Kalifornien

US-Gouverneur nach Bluttaten: "Was zum Teufel ist hier los"

dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
25. Januar 2023
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom setzt sich schon lange für schärfere Waffengesetze ein.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom setzt sich schon lange für schärfere Waffengesetze ein. ©Foto: Julia Nikhinson/AP/dpa

Innerhalb weniger Tage sterben 18 Menschen bei zwei Gewaltverbrechen in Kalifornien. Auch andernorts in den USA fallen tödliche Schüsse. Gouverneur Gavin Newson fordert strikte Waffengesetze - wie oft zuvor.

San Francisco - Nach zwei Bluttaten mit 18 Todesopfern in Kalifornien innerhalb weniger Tage hat der Gouverneur des US-Westküstenstaates striktere Waffengesetze gefordert. "Was zum Teufel ist hier los", lamentierte Gavin Newson im nordkalifornischen Half Moon Bay mit Blick auf die Schusswaffengewalt in den USA. Das gäbe es nur Amerika, dem Land mit der höchsten Zahl von Waffenbesitzern und Todesfällen durch Schusswaffen, sagte der Demokrat.

In Half Moon Bay, einer ländlichen Gemeinde südlich von San Francisco, hatte ein 66-jähriger Schütze am Montag sieben Menschen getötet und ein weiteres Opfer lebensgefährlich verletzt. Die Schüsse fielen in zwei landwirtschaftlichen Betrieben, die Polizei beschrieb die Bluttat als einen Gewaltakt am Arbeitsplatz. Bei den Opfern handelt es sich um Landarbeiter asiatischer und hispanischer Herkunft. Der mutmaßliche Täter, der in einem der Betriebe arbeitete, wurde festgenommen.

Newsom hatte am Montag Verletzte von einem weiteren tödlichen Vorfall im südkalifornischen Monterey Park im Krankenhaus getroffen. Dort hatte ein Schütze am Wochenende am Rande einer Feier zum chinesischen Neujahrsfest in einer Tanzhalle das Feuer eröffnet. Zehn Menschen starben an dem Tatort, ein weiteres Opfer erlag am Montag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein 72-jähriger Mann, erschoss sich nach Angaben der Polizei nach der Tat selbst.

Vizepräsidentin reist nach Kalifornien

- Anzeige -

US-Vizepräsidentin Kamala Harris wollte am Mittwoch in ihren Heimatstaat reisen und dort die betroffene Gemeinde in Monterey Park besuchen, teilte ihr Büro mit. US-Präsident Joe Biden sprach nach der Tat in Half Moon Bay von einem "sinnlosen Akt der Waffengewalt". "Die Geißel der Waffengewalt in ganz Amerika" erfordere strengere Waffengesetze, schrieb der demokratische Präsident.

Newsom setzt sich schon lange für schärfere Waffengesetze ein. Kalifornien sei führend, verglichen mit anderen US-Bundesstaaten, aber das sei nicht ausreichend. Konservative Richter würden schärfere Gesetze lockern, beklagte Newsom. Die Nation müsse vereint handeln.

Waffengewalt und tödliche Angriffe dieser Größenordnung gehören in den USA zur traurigen Normalität. Im Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen der USA kamen derweil bei Schüssen in einem Zentrum für Jugendliche zwei Menschen ums Leben. Die Opfer waren laut Polizei 16 und 18 Jahre alt. Der mutmaßliche Täter ist ein 18-Jähriger. Im US-Bundesstaat Washington erschoss ein Mann in der Nacht zum Dienstag in einem Tankstellenladen drei Menschen. Der mutmaßliche Täter konnte später gefasst werden, wie der Sender CNN berichtete.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

