Karneval, Fasching, Fasnet

Warum heißt es Rosenmontag?

Lotta Wellnitz
Lesezeit 5 Minuten
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12. Februar 2024
Der Mottowagen, der Kanzler Scholz als „Kanzler Hohlaf Scholz“ darstellt, fährt im Rosenmontagszug an den Karnevalisten in Düsseldorf vorbei.

Der Mottowagen, der Kanzler Scholz als „Kanzler Hohlaf Scholz“ darstellt, fährt im Rosenmontagszug an den Karnevalisten in Düsseldorf vorbei. ©Foto: dpa/Federico Gambarini

An diesem Montag ziehen wieder tausende Menschen bei Rosenmontagsumzügen durch die Straßen. Der Rosenmontag ist der Höhepunkt der Narrenzeit. Woher der Name kommt – und seit wann es die Umzüge gibt.

Karneval ist in vielen Gegenden Deutschlands eine außergewöhnliche Zeit von Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch. Der Höhepunkt des Straßenkarnevals steht hierzulande an diesem Montag (12. Februar) an. In vielen Städten sind am Rosenmontag dann nämlich große Umzüge geplant, die gefühlte 24 Stunden im Fernsehen übertragen werden.

Er wird in den Karnevalshochburgen wie Köln, Aachen, Düsseldorf und Mainz als Höhepunkt der „fünften Jahreszeit“ gefeiert und liegt immer 48 Tage vor dem Ostersonntag. Aber warum heißt der Tag eigentlich „Rosenmontag?“

Unterschiedliche Erklärungen zum Namen „Rosenmontag“

Man könnte denken, dass der „Rosenmontag“ etwas mit Rosen zu tun hat – das kommt auch in einer möglichen Theorie zum Namen „Rosenmontag“ vor. So ganz einig ist sich die Forschung allerdings nicht, woher der Name stammt.

Die erste Theorie legt nahe, dass der Name Rosenmontag vom Rosensonntag kommt. Dieser Tag wurde ursprünglich vier Wochen nach Karneval, mitten in der Fastenzeit, gefeiert. An diesem Tag durften die Menschen das Fasten unterbrechen. Im 11. Jahrhundert soll der Papst an diesem Tag eine goldene Rose geweiht haben, was dem Tag seinen Namen gegeben haben könnte.

Der Begriff Rosenmontag entstand dann im 19. Jahrhundert Köln, wo man schon lange Karneval feierte. Im Jahr 1823 gründete sich dort das „Festordnende Komitee“, was für Ordnung bei den wilden Feiern sorgen sollte. Das Komitee hielt am Montag nach dem dritten Sonntag vor Ostern seine Sitzung ab – dem Rosensonntag. Das Komitee nannte sich also nach seinem Versammlungstermin: „Rosenmontagsgesellschaft“.

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Eine weitere Theorie zur Namensherkunft bezieht sich auf die Gebrüder Grimm und deren unvollendetes „Deutsches Wörterburch der Gebrüder Grimm“. Laut ihnen stammt die Bezeichnung Rosenmontag aus dem mitteldeutschen Wort „Rasenmontag“, abgeleitet vom „rasenden Montag“. Die Bezeichnung „rasen“ ist in der kölschen Sprache als „rose“ für „tollen“ zurückzuführen. Das bezieht sich wohl auf das ausgelassene Feiern an den tollen Tagen.

Der Begriff Karneval beschreibt im Rheinland die Zeit vor der Fastenzeit. Man nennt sie auch die fünfte Jahreszeit. In anderen Teilen Deutschlands sind die Bezeichnungen Fasching oder Fastnacht verbreiteter.\n\nDie wichtigsten Karnevalstage beginnen mit Weiberfastnacht. Es ist der Donnerstag vor Rosenmontag. Im rheinischen Karneval markiert der Tag traditionell den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval. Im 19. Jahrhundert entstand in Beuel der Brauch der Wäscherinnen, am Donnerstag vor Karneval nicht die Wäsche, sondern die Männer „in die Mangel zu nehmen“. Im Jahre 1824 gründete sich kurzerhand ein Damenkomitee, unter dessen kollektiver Aufmüpfigkeit sie fortan ebenso fröhlich wie ihre Männer am heimischen Straßenkarneval teilzunehmen gedachten. Auch die Bedeutung des Rosenmontags reicht weit zurück. Er kommt vom Rosensonntag. Im 11. Jahrhundert soll der Papst an diesem Tag eine goldene Rose geweiht haben, was dem Tag seinen Namen gegeben haben könnte. Um 1823 gründete sich dann in Köln am Rosensonntag das erste Festkomitee. Um 1830 ging der Name dieses Rosensonntagskomitees allmählich auf den Umzug über, der am Montag vor Aschermittwoch abgehalten wurde. Später wurde die Bezeichnung auch von anderen Städten wie Mainz und Düsseldorf übernommen. Der Mittwoch nach Rosenmontag ist Aschermittwoch. Der Aschermittwoch wird traditionell als Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern begangen. Er stellt damit das Ende der Fastenzeit dar. Das Fasten soll die Menschen durch Einkehr und Buße auf das Hochfest Ostern, das Leiden, das Sterben und die Auferstehung Jesu Christi vorbereiten. Dabei geht man davon aus, dass die 40 Tage im Christentum ein mythologischer und symbolischer Zeitabschnitt sind, mit dem an die Zeit erinnert werden soll, in der Jesus betend und fastend in der Wüste gewesen ist.

Rosenmontagszüge mit Kritik an Weltpolitik

Der erste Rosenmontagzug hierzulande wurde also 1823 von den Kölnern gestartet, zwei Jahre später folgte Düsseldorf und 1836 Mainz. Seither liefen die Züge fast jedes Jahr – unterbrochen wurde das nur in Kriegs- oder Notzeiten, zuletzt 1991 wegen des Golfkriegs. Die großen Umzüge in Köln, Düsseldorf oder Mainz haben jedes Jahr ein anderes Motto. Der allererste Kölner Rosenmontagszug von 1823 hatte als Thema: „Thronbesteigung des Helden Carneval“.

Die Rosenmontagszüge, die an diesem Montag unterwegs sind, halten der Weltpolitik den Spiegel vor. So konnte man in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz auf den Wagen etwa sehen, wie sich Russlands Präsident Wladimir Putin oral von Kirchenpatriarch Kirill befriedigen lässt, Donald Trump ein Hakenkreuz in die US-Flagge schneidet und Kanzler Scholz ein „Hohlaf“ ohne Hirn ist.

Die Kölner Persiflage-Wagen zeigten unter anderem Scholz als Faultier in der Hängematte und Außenministerin Annalena Baerbock als Elefant im Porzellanladen. Auf einem weiteren Wagen streckt eine Narrenfigur ihr blankes Gesäß einigen zum Hitlergruß ausgestreckten Armen entgegen – an einem Arm prangt das Logo der AfD.

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