Kosten im Vergleich

Zuzahlungen bei Heilmitteln sind kräftig gestiegen

Autor: 
Stefan Vetter
Lesezeit 2 Minuten
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10. November 2018

Hilfe bei der Gangschulung: Physiotherapeutin mit Patient. ©dpa

Die Zuzahlungen von gesetzlich Krankenversicherten für Heilmittel sind seit dem Jahr 2010 deutlich gestiegen. Allein bei Physiotherapien, die etwa 90 Prozent aller Heilmittelverordnungen ausmachen, gab es einen Anstieg von mehr als einem Drittel. Das geht aus einer Antwort  der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die der Mittelbadischen Presse vorliegt.

Die Gesamtsumme der privaten Zuzahlungen bei der Physiotherapie lag demnach im Jahr 2017 bei 551,3 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um 38 Prozent gegenüber dem Jahr 2010.  Noch drastischer verlief die Entwicklung  für Patienten, die Ergotherapie  oder eine Sprechtherapie erhalten. In beiden Fällen hat sich die  Gesamtsumme der Zuzahlungen seit 2010 verdoppelt. Bei Heilmitteln müssen die Versicherten zehn Prozent der Kosten zuzüglich zehn Euro je Verordnung selbst tragen. 
Dabei lässt sich der drastische Anstieg bei der Eigenbeteiligung nur zum Teil mit einer Zunahme der Verordnungen erklären. Denn nach den Zahlen der Bundesregierung  ist auch der durchschnittliche Zuzahlungsbetrag pro Einzelverordnung kräftig gestiegen. Für Physiotherapie lag er im Jahr 2010 noch bei 14,73 Euro. Aktuell sind es 17,62 Euro. Das ist ein Plus von rund 20 Prozent. Bei der Ergotherapie verteuerten sich die Rezepte seit 2010  sogar um 63 Prozent. Bei der Stimm-, Sprech- und Sprach­therapie legten die Kosten pro Verordnung  um 54 Prozent zu.

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Nach Auskunft des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen sind  die wachsenden Zuzahlungen auf  die Lohnsteigerungen etwa für Physiotherapeuten zurückzuführen.
Dagegen kritisierte die Sozialpolitikerin der Linken, Sabine Zimmermann, dass selbst Arbeitnehmer, die nur den Mindestlohn erhielten, trotz gesetzlicher Belastungsobergrenze jähr

lich bis zu 370 Euro an Zuzahlungen stemmen müssten. »Schlimmstenfalls nehmen sie notwendige Therapien nicht in Anspruch«, meinte Zimmermann. Es sei »sozialpolitisch widersinnig«, finanziell Schwächere und Kranke mit Zuzahlungen zu belasten, während die Kassen die Möglichkeit hätten, Boni und Zusatzleistungen an junge und gesunde Versicherte zu verteilen, so die Linken-Politikerin. 

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