Coronavirus in Unternehmen

Eisenmann will mehr Kinder-Krankentage für Eltern

Autor: 
Bärbel Krauß
Lesezeit 3 Minuten
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19. August 2020
Können Eltern auf längere Auszeiten von der Arbeit hoffen, wenn ihre Kinder krank sind? Einige Länderminister fordern den Bund auf, die Regelungen zu verbessern.

Können Eltern auf längere Auszeiten von der Arbeit hoffen, wenn ihre Kinder krank sind? Einige Länderminister fordern den Bund auf, die Regelungen zu verbessern. ©Foto: dpa/Nicolas Armer

Bisher können Eltern kranker Kinder 20 Tage bei der Arbeit fehlen. Einige Länder finden, dass das in Corona-Zeiten zu wenig ist. Sie drängen den Bund zum Handeln. Wieso Baden-Württemberg dabei ist.

In den Ländern mehren sich die Stimmen, dass der Bund die Eltern kranker Kinder in der Corona-Krise stärker entlasten und die Zahl der so genannten Kinder-Krankentage erhöhen soll. Auch Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) setzt sich dafür ein. „Mehr Kinder-Krankentage wären sicherlich für viele Familien eine echte Erleichterung“, sagte sie unserer Zeitung auf Anfrage. Ausdrücklich begrüßte sie einen entsprechenden Vorschlag des nordrhein-westfälischen Familienministers und Vizeministerpräsidenten Joachim Stamp (FDP). Er forderte die Bundesregierung – namentlich Familienministerin Franziska Giffey, Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) – zum Handeln auf und kündigte eine Bundesratsinitiative seines Landes an, falls die große Koalition in Berlin untätig bleiben sollte.

Große Belastung durch Corona in Familien

Bislang stehen verheirateten Müttern und Vätern kranker Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren, zusammen 20 solcher Tage pro Jahr und Kind zu; Alleinerziehende sind gleichgestellt und haben ebenfalls einen Anspruch auf 20 Kinder-Krankentage pro Jahr und Kind. Eisenmann begründet ihren Appell mit der großen Belastung, die Corona für die Familien darstellt.

Als das Virus neu war, galten Anzeichen von Schnupfen in ganz Deutschland bereits als Begründung eines Corona-Verdachts. Verschnupfte Kinder durften deshalb weder Schulen noch Kindergärten oder Tagesstätten besuchen. Deshalb haben viele Eltern ihre Betreuungskontingente im Krankheitsfall in diesem Jahr bereits weitgehend ausgeschöpft, obwohl die Erkältungszeit im Herbst und Winter noch bevorsteht.

Kinder dürfen nur bei eindeutigen Symptomen daheim bleiben

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Die baden-württembergische Landesregierung hat unterdessen klar gestellt, dass ein Schnupfen oder simple Erkältungssymptome nach den Sommerferien keine Abwesenheit mehr von der Schule begründen. Stattdessen hat das Landesgesundheitsamt festgelegt, dass mindestens eines der für Covid-19 typischen Symptome auftreten muss: Mindestens 38 Grad Fieber, trockener Husten ohne Auswurf (der nicht durch chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Asthma verursacht wird) und eine Störung des Geruchs- oder Geschmacksinns, die über erkältungstypische Beeinträchtigungen hinausgeht.

„Obwohl wir klar gemacht haben, dass Kinder, die nur einen Schnupfen haben, trotzdem die Kita oder die Schule besuchen dürfen, müssen wir damit rechnen, dass Eltern ihr Kontingent an Krankheitstagen schneller aufbrauchen werden als in normalen Jahren“, betonte Eisenmann, die auch Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der Landtagswahl ist. Das Jonglieren mit den Kinder-Krankheitstagen sei schon in normalen Zeiten eine Herausforderung, sagt sie: „Die Pandemie und die Erkältungswellen im Herbst und Winter machen das in diesem Jahr nicht einfacher. Mehr Krankheitstage wären sicherlich für viele Familien eine echte Erleichterung.“

Sachsen und SPD-Bundesvize für Verdoppelung

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) geht über die Forderung aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg noch hinaus. Er hat sich für eine zeitweilige Verdoppelung der Kinderkrankentage ausgesprochen, um Druck von den Eltern zu nehmen. Auch die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Serpil Midyatli hat sich dafür stark gemacht.

Dass Eltern betreuungsbedürftiger Kinder bis zum Alter von 12 Jahren einen Anspruch auf Krankengeld haben ist im fünften Sozialgesetzbuch (Paragraf 45) geregelt.

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