Fetales Alkoholsyndrom

Trinken in der Schwangerschaft: Tausende Babys mit Behinderung geboren

Markus Brauer/dpa
Lesezeit 3 Minuten
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21. Februar 2024
Eine hochschwangere Frau fasst sich mit beiden Händen an ihren Bauch. Auch Nicht-Trinker leiden in vielen Fällen unter den Folgen von Alkoholkonsum: So schädigen trinkende Mütter ihre ungeborenen Kinder.

Eine hochschwangere Frau fasst sich mit beiden Händen an ihren Bauch. Auch Nicht-Trinker leiden in vielen Fällen unter den Folgen von Alkoholkonsum: So schädigen trinkende Mütter ihre ungeborenen Kinder. ©Foto: dpa

Einmal ist keinmal? Das gilt nicht für Schwangere. Wenn Frauen in der Schwangerschaft trinken, kann das schwere Behinderungen beim Kind nach sich ziehen. Werdende Mütter müssen sich daher im Verzicht üben.

Alkohol ist ein Zellgift. Schon der einmalige Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann dem ungeborenen Kind massiv schaden. Über die Nabelschnur nimmt das Kind alles auf, was die Mutter zu sich nimmt – auch den Alkohol.

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Was bewirkt Alkohol in der Schwangerschaft beim Kind?

  • Trinkt eine werdende Mutter während der Schwangerschaft öfter Alkohol, entwickeln sich die Organe des Kindes nicht vollständig. Das Kind kommt mit einer Behinderung zur Welt.
  • Vor allem im Gesicht erkennt man, wenn Kinder unter dem Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) oder Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) leiden.
  • Die Kinder sind teils kleinwüchsig und haben Fehlbildungen.
  • Ihre motorischen Fähigkeiten sind eingeschränkt.
  • Sie zeigen Störungen im Verhalten, bei den Gedächtnisfunktionen, bei Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit.
  • Neben äußeren Behinderungen treten Störungen des zentralen Nervensystems auf. Zum Beispiel kann der Intelligenzquotient der Kinder in dem Bereich einer Lernbehinderungen liegen.
  • Das Fetale Alkoholsyndrom ist nicht heilbar. Der frühzeitige Beginn einer Behandlungstherapie ist deshalb umso wichtig. Dadurch können die Schäden aber nicht rückgängig gemacht werden.

Wie viele Fälle von Fetalem Alkoholsyndrom sind bekannt?

Belastbare Fallzahlen für Deutschland sind genauso rar wie aussagekräftige Studien. Eine Untersuchung hat Ludwig Kraus, Institutsleiter des Institut für Therapieforschung (IFT) in München, vor einiger Zeit im Fachmagazin „BMC Medicine“ veröffentlicht.

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Nach aktuellen Schätzungen der Bundeszentrale gesundheitliche Aufklärung (BZgA) von September 2023 werden in Deutschland mehr als 10 000 Kinder pro Jahr mit Fetalen Alkoholspektrum-Störungen geboren. Rund 3000 von ihnen weisen das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms auf. Betroffene des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) sind demnach in der Regel ein Leben lang auf Hilfe angewiesen.

Gibt es viele unerkannte Fälle?

„Für Deutschland wurden die Zahlen bisher unterschätzt“, so Kraus. Dabei seien FAS und FASD nicht einmal die einzigen möglichen Folgen des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft. Die Zahl der Betroffenen sei schwer zu erfassen, da die Entwicklungsschädigungen oft erst später festgestellt würden.

Da die Erkrankungen nicht meldepflichtig seien, gebe es keine Statistiken. „Es gibt viele FAS- oder FASD-Fälle, die nicht erkannt sind. Viele Kinder haben die Störungen, aber sie sind nicht als diese Störungen diagnostiziert“, erklärt der Mediziner.

Auch der Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, warnt: „Alkohol wird als Risikofaktor für das Kind im Mutterleib nach wie vor unterschätzt.“ Schon der Konsum geringer Mengen Alkohol könne gravierende gesundheitliche Folgen für das ungeborene Kind haben und vielfältige körperliche, geistige und soziale Entwicklungsstörungen verursachen.

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