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Alfa Romeo Stelvio: Fein abgestimmt, dynamisch agil

22. April 2017
&copy Jan Weizenecker&copy Jan Weizenecker

Mit dem Stelvio »würfelt« der italienische Automobilbauer Alfa Romeo zum ersten Mal ein SUV auf den Markt mit schönen Formen, Emotionen und gehörig viel Fahrspaß. In puncto emotionales Design weiß der 4,57 Meter lange Stelvio zu überzeugen. Denn der Italiener wirkt nicht ungestüm, sondern ist einfach ein schönes SUV mit Charisma. 

Auch der Raumkomfort auf Fahrer- und Beifahrersitz ist erhaben. Das Gestühl – ebenfalls ausgesprochen bequem und in wunderschönem braunen Leder – ist fein vernäht mit hellen Nähten. Auch im Fond können längere Reisen unbeschadet überstanden werden. Selbst mit nicht italienischen Körpermaßen. Der Kofferraum des Stelvio fasst 500  bis 1600 Liter. 

Steuerung via Touchscreen: Das Cockpit wurde einladend, klar und gefällig gezeichnet und kommt mit wenigen Tasten aus. Die meisten Funktionen werden via Touchscreen gesteuert. Also alles perfecto? Nicht ganz. Die etwas angegraute Optik des Kombi-Instruments hinkt in Sachen Infotainment der deutschen Konkurrenz hinterher.

Auch Materialauswahl und Verarbeitungsqualität sind nicht ganz auf sehr hohem Standard. Eine Bürde, die Alfa-Fans weltweit kaum abschrecken wird. Denn was sie an ihrer Marke lieben, ist neben dem unverwechselbaren Design ein ganz spezielles Fahrverhalten. Genau hier will der Stelvio der Konkurrenz sprichwörtlich davonfahren. Aktuell stehen folgende 4-Zylinder-Motoren zur Wahl: Neben einem 280 PS leistenden Turbo-Benziner steht seit dieser Woche auch ein 180-PS-Dieselmotor in der Liste


Der von den Kunden wohl meist gewählte Motor wird ein 2,2-Liter-Diesel mit stolzen 210 PS sein. Seine 470 Newtonmeter maximales Drehmoment drücken den Stelvio über die schnell schaltende 8-Gang-Automatik (Serie) in 6,6 Sekunden auf Tempo 100. Untermalt wird das von Endrohr-Symphonien, die den Ohren schmeicheln. Wirklich bemerkenswert, welch runden Klang Alfa aus den vier Töpfen zaubert. Mit zartem Gasfüßchen kann man den Stelvio mit diesem Motor zu einen Verbrauch von runden fünf Litern Diesel überreden. 

Mindestens sieben Liter: Wer es brachialer mag, der ordert den Benzinmotor. Er macht den Stelvio noch schneller (5,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und bei 240 km/h Spitzengeschwindigkeit), soll aber mindestens sieben Liter (kombinierter Normwert) Treibstoff schlucken. Ein Wert, der im Alltagsbetrieb kaum erreicht wird. 

Ab sofort ist auch ein 200 PS (147 kW) leistender Turbobenziner bestellbar. Die Preise für den Stelvio (mit Hinterradantrieb) beginnen hier bei 42 200 Euro. Der 180 PS leistende Diesel kostet mindestens 44 000 Euro. 
Der Stelvio liegt 19 Zentimeter höher als die Giulia. Das gibt eine angenehme Übersicht. Seine 1,7 Tonnen Leergewicht lassen sich zwar nicht wegdiskutieren, aber die ausgewogene Balance des Stelvio (Gewichtsverteilung 50:50) ist bemerkenswert. Dem einmaligen Fahrgefühl kommt das Heckantriebs-Konzept des Stelvio zugute (Radstand 2,82 Meter). 

Der Allradantrieb des Stelvio wird bei guten Straßenbedingungen das Gros der Kraft auf die Hinterachse leiten. Nur bei schlüpfrigen Straßenbedingungen wird die Vorderachse zusätzlich angetrieben. Dieses sportliche Antriebskonzept sorgt in Verbindung mit dem sauber abgestimmten Fahrwerk für ein dynamisch agiles Fahrverhalten, das sich selbst vor einem Porsche Macan nicht verstecken muss. 

Mit dem Stelvio haben die Italiener ein so fein abgestimmtes SUV auf die Räder gesetzt, dass es fast weh tut, wenn das neue Familienmitglied beim quer angefahrenen Kurventanz alle Kraft wegnimmt und ihm sprichwörtlich die Puste ausgeht. Sei’s drum. Hier scheinen die Ingenieure der Sicherheit den Vorrang gegeben zu haben.

Fazit: ein wunderschönes, emotionales SUV mit einzigartigem Fahrverhalten, Alltagstauglichkeit und tollem Sound.
 

Autor:
Friedbert Weizenecker

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