Berlin

Weniger Fett und Salz: Fertiggerichte sollen gesünder werden

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
16. Oktober 2018
Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza sollen in Zukunft weniger Fett, Salz und Zucker enthalten.

Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza sollen in Zukunft weniger Fett, Salz und Zucker enthalten. ©dpa - Karl-Josef Hildenbrand

Für eine gesündere Ernährung sollen Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza künftig schrittweise mit weniger Fett, Salz und Zucker auskommen. Auch Portionsgrößen von Produkten sollen kleiner werden, um Übergewicht gerade bei Kindern zu vermeiden.

Das sieht eine Grundsatzvereinbarung vor, die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) mit mehreren Branchenverbänden geschlossen hat. Bis Jahresende sollen Details erarbeitet werden und dann als Beitrag der Wirtschaft in eine generelle Strategie der Regierung einfließen.

Klöckner begrüßte die Bereitschaft der Verbände. «Die Wirtschaft erkennt erstmals an, Teil der Lösung des Problems Übergewicht zu sein», sagte sie. In den nächsten Wochen müssten nun konkrete Zielvereinbarungen folgen. Der Grundsatzvereinbarung zufolge geht es darum, «auf freiwilliger Basis eine möglichst breite Mitwirkung der Wirtschaftsunternehmen zu erreichen». Belange von Handwerksbetrieben sollen im Blick behalten werden.

Ein erster Anlauf für eine solche Strategie der alten großen Koalition hatte heftige Proteste der Branche ausgelöst. Manche Hersteller setzen aber schon ähnliche Programme um.

- Anzeige -

Laut Ministerium verpflichtet sich die Ernährungsindustrie, ab 2019 den Gehalt an Zucker, Fetten und Salz in Fertiggerichten schrittweise zu senken - bis 2025 sollen die gesetzten Ziele dann erreicht sein.

Der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft BLL betonte, es gelte, die Verbraucher bei der Änderung von Rezepturen mitzunehmen. Eine Reduktion von Nährstoffen, die nicht nur Geschmacksträger sind, sondern auch technologische Funktionen bei der Herstellung hätten, gehe nicht von heute auf morgen, sondern müsse schrittweise erfolgen.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte die Pläne und hielt Klöckner einen «Kuschelkurs» gegenüber der Branche vor. Die Vereinbarung überlasse es den Unternehmen selbst, welche Zielvorgaben sie sich setzten, und lasse ihnen dafür auch noch bis 2025 Zeit.

Klöckner sagte, es gelte, die Häufigkeit krankmachenden Übergewichts und ernährungsmitbedingter Krankheiten zu senken. In Deutschland seien 43 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhten auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
03.01.2019
Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.
27.12.2018
Abenteuer-Indoor-Spielplatz
Wer möchte seinen Kindern zum Geburtstag nicht gern etwas ganz Besonderes bieten? Im Kiddy Dome in Schutterwald ist das möglich. Denn nicht nur an ihrem großen Tag sind die Kinder in diesem Abenteuer-Indoor-Kinderspielplatz die Könige. 
27.12.2018
Wie wir nachts schlafen bestimmt, wie unser Tag verläuft – und deshalb ist gesunder Schlaf auch so wichtig. Das eigene »Bett nach Maß« klingt fast wie ein Traum – doch Leitermann Schlafkultur ist Spezialist auf diesem Gebiet und macht es möglich.
18.12.2018
Eine Mission im Team
Ein verschlossener Raum, ein kniffliges Rätsel und nur 60 Minuten Zeit, um es zu lösen und so wieder nach draußen zu gelangen: Willkommen bei Escape Rooms Exitpark in der Ortenau.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

vor 24 Minuten
Kommentar des Tages
as britische Parlament hat das Brexit-Abkommen abgelehnt. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Dienstagabend gegen den Deal von Premierministerin Theresa May mit der Europäischen Union über den Austritt der Briten aus der EU.
vor 1 Stunde
Nachrichten
Nach einem tödlichen Lkw-Unfall auf der A8 bei Pforzheim sollen Schaulustige die Tür des Rettungswagens geöffnet haben, um einen Verletzten aus der Nähe betrachten und möglicherweise auch fotografieren zu können.
vor 2 Stunden
Nachrichten
Bundesweit werden händeringend Lehrer gesucht. Im Südwesten greift das Land notgedrungen auf Lehrer zurück, die keine vollständige Ausbildung haben. Sie sollen aber die Ausnahme bleiben.
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie.
vor 2 Stunden
Berlin
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat vor einer digitalen Spaltung in Deutschland gewarnt.
Labour-Chef Jeremy Corbyn vor der Abstimmung über die Brexit-Vereinbarung der Premierministerin.
vor 3 Stunden
London
Im jahrelangen Brexit-Drama der Briten hat Jeremy Corbyn eine der widersprüchlichsten Rollen. Bereits Jahrzehnte, bevor der einst notorisch querschießende Hinterbänkler an die Spitze der oppositionellen Labour-Partei rückte, war er als EU-Skeptiker bekannt.
Die Titelseiten von britischen Tageszeitungen am Tag nach der Abstimmung über den Brexit-Deal.
vor 4 Stunden
Berlin
Nach dem Nein des britischen Parlaments zum Brexit-Deal von Premierministerin Theresa May sind nicht nur Menschen in Großbritannien verunsichert. Die internationale Presse reagiert mit Unverständnis, Verwunderung und Ungeduld. Auch an guten Ratschlägen mangelt es nicht:
Oenothera drummondii, eine Nachtkerzenart, reagiert auf Schwirrgeräusche von Bienen.
vor 5 Stunden
Tel Aviv
Schwirrgeräusche von Bienen oder Faltern regen bestimmte Blumen zur Produktion von süßerem Nektar an. Israelische Forscher hatten Oenothera drummondii - eine Nachtkerzenart - genauer unter die Lupe genommen. 
Elipsen, die auf dem Screenshot einer Google-Earth-Karte eingezeichnet wurden, zeigen die Ausmaße des bestehenden Teilchenbeschleunigers mit einen 27 Kilometer langen Tunnel.
vor 5 Stunden
Genf
Physiker am größten Teilchenbeschleuniger der Welt planen ein Zukunftsprojekt mit gigantischen Ausmaßen - und Kosten.
Abgeordnete nehmen an einer Sitzung in derNationalversammlung teil, um über Maßnahmen gegen Maduro zu diskutieren.
vor 5 Stunden
Caracas
Das entmachtete venezolanische Parlament will Präsident Nicolás Maduro aus dem Amt drängen. Die Abgeordneten beschuldigten den Staatschef der unrechtsmäßigen Machtübernahme und erklärten alle künftigen Regierungsentscheidungen für nichtig.
Thomas Oppermann: «Der Bundestag muss kleiner und weiblicher werden» (Archivbild).
vor 5 Stunden
Berlin
Vor der Feierstunde des Bundestags zu 100 Jahren Frauenwahlrecht an diesem Donnerstag hat sein Vizepräsident Thomas Oppermann eine umfassende Reform des Wahlrechts gefordert.
Ein Altenpfleger hält die Hand einer pflegebedürftigen Frau.
vor 5 Stunden
Berlin
Die Beiträge zur Pflegeversicherung müssen einer Studie zufolge in sechs Jahren erneut steigen, um die wachsenden Kosten der alternden Gesellschaft zu decken.
Der damalige mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto soll einer Zeugenaussage zufolge 100 Millionen Dollar Schmiergeld erhalten haben.
vor 7 Stunden
New York
Der frühere Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán hat nach Aussage eines Zeugens dem mexikanischen Ex-Präsidenten Enrique Peña Nieto Schmiergeld in Millionenhöhe bezahlt.