Autotest exklusiv

BMW 225xe Active Tourer: Familienvan mit Hybridantrieb

Autor: 
Friedbert Weizenecker
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
28. April 2017
Ein für BMW ungewohntes Bild: der 225xe Active Tourer als Van.

Ein für BMW ungewohntes Bild: der 225xe Active Tourer als Van. ©Friedbert Weizenecker

Der 2er Active Tourer ist nicht nur BMWs erster Van, er ist als 225xe auch die erste bayerische Familienkutsche, die sich an der Steckdose aufladen