Schneeeinbruch in Baden-Württemberg

Mehr als 400 Unfälle auf spiegelglatten Straßen am Dienstag

Autor: 
ba/red/dpa
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02. Dezember 2020
Der Schneefall in Baden-Württemberg hat zu einigen Unfälle geführt. (Symbolbild)

Der Schneefall in Baden-Württemberg hat zu einigen Unfälle geführt. (Symbolbild) ©Foto: dpa/Andreas Rosar

Erstmals fiel in der Nacht zum Dienstag der Schnee im Südwesten auch im Flachland. Viele Autofahrer und auch zwei Busfahrer waren darauf nicht eingestellt.

Mehr als 400 Fahrzeuge sind auf spiegelglatten Straßen im Südwesten verunglückt, darunter auch zwei Linienbusse. In den meisten Fällen blieben die Insassen unverletzt, es gab jedoch landesweit zahlreiche Verletzte, wie die Polizeipräsidien mitteilten. In der Nacht zum Dienstag war erstmals in diesem Jahr verbreitet Schnee gefallen. „Das ist im Grunde der erste Schnee, der bis ins Flächenland gekommen ist“, erklärte Meteorologe Thomas Schuster vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Zuvor habe es lediglich im Bergland vereinzelt geschneit.

Auto überschlägt sich in Durbach

Die Polizei in Offenburg sprach am Dienstagmittag von knapp 20 Unfällen aufgrund der winterlichen Witterung. In Durbach war die Fahrerin eines Audis von der Fahrbahn abgekommen, rutschte eine Böschung hinunter und überschlug sich mehrfach. Die beiden Insassen wurden vorsorglich in ein Klinikum gebracht. Das Auto musste mit einem Traktor geborgen werden, der Schaden liegt bei 20.000 Euro.

Im Bühlertal war eine 58 Jahre alte Autofahrerin am Morgen auf glatter Straße beim Rangieren mit ihrem Wagen einen zirka zwei Meter tiefen Hang hinuntergerutscht. Der VW überschlug sich, die Frau musste von Einsatzkräften der Feuerwehr aus dem Wagen befreit werden.

In Bad Peterstal-Griesbach geriet ein Lastwagengespann ins Rutschen und kippte mitsamt seiner Ladung Ziegel um – Schaden: 11.000 Euro. 

Mehr als hundert Unfälle in Heilbronn und Ulm

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Im Zuständigkeitsbereich des Heilbronner Polizeipräsidiums geschahen mehr als hundert Unfälle. In 13 Fällen sei mindestens ein Mensch verletzt worden, sagte ein Sprecher. Bei Neuenstein im Hohenlohekreis kam ein Auto aufgrund der Glätte von der Fahrbahn ab und stieß frontal gegen ein entgegenkommendes Auto. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt. Ein weiterer Frontalzusammenstoß mit zwei Schwerverletzten ereignete sich am Dienstagmorgen zwischen Heilbronn und Untergruppenbach.

Die Polizei in Ulm zählte ebenfalls mehr als hundert Unfälle. In Ochsenhausen im Landkreis Biberach fuhr ein Linienbus mit rund 15 Fahrgästen in ein vorausfahrendes Auto. Einem Sprecher zufolge hatte sich der Verkehr gestaut und dem Busfahrer gelang es aufgrund der Glätte nicht mehr zu bremsen. Der Bus schlitterte in das Auto, wodurch dessen Fahrer leicht verletzt wurde. Alle Businsassen blieben unverletzt. Nach Angaben der Polizei waren einige Autofahrer noch mit Sommerreifen unterwegs, manche waren vermutlich nicht auf den plötzlichen Schneefall eingestellt. „Vielleicht hat der ein oder andere auch von dem Wetterumschwung gewusst, sich aber morgens nicht die Zeit genommen und ist genauso schnell zur Arbeit gefahren, wie sonst“, sagte ein Sprecher.

Ein weiterer Linienbus geriet in Mühlacker im Enzkreis auf glatter Straße ins Schlingern und kam von der Straße ab. Der Bus überfuhr die Hecke eines angrenzenden Grundstücks und musste abgeschleppt werden. Nach Angaben der Pforzheimer Polizei wurde dabei niemand verletzt. Insgesamt zählte das Präsidium mehr als 20 Unfälle in seinem Bereich.

30 Glätteunfälle in Mannheim

Die Polizei aus Mannheim berichtet von rund 30 Glätteunfällen. Ersten Erkenntnissen zufolge gab es dabei keine Verletzten, allerdings einen Sachschaden von insgesamt mindestens 100 000 Euro. Im Landkreis Ravensburg kam es nach Polizeiangaben zu mehr als 50 Unfällen. Die Präsidien in Konstanz und in Reutlingen meldeten jeweils 35 witterungsbedingte Einsätze, die Beamten aus Aalen registrierten allein innerhalb von drei Stunden rund 25 Glätteunfälle im Ostalbkreis, im Landkreis Schwäbisch Hall wurden rund 30 Unfälle gemeldet.

Autofahrer sollten sich laut DWD noch bis Mittwochmorgen auf glatte Straßen einstellen. Bis zum Abend regne es noch verbreitet, es bestehe die Gefahr vor überfrierender Nässe, sagte DWD-Experte Schuster. Mittwoch und Donnerstag bleiben den Prognosen zufolge trocken - die Rutschgefahr sei entsprechend gering. In der Nacht zum Freitag ziehe jedoch neuer Niederschlag ins Land. Oberhalb von 800 Metern, in der Nacht zum Samstag auch ab 400 Metern, schneie es dann erneut. Die Temperaturen bewegen sich die nächsten Tage im niedrigen einstelligen oder auch im Minusbereich.

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