Fridays for Future in Baden-Württemberg

Mit Abstand und Maske – Tausende bei Klima-Demos

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Eberhard Wein/ dpa/ lsw
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25. September 2020
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Tausende protestierten bei Fridays for Future wieder auf den Straßen – auch in Baden-Württemberg.

Tausende protestierten bei Fridays for Future wieder auf den Straßen – auch in Baden-Württemberg. ©Foto: dpa/Christoph Schmidt

Fridays for Future geht wieder auf die Straße – trotz Corona. Am Freitag protestierten Tausende Aktivisten landesweit in Dutzenden Städten und Gemeinden, um den Druck auf die Politik zu erhöhen. In Offenburg kamen aber etwas weniger als erwartet.

Nach der längeren Demonstrationspause sind Tausende Aktivisten der Bewegung Fridays for Future bei bundesweiten Klimaprotesten am Freitag auch in Baden-Württemberg zurück auf die Straße gegangen. Insgesamt wurde bei über 50 Menschenketten, Protestzügen und Kundgebungen vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Landesweite Teilnehmerzahlen wurden bislang nicht bekannt, die Aktivisten rechneten aber insgesamt mit weniger Demonstranten als im vergangenen Jahr: „Das war einfach eine andere Situation. Aber es wird Zeit, dass wir das Thema wieder auf der Tagesordnung platzieren“, sagte die Stuttgarter Aktivistin Nisha Toussaint-Teachout.

Applaus für die neuen Proteste gab es aus der Staatskanzlei. „Hinter Fridays for Future stehen längst nicht mehr nur Schülerinnen und Schüler, sondern ein breiter Teil der Gesellschaft“, twitterte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die Corona-Pandemie habe die Klimakrise in den Hintergrund gedrängt, ergänzte zudem die baden-württembergische Landesregierung über ihren Twitter-Account. „Deshalb ist es gut, dass heute viele Menschen ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Für Corona gibt es hoffentlich bald einen Impfstoff. Die Klimakrise können wir nicht wegimpfen.“

Etwas weniger Teilnehmer

Weniger Teilnehmer als angemeldet hatten sich um die Mittagszeit in Offenburg versammelt. Insgesamt konnten laut Polizei zirka 250 Demonstranten, darunter 40 Radfahrer, gezählt werden. Die Teilnehmer zogen ab dem Marktplatz in Richtung Grabenallee. 

Wenige Teilnehmer als zuletzt, aber eine entschlossene und gute Stimmung haben die Aktivisten von Fridays for Future aus Freiburg. Am Morgen hatte der Protest dort mit einer Sternfahrt begonnen. Der eigentliche Demonstrationszug setzte sich gegen 11 Uhr in Bewegung. Beobachter sprachen in einer ersten Einschätzung von rund 5000 Teilnehmern. Die geltenden Abstandsregeln würden eingehalten. Die Teilnehmer trügen Mundschutz, hieß es.

Radfahrdemo in Schwäbisch Gmünd

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In Schwäbisch Gmünd wird für den Klimaprotest am Mittag der quer unter der Stadt durchführende Einhorntunnel gesperrt. Um 14 Uhr beginnt eine Radfahrerdemo, die durch den Tunnel führt. Gerechnet wird mit 100 bis 200 Teilnehmern. Die Stadt kündigte an, den Tunnel für zwei Stunden zu sperren. Im vergangenen Jahr hatte sie die Radfahrerdemo mit Hinweis auf das drohende Verkehrschaos untersagt, war vor Gericht aber damit nicht durchgekommen. Die Demo fand damals trotzdem nicht statt, wird nun aber nachgeholt. „Zwei Stunden sind vollkommen übertrieben, wir sind in spätestens 20 Minuten durch“, sagte Volker Nick von den Fahrradkurieren for Future. Die Stadt wolle mit der langen Sperrung nur Stimmung gegen die Demo machen.

Bereits am Vormittag versammelten sich die ersten Demonstranten in Karlsruhe. Friday for Future-Aktivist Alexander Giemza schätzte die Zahl der Teilnehmer bei der Menschenkette auf rund 2000. Unter anderem sollte auch in Mannheim, Freiburg und Ulm demonstriert werden. In Stuttgart zogen nach Schätzungen der Veranstalter mehrere Tausend meist junge Menschen durch die Stadt zu einer Kundgebung. Die Polizei äußerte sich nicht zur Zahl der Teilnehmer.

Proteste wegen Corona zuletzt überwiegend im Internet

In Konstanz wollten die Fridays-for-Future-Anhänger unter anderem für eine klimapositive Stadt bis 2030 auf die Straße gehen. Dann soll die Stadt der Umwelt mehr Treibhausgase entziehen, als sie verursacht. Konstanz hatte im Mai 2019 als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen. Bundesweit wollten die Klima-Protestler am Freitag an insgesamt rund 400 Orten auf die Straße gehen - stets unter Einhaltung der Corona-Auflagen mit Abstand und Maske, wie sie betonten.

„Bei der Klimakrise sind wir alle Risikogruppe“, warnte Nisha Toussaint-Teachout. Sie habe kein Verständnis mehr dafür, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Klimakrise so wenig Beachtung fänden. „Bei Corona hören wir auf die Wissenschaft. Bei der Klimakrise tun wir das nicht und das ist für mich schwer nachzuvollziehen.“

Wegen der weltweiten Pandemie hatten die Aktionen der Bewegung zuletzt überwiegend im Internet stattgefunden. Im vergangenen Jahr hatten die Klimaschützer regelmäßig Tausende vor allem junge Menschen zu Demonstrationszügen durch die Städte motiviert.

Im Alter von 15 Jahren hatte sich die Schwedin Greta Thunberg im August 2018 vor das Parlament in Stockholm gesetzt, um die Politiker ihres Landes zu einem stärkeren Einsatz für den Klimaschutz aufzufordern. Daraus ist die Fridays-for-Future-Bewegung entstanden. An den Klimaprotesten beteiligen sich vor allem Schüler und Studenten, zunehmend auch Wissenschaftler und andere Erwachsene.

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25.09.2020
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