastbeitrag
Obwohl niemand die Zukunft kennt, lohnt ein Blick auf die Konturen des neuen Jahres. So viel steht fest: Die letzten Monate der Ära Merkel werden turbulent, die Migrationsfrage ist wieder da, SPD und FDP stehen vor existenziellen Entscheidungen. Und wohin entwickelt sich Corona?
11.01.2021
Gastbeitrag
Manche Politiker können sich ein Leben ohne Bevormundung der Bürger offenbar nicht mehr vorstellen. Sie möchten den Ausnahmezustand künstlich verlängern.
11.01.2021
Gastbeitrag
Die deutsche Regierung reiht sich lieber in die Warteschlange ein und lässt anderen Staaten den Vortritt, als sich den Vorwurf des „Impfstoffnationalismus“ gefallen lassen zu müssen, kommentiert Alexander Kissler (NZZ) – und sagt: In anderen Ländern ist dieser Pragmatismus völlig selbstverständlich...
11.01.2021
Gastbeitrag
Der langsame Start der Impfaktion in der Europäischen Union hat nicht nur in Deutschland heftige Kritik ausgelöst. Doch Brüssel ist dafür nicht allein verantwortlich.
07.01.2021
USA
Jetzt ist es amtlich: Donald Trump hat die US-Präsidentschaftswahl verloren. Der Kongress bestätigt das Wahlergebnis endgültig und unumstößlich. Das konnte auch ein aufgebrachter Mob von Trump-Anhängern nicht verhindern.
05.01.2021
Nachrichten
Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des Lockdowns bis 31. Januar geeinigt. Auch Schulen und Kitas bleiben geschlossen.
01.01.2021
Mit dem Jahreswechsel
Der finale Brexit ist gekommen: 47 Jahre nach dem Eintritt in die Staatengemeinschaft hat Großbritannien um Mitternacht die EU verlassen. In den letzten Stunden von 2020 gelang noch eine wichtige Einigung.
27.12.2020
Nachrichten
1,6 Millionen Corona-Infizierte, fast 30 000 Tote, wochenlanger Lockdown: Es war ein düsteres Jahr für Deutschland. Der Impfstoff soll dafür sorgen, dass das nächste besser wird. Ob es auch die Erlösung von der Pandemie bringt, ist aber fraglich.