Drohung an Gouverneure

Trump will Gottesdienste in Corona-Krise

Autor: 
dpa
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22. Mai 2020
US-Präsident Donald Trump: "In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger.". Foto: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump: "In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger.". Foto: Alex Brandon/AP/dpa ©Foto: dpa

Amerikaner sollen sich nach dem Willen von US-Präsident Trump in der Corona-Pandemie in Gotteshäusern versammeln dürfen. Amerika brauche mehr Gebete, meint Trump - der zugleich ein Machtwort spricht.

Washington - US-Präsident Donald Trump hat die Gouverneure in den Bundesstaaten zur sofortigen Öffnung von Gotteshäusern in der Corona-Krise aufgefordert.

Trump erklärte Kirchen und andere Gotteshäuser wie Synagogen und Moscheen am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu "essenziellen Orten, die essenzielle Dienste anbieten". Essenzielle Einrichtungen wie etwa Supermärkte können nach den Coronavirus-Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC in der Pandemie geöffnet bleiben.

Der Präsident rief die Gouverneure der US-Bundesstaaten dazu auf, Gotteshäuser schon an diesem Wochenende wieder zu öffnen. "Wenn sie das nicht tun, werde ich mich über die Gouverneure hinwegsetzen." Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, machte keine Angaben dazu, auf welcher Basis sich Trump über die Gouverneure hinwegsetzen wolle. Sie sagte, das sei eine hypothetische Frage.

Trump kritisierte: "Einige Gouverneure haben Alkoholläden und Abtreibungskliniken als essenziell erachtet, aber Kirchen und andere Gotteshäuser außen vor gelassen. Das ist nicht richtig. Ich korrigiere diese Ungerechtigkeit." Der Präsident fügte hinzu: "In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger."

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Die Gesundheitsbehörde CDC hatte erst vor wenigen Tagen berichtet, dass es in einer Kirche im Bundesstaat Arkansas im März zu einer massenhaften Ansteckung durch das Coronavirus gekommen war. Von 92 Menschen, die die Kirche zwischen dem 6. und 11. März besuchten, hätten sich 35 mit dem Coronavirus infiziert. Drei Menschen seien gestorben. 26 weitere Infektionsfälle in der Gemeinde seien in Verbindung mit der Kirche gebracht worden.

Trump genießt besonders bei weißen evangelikalen Christen starke Unterstützung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew vom vergangenen Oktober gaben 31 Prozent der Amerikaner an, mindestens einmal pro Woche eine religiöse Zeremonie wie etwa einen Gottesdienst zu besuchen. 2009 waren es noch 37 Prozent.

Alle US-Bundesstaaten haben Schutzmaßnahmen in der Pandemie inzwischen gelockert oder haben Lockerungen angekündigt. In vielen Bundesstaaten sind Gottesdienste oder andere religiöse Zusammenkünfte aber weiterhin nicht erlaubt. Dem Republikaner Trump geht die Öffnung besonders in einigen von demokratischen Gouverneuren regierten Bundesstaaten nicht schnell genug. Er drängt die Bundesstaaten zu einer schnellen Lockerung der Schutzmaßnahmen, damit die schwer angeschlagene Wirtschaft wieder in Gang kommt.

Die USA sind besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen. Die Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität haben fast 1,6 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Mehr als 95.000 Menschen kamen ums Leben - mehr als in jedem anderen Land.

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