Studie zu Dosenbier

Ungewolltes Überlaufen: Ob das Klopfen auf die Bierdose wirklich hilft

Autor: 
Leoni Schmidt-Enke
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
14. Januar 2020
Dosenbier bietet manchmal eine unangenehme Überraschung beim Öffnen.

Dosenbier bietet manchmal eine unangenehme Überraschung beim Öffnen. ©Foto: dpa/Jens Büttner

Lebensnahe Forschung: Dänische Fachleute haben herausgefunden, ob klopfen auf die Dose wirklich verhindert, dass das Bier überläuft.

Odense - Zisch! Dieses Geräusch ist der erste Vorbote der Katastrophe. Klack! Der Metallverschluss der Bierdose ist offen und schon dringen weiße Bläschen heraus, der goldgelbe Gerstensaft platzt schlimmstenfalls in einer Fontäne hinterher. Das Ergebnis: Eine klebrige Sauerei in der Umgebung und eine deutlich leichtere Bierdose mit schalem Inhalt.

Der Grund für dieses Phänomen ist das im Bier enthaltene Kohlendioxid. Bei der Herstellung von Bier wird es unter hohem Druck in dem Getränk gelöst. Wenn eine Dose vor dem Öffnen geschüttelt wird, bilden sich im Bier Kohlendioxid-Blasen. Beim Öffnen der Dose sinkt dann der Druck schlagartig, was dazu führt, dass in der Flüssigkeit nur noch wenig Gas gelöst sein kann. Das ungelöste Kohlendioxid verlässt die Flüssigkeit und verbindet sich mit den vorgeformten Blasen, was zu einem schnellen Blasenwachstum und so zum Überlaufen der Dose führt. Um das zu verhindern gibt es seit jeher den Tipp, mit dem Fingernagel mehrmals auf das Blech der Dose zu klopfen – dann soll es nicht mehr spritzen. Ein Team aus Fachleuten in Dänemark hat jetzt überprüft, ob das wirklich stimmt.

Es ging gleich viel Bier verloren

- Anzeige -

Das Ergebnis der Studie mit 1031 Bierdosen – gesponsert von der dänischen Brauerei Carlsberg – ist allerdings ernüchternd. Dreimal klopften die Wissenschaftler mit einem einzelnen Finger an die Seite der geschüttelten oder ungeschüttelten Dosen. Zum Vergleich gab es zwei Kontrollgruppen, bei denen kein Klopfen erfolgte. Dann öffneten sie die Dosen und warteten, bis sich eventuelles Spritzen gelegt hatte, um die Dosen danach zu wiegen und ihr Gewicht mit der Zahl zu vergleichen, die vor dem Öffnen der Dose auf der Waage gestanden hatte. Das Klopfen hat laut Studie sogar einen theoretischen Hintergrund: Die Vibrationen könnten die Kohlendioxid-Blasen dazu bringen, aufzusteigen und das Gas würde sich im leeren Raum über dem Bier ansammeln. Nachdem 1031 Mal Dosen geöffnet und gewogen waren, zeigte sich allerdings: Trotz Klopfen ging gleich viel Bier verloren.

Einzige Lösung: Warten

Das Fazit der dänischen Fachleute ist deshalb klar: Sie empfehlen das Klopfen nicht als Lösung für spritzende Bierdosen. Der einzige Ausweg sei – so heißt es abschließend – zu warten, bis die Blasen sich wieder aufgelöst haben, bevor man die Dose öffnet.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

vor 2 Stunden
Kritik aus Straßburg
Auf helle Empörung stößt in Straßburg der Vorschlag eines Pariser OB-Kandidaten, den Ostbahnhof vom Zentrum der Hauptstadt in einen Vorort zu verlegen. Dort erreichen die aus Deutschland kommenden TGV-Züge die Stadt an der Seine.
vor 19 Stunden
Nachrichten
Sie kommen aus China zurück und fühlen sich nicht wohl. Mehrere Menschen habe sich deshalb im Südwesten auf den Coronavirus testen lassen. Der Verdacht bestätigte sich jedoch nicht - anders als im Nachbarland Bayern.
28.01.2020
Interview
Brexit, Digitalisierung, Klimawandel: Der südbadische CDU-Europaabgeordnete Andreas Schwab betont, dass die EU vor gewaltigen Aufgaben steht. Im Interview sagt er, wie wichtige Themen umgesetzt werden müssen – und warum sich an anderen Stellen gar nichts tut.
27.01.2020
Nachrichten
Warum das Geschäft anderen überlassen? Wenn Glücksspiel ab 2021 in Deutschland auch online erlaubt sein wird, will Toto-Lotto zumindest beim Automatenspiel mitmischen.
27.01.2020
Nachrichten
Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in Rot am See hat sich der mutmaßliche Schütze dazu geäußert, warum er die Waffe auf seine Verwandten gerichtet hat. Allerdings nahm die Polizei wegen der laufenden Ermittlungen zu Details am Montag keine Stellung.
24.01.2020
Nachrichten
Das neue Coronavirus hat sich in große Teile Asiens und in die USA ausgebreitet. Nun hat der Erreger Europa erreicht: In Frankreich wurden zwei Fälle der dadurch verursachten Lungenkrankheit bestätigt.
24.01.2020
Rot am See
Im Nordosten Baden-Württembergs soll ein Mann sechs Menschen getötet haben – offenbar ausschließlich Verwandte. Polizei und Öffentlichkeit rätseln über das Motiv. Laut Bild-Zeitung stammen einige Opfer aus dem Raum Offenburg, die Polizei machte dazu aber keine Angaben.
Rauch steigt aus dem zum Teil abgebrannten Dachstuhl des drei-Sterne-Restaurants "Schwarzwaldstube", einen Tag nach dem Brand am 6. Januar.
24.01.2020
Nachrichten
Die Zerstörung der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn ist nach dem gewaltigen Feuer am 5. Januar so massiv, dass die Polizei nicht vollständig aufklären kann, wie es zu dem Brand kam.
24.01.2020
Baden-Württemberg
Nach der schrecklichen Bluttat in Rot am See werden weitere Hintergründe bekannt. So soll der mutmaßliche Täter Teil einer alteingesessenen Familie sein, die Opfer allesamt Angehörige.
24.01.2020
Baden-Württemberg
Im baden-württembergischen Rot am See sind am Freitagmittag Schüsse gefallen. Nach ersten Informationen sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. 
24.01.2020
Baden-Württemberg
Handys korrigieren automatisch, Schreibprogramme markieren Fehler. Ist es also nicht mehr so wichtig, Rechtschreibung zu pauken? Dazu gibt es in der Regierungskoalition ganz unterschiedliche Meinungen.
24.01.2020
Nach Pleite
Gute Nachrichten für Passagiere und Beschäftigte der Condor: Der Ferienflieger kann sich aus der Insolvenz von Thomas Cook in die Hände eines neuen Eigentümers retten. Die polnische Fluggesellschaft LOT übernimmt den angeschlagenen Ferienflieger.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -