Kommunalwahl im März

Ex-OB Trautmann will erneut Rathauschefin in Straßburg werden

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06. Februar 2020

Catherine Trautmann, frühere Straßburger Oberbürgermeisterin und Ex-Kulturministerin, will es noch einmal wissen. ©Peter Heck

Catherine Trautmann, frühere Straßburger Oberbürgermeisterin und Ex-Kulturministerin, will es noch einmal wissen: Bei der Kommunalwahl im März kämpft sie erneut um den Chefsessel im Rathaus der Elsass-Hauptstadt.

Die Bombe platzte nur fünfeinhalb Wochen vor den Kommunalwahlen: Die einstige Straßburger Rathauschefin Catherine Trautmann von den Sozialisten wirft erneut den Hut in den Ring. Das wurde am Dienstag vor der Presse bekannt gegeben. Ihr Parteifreund Ma­thieu Cahn (44), der eigentlich die Liste der sozialistischen Partei (PS) bei der Kommunalwahl führen sollte und von dem bereits überall Plakate zu sehen sind, erklärte, von dieser Position zurückzutreten, um Traumann den Vortritt zu lassen. Über die Gründe für diesen Vorstoß gab ernach Angaben der Straßburger Zeitung „Dernières Nouvelles d’Alsace” nur vage Auskunft. Cahn, derzeit Straßburger Beigeordneter, befürchtet rechtliche Turbulenzen, da er den Leiter eines Straßburger Vereinshauses wegen Missbrauchsvorwürfen entlassen hatte.

Höhen und Tiefen

In Straßburg hatte kaum jemand damit gerechnet, dass Trautmann erneut den Kampf im den OB-Posten aufnehmen wollte. Sie hatte war bislang zwar schon in der Wahlliste der Sozialisten, aber eben nicht in dieser Führungsposition. Die mittlerweile 69-Jährige, von Medien als „Ikone der Sozialisten im Elsass“ bezeichnet, hat so ziemlich alle Höhen und Tiefen der Politik durchlaufen. 1989 gewann sie als erste sozialistische Politikerin die Kommunalwahl in Straßburg – ein Erfolg, den sie sechs Jahre später wiederholen konnte. Ab 1997 fungierte Traumann für drei Jahre als französische Kulturministerin und Regierungssprecherin. Danach kam sie nach Straßburg zurück, setzte sich gegen den damals amtierenden OB Roland Ries (der heute im Amt ist) durch, und übernahm bis 2001 wieder den Chefposten im Rathaus. Nachdem die Sozialisten 2001 die Kommunalawahlen verloren hatten, war die gelernte Theologin von 2005 bis 2014 Mitglied der Europäischen Parlaments. Nach dem Scheitern einer erneuten Kandidatur dort ist Trautmann heute als Vizepräsidentin der Eurometropole Straßburg insbesondere für die Wirtschaft zuständig und fungiert als Stadträtin.

Möglicherweise wurde Catherine Trautmann wieder in die vorderste Reihe geholt, um den Sozialisten neuen Auftrieb zu geben. Denn bislang sieht es für die Partei, die seit 2008 durchgehend mit den Grünen in Straßburg an der Macht war, überhaupt nicht gut aus. Nach früheren Umfragen würden sie beim ersten Wahlgang am 15. März deutlich unter der Zehn-Prozent-Marke liegen – weit hinter der grünen OB-Kandidatin Jeanne Barseghian und dem Spitzenkandidaten Alain Fontanel von der Partei „La République en marche“ des Staatspräsidenten Emmanuel Macron.

Ruder herumreißen

Beobachter halten es für möglich, dass die machtbewusste und in vielen Wahlkämpfen gestählte Politikerin das Ruder noch herumreißen könnte. Ob ihr das gelingt, ist aber unklar. Catherine Trautmann erklärte jedenfalls, sie nehme den Kampf mit „Leidenschaft und Stolz auf das bisher Erreichte“ auf sich.

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