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Grenzregion Grand Est ab Samstag wieder Corona-Risikogebiet

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ba/dpa
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16. Oktober 2020
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©Archivfoto: Ulrich Marx

Nach steigenden Infektionszahlen gilt fast ganz Frankreich ab kommenden Samstag wieder als Corona-Risikogebiet – darunter das Grenzgebiet Grand Est, zu dem das Elsass gehört. Auch weitere Länder und Regionen sind betroffen.

Das Elsass gilt ab Samstag wieder als Corona-Risikogebiet – so wie das ganze Grenzgebiet Grand Est. Das hat die Bundesregierung am Donnerstag nach steigenden Corona-Infektionszahlen beschlossen. Damit wird der europäische Teil Frankreichs komplett betroffen sein. Von den fünf Übersee-Departements ist ab Samstag nur noch die Insel Mayotte im Indischen Ozean „risikofrei“. 

„Bedauerliche Entwicklung“

Was die Entscheidung nun für Grenzgänger aus der Ortenau und dem Elsass bedeutet, lesen Sie hier. In einer gemeinsamen Presseerklärung bedauern Straßburgs Oberbürgermeisterin Jeanne Barseghian, Kehls OB Toni Vetrano und Pia Imbs, Präsidentin der Eurométropole de Strasbourg, die Entwicklung. 

Die Regelungen müssten nun so gestaltet werden, dass die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie begrenzt werden, betonen sie in der Mitteilung. Die französischen und deutschen Entscheidungsträger müssten beim Erlass von Maßnahmen und Einschränkungen berücksichtigen, dass Straßburg und Kehl „einen gemeinsamen Lebensraum bilden“ – vor allem, „wenn es um die Zulassung von Ausnahmen bei der Quarantäne-Verpflichtung und der Testpflicht geht“. Diese Ausnahmen müssten so gestaltet werden, dass die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie begrenzt werden, heißt es weiter. „Wir fühlen uns weiterhin verpflichtet, die Bevölkerung in unserem gemeinsamen Lebensraum zu informieren und in dieser Zeit der Unsicherheit zu begleiten.“

Weitere Länder betroffen – auch Teile Italiens

Die Bundesregierung hat am Donnerstag neben fast ganz Frankreich auch die ganzen Niederlande und erstmals Regionen in Italien und Polen ebenfalls mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte. Dazu zählen acht Regionen der Schweiz, darunter der an Deutschland grenzende Kanton Zürich, erstmals Gebiete in Schweden und Finnland sowie weitere Regionen in Großbritannien, Irland, Kroatien, Portugal, Slowenien und Ungarn.

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Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle neuen Risikogebiete auch eine Reisewarnung ausspricht. Mit der Aufnahme von fünf polnischen Regionen einschließlich der Metropolen Danzig und Krakau auf die Risikoliste wird ab Samstag keines der neun Nachbarländer Deutschlands mehr ohne Risikogebiet sein. Die polnischen Grenzgebiete bleiben allerdings noch verschont. 

In den Niederlanden wird Zeeland an der Nordsee als letzte Provinz zum Risikogebiet. Mit Italien wird nun auch das zweitbeliebteste Urlaubsland der Deutschen nach Spanien zumindest teilweise auf die Risikoliste gesetzt. Mit Ligurien und Kampanien trifft es zwei sehr gefragte Touristenziele: Das süditalienische Kampanien mit Neapel, der Amalfiküste und den Inseln Capri und Ischia sowie die nordwestliche Küstenregion Ligurien um Genua.

Grenzwert überschritten

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das gilt inzwischen für rund 130 Länder ganz und für mehr als ein Dutzend teilweise. Für etwa 40 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen, Quarantäneregeln oder eine Ausreisesperre in die EU.

Die Ausweisung zum Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test davon vorzeitig befreien lassen.

Die Quarantäneregeln sollen erst am 8. November geändert werden. Dann gilt eine zehntägige Quarantäne, und man wird sich erst am fünften Tag nach Rückkehr davon „freitesten“ lassen können.

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