Keinerlei "demokratische Zweifel" erwünscht: Klimakleber in Aktion.
vor 57 Minuten
"Die letzte Generation"
Die radikale Klimabewegung entfremdet sich zunehmend von demokratischen Prinzipien. Der mündige Bürger ist nicht das Ziel, sondern wird zum Problem. Deshalb verhindert man die offene Debatte.
Warten gehört zum Bahnfahren in Deutschland dazu. Für nicht wenige ist es der Beginn einer Irrfahrt.
03.02.2023
Der Blick von außen
Die Deutsche Bahn und die Bundeswehr haben viel gemeinsam. Beide sind in jämmerlichem Zustand. Beide sind Opfer einer postmodernen Politik, die Deutschland wie ein Entwicklungsland aussehen lässt. Das Ausland wundert sich.
Heimliche Konkurrenten Scholz und Baerbock: Der Kanzler hat die Arbeiten an der Sicherheitsstrategie des Außenministeriums gestoppt. 
31.01.2023
Scholz versus Baerbock
Deutschland hat keine strategisch aufgeklärte Außenpolitik. Das Land muss sich in einer Welt, in der brutale Machtpolitik die liberale Ordnung bedroht, robuster aufstellen.
27.01.2023
Bund und Länder einig
Den Termin forderten viele, nun besteht Einigkeit: Das 49-Euro-Ticket kommt zum 1. Mai. Darauf verständigten sich Bund und Länder am Freitag in einer Arbeitsgruppe. Doch das letzte Wort hat die EU.
27.01.2023
**UPDATE**
Die russische Armee führt einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Wir berichten in einem Newsblog über die aktuelle Lage.
Ein Panzer des Typs M1 Abrams der US Army fährt während einer multinationalen Übung auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels über eine Straße.
25.01.2023
Nachrichten
Leopard, Abrams, Challenger: Mit diesen Kampfpanzern westlicher Bauart hofft die Ukraine, im Krieg gegen die russischen Angreifer wieder in die Offensive zu kommen. Ihre monatelangen Bitten scheinen nun erhört zu werden.
24.01.2023
Kabelbrand am Gare de l'Est
Nach einem Feuer in einem Kabelschacht ist der Zugverkehr an einem der großen Pariser Bahnhöfe eingestellt worden. Betroffen sind auch Verbindungen nach Straßburg und Deutschland.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Rauchmelder sollten einmal im Jahr auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft werden. Diese Sorgfalt kann Leben retten, vor allem, wenn nachts ein Feuer entsteht und die Bewohner schlafen.⇒Foto: Martin Gerten/dpa
    05.02.2023
    Kreisbrandmeister Bernhard Frei lobt die Ortenauer. Sie würden meist die Rauchwarnmelderpflicht ernst nehmen. Er weiß, dass die kleinen Geräte schon öfters Schlimmeres verhindert haben.
  • Egal ob jung oder jung geblieben: Beim Line Dance kann jeder die Freude an Rhythmus und Bewegung entdecken. 
    27.01.2023
    Mit DanceInLine in Offenburg die Freude am Tanz entdecken
    In toller Gesellschaft Tanzen lernen – auch ohne festen Tanzpartner, dafür auch mal mit Baby. Das bietet Julia Radtke in ihrer Tanzschule DanceInLine in Offenburg an. Hier entdecken Junge und jung Gebliebene Teilnehmer die Freude an Rhythmus und Bewegung.
  • Die Kunden trainieren in den M.O.H.A.-Studios in Offenburg, Oberkirch und Haslach in moderner Atmosphäre. 
    27.01.2023
    EMS-Training in Offenburg, Oberkirch und Haslach entdecken
    Gesundheit, mehr Attraktivität, dazu Kraft- und Leistungssteigerung – und schnell sichtbare, spürbare und messbare Erfolge. Was unglaublich klingt, ist mit dem gezieltem EMS-Training bei M.O.H.A. an den Standorten Offenburg, Oberkirch und Haslach absolut möglich.
  • Vom Azubi bis zum Quereinsteiger: J. Schneider Elektrotechnik bietet viele  Karrierechancen.
    24.01.2023
    J. Schneider Elektrotechnik – Bewerben und durchstarten!
    Fachkräfte, Anlernkräfte, Quereinsteigende, Azubis: Die Bewerbertage bei J. Schneider Elektrotechnik in Offenburg am 3. und 4. Februar 2023 wenden sich sowohl an diejenigen, die beruflich neue Wege gehen möchten, als auch an Berufseinsteiger.