London

Wie 2016: Kerber zieht ins Wimbledon-Finale ein

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
12. Juli 2018
Mehr zum Thema
Angelique Kerber sich in Wimbledon ins Finale gespielt.

Angelique Kerber sich in Wimbledon ins Finale gespielt. ©dpa - John Walton/PA Wire

Angelique Kerber kann als erste Deutsche seit Steffi Graf das Rasen-Turnier in Wimbledon gewinnen. 22 Jahre nach dem letzten Titel ihres Idols beim berühmten Rasenturnier zog die Kielerin in London zum zweiten Mal nach 2016 ins Endspiel ein.

Mit ihrer überzeugenden Konstanz, Geduld und Erfahrung setzte sich die 30-Jährige im Halbfinale gegen die zu fehlerhaft agierende Lettin Jelena Ostapenko durch und gewann mit 6:3, 6:3 in gerade einmal 68 Minuten. Auf der Tribüne umarmten sich Mutter Beata und Manager Aljoscha Thron, Kerber strahlte und warf Kusshändchen ins Publikum.

«Es ist so ein großartiges Gefühl, wieder im Finale zu sein. Ich bin wirklich begeistert. Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe», sagte Kerber beim Verlassen des Center Courts. «Ich bin wirlich glücklich und stolz, dass ich wieder in einem Grand-Slam-Finale bin. Dafür habe ich seit der Kindheit gearbeitet.»

Es sei ihr egal, wer ihr im Endspiel gegenüberstehe, sagte Kerber im ersten Moment. Im Anschluss steht das Halbfinale von Julia Görges gegen die siebenmalige Wimbledonsiegerin Serena Williams an. Siegt die Bad Oldesloerin, würde es erstmals seit 1931 zu einem deutschen Wimbledon-Endspiel bei den Damen kommen.

«Ich kümmere mich nur um mich, ich schaue nicht links und rechts», hatte Kerber in diesen ganz speziellen Wimbledon-Tagen immer wieder betont. Sie wiederholte das Meisterstück von 2016, als sie ebenfalls bis ins Endspiel auf dem Heiligen Rasen gerauscht war und gegen die US-Amerikanerin Serena Williams eine glänzende Leistung abrief, auch wenn sie verlor. Nur vier weitere deutsche Damen standen je im Wimbledon-Finale: neben Graf und Sabine Lisicki 2013 schafften das Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel, die 1931 gegeneinander spielten.

Um 13.07 Uhr Ortszeit legte Kerber im ärmellosen weißen T-Shirt auf dem Centre Court los, an diesem denkwürdigen Halbfinal-Tag für das deutsche Tennis. Erstmals hatten zwei deutsche Damen in einem halben Jahrhundert Profigeschichte die Top Vier in Wimbledon erreicht.

- Anzeige -

Wenn Ostapenko auf den Ball hämmerte und richtig traf, konnte die Linkshänderin wenig ausrichten. Mit ihrem Tempo in den Schlägen sorgte die Lettin für Raunen im Publikum, zahlreiche Fehler blieben allerdings nicht aus. Mit ihrem risikoreichen Haudrauf-Stil hatte die Lettin bei den French Open 2017 erstaunt und ihren ersten Titel gleich bei einem Grand Slam gewonnen. Auf dem nicht komplett gefüllten Centre Court war es für Kerber zunächst schwer, ihren Rhythmus zu finden. Sie konnte am Anfang vor allem reagieren.

Die frühere Weltranglisten-Erste präsentierte sich zunächst nicht mit dem Selbstbewusstsein, das sie als Australian-Open- und US-Open-Siegerin von 2016 haben könnte. Bei 2:3 sah sich die Linkshänderin erstmals einem Breakball konfrontiert, wehrte ihn aber mit einem Ass ab. Kerber blickte danach hadernd zu ihrem Trainer Wim Fissette in die Box. Prompt gelang ihr darauf das erste Break der Partie, mit 4:3 lag sie erstmals vorn. Mit ihrem zweiten Ass holte sich die Schleswig-Holsteinerin das 5:3. Nach 34 Minuten war die Hälfte geschafft. Ostapenko hatte zuvor noch keinen Satz abgegeben.

In einem lange Zeit einseitigen zweiten Satz lag Kerber schon 5:1, 30:0 in Führung. Doch die neun Jahre jüngere Ostapenko gab nicht auf und kämpfte unverdrossen weiter. Kerber musste zittern, doch dann verwandelte sie ihren zweiten Matchball.
 

 

Weitere Infos zum Thema:

Damen-Weltrangliste
Herren-Weltrangliste
Setzliste
Herren-Tableau
Damen-Tableau
WTA-Profil Kerber
WTA-Profil Görges
direkter Vergleich Görges - Serena Williams
direkter Vergleich Kerber - Ostapenko

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
vor 14 Stunden
Bars, Musik, Kostümprämierung
Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...
13.02.2019
Manufaktur für orthopädische Leistungen
Sie tragen uns im Laufe unseres Lebens durchschnittlich 180.000 Kilometer – unsere Füße. FUSS ArT, die Manufaktur für orthopädische Leistungen rund um den Fuß, ist seit Anfang Februar 2019 in der Moltkestraße 30-32 in Offenburg am Start und bietet ihren Kunden ein umfassendes Leistungsspektrum und...
04.02.2019
Offenburg
Das Braun Möbel-Center bietet Wohnmöbel in vielen Formen, Farben und Materialien. Vom 7. bis zum 9. Februar findet auf dem Gelände die dreitägige Möbelmesse statt. Hier können die Kunden in verschiedenen Themenwelten die aktuellsten Wohntrends entdecken. Neben einem großen Sonderverkauf gibt es...
03.01.2019
Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

vor 1 Stunde
Sozialstaatsprogramm
Das Sozialstaatsprogramm hat der Partei neuen Elan eingehaucht. Und der Vorsitzenden eine neue Position der Stärke ermöglicht. 
Ihre Ministerien hatten die höchsten Ausgaben für Expertise von außen. Das Innenministerium von Horst Seehofer gab rund 213,5 Millionen Euro aus, Ursula von der Leyens Verkehrsministerium 147,2 Millionen Euro.
vor 16 Stunden
Berlin
Die Bundesregierung hat im Jahr 2017 rund 722,4 Millionen Euro für externe Beratungs- und Unterstützungsleistungen ausgegeben.
Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts bekamen Ende 2017 rund 544.000 Menschen Grundsicherung im Alter.
vor 17 Stunden
Berlin
Es geht um die Sorgen vieler Menschen vor Armut im Alter - und ein Signal der Anerkennung. Bundessozialminister Hubertus Heil hat sein Konzept für eine «Grundrente» auf den Tisch gelegt und will damit ein zentrales Versprechen der großen Koalition auf den Weg bringen.
Das Online-Netzwerk hatte bereits 2011 Zusagen für einen strikteren Datenschutz gemacht, um FTC-Ermittlungen zu früheren Problemen zu beenden.
vor 17 Stunden
Washington
Facebook könnte sich laut einem Zeitungsbericht auf eine Milliardenstrafe in den USA einlassen, um Ermittlungen zu Datenschutz-Praktiken des Online-Netzwerks beizulegen.
Ein humanoider Roboter aufgenommen auf der IT-Messe CeBIT 2018: Weltweit führend bei der KI sind die USA und China mit Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook, Apple, Alibaba oder Huawei.
vor 17 Stunden
Berlin
Wir tragen sie längst in der Hosentasche mit uns rum oder haben sie im Wohnzimmer stehen - Millionen Bundesbürger haben bereits jeden Tag Kontakt zu künstlicher Intelligenz, wenn auch nur durch Siri im Telefon oder den Sprachassistenten Alexa. Doch die Unsicherheit ist groß: Vom Schreckensszenario...
Geplant ist, fast alle Haushalte in Deutschland mit dem 5G-Standard zu versorgen.
vor 17 Stunden
Berlin
Um einen Flickenteppich bei der Abdeckung mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G zu vermeiden, fordern Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz schärfere Auflagen bei der Versteigerung der Frequenzen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez hat für April vorgezogene Neuwahlen angekündigt.
vor 18 Stunden
Madrid
Nur gut acht Monate nach seiner Amtsübernahme hat der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez vorgezogene Parlamentswahlen für den 28. April ausgerufen. «Spanien hat keine Minute zu verlieren, Spanien muss vorwärtskommen», erklärte der sozialistische Politiker in Madrid.
Ein ungarischer Polizist patrouilliert in einer «Transitzone» für Asylsuchende an der Grenze zu Serbien.
vor 18 Stunden
Budapest
Das EU-Land Ungarn lässt nach Darstellung von Menschenrechtlern Asylsuchende in sogenannten Transitzonen an der Grenze zu Serbien hungern.
Vor den Kämpfen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflüchtete Kinder bei Al-Baghus in Syrien.
vor 18 Stunden
London/Berlin
Mehr als 100.000 Babys sterben jedes Jahr durch Kriege und Konflikte in den zehn am schlimmsten betroffenen Ländern. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Kinderrechtsorganisation Save the Children anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht hat.
Das Video-Standbild aus der Loisaba Conservancy in Laikipia in Keni. Die Aufnahmen wurden von Kameras der Wissenschaftler um Nicholas Pilfold aufgenommen.
vor 20 Stunden
Nairobi
Der «Black Panther» lebt: Ein seltener schwarzer Leopard ist in Kenia gefilmt und fotografiert worden - Wissenschaftlern zufolge das erste Mal seit rund 100 Jahren.
vor 21 Stunden
Berlin
Angela Merkel hat inzwischen gemerkt, dass die Machtzentren der Großen Koalition sich entscheidend verschoben haben - und zwar weg von ihr und ihrem Kabinett hin zu den Fraktionen und den Parteien.
vor 21 Stunden
Nachrichten
Die von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgeschlagene Grundrente bleibt umstritten. Auch der Koalitionsausschuss von Union und SPD am Mittwochabend brachte  keine Einigung. In der Debatte geht es hoch her. Manche Fakten werden ignoriert. Zum Beispiel, dass die Idee so neu nicht ist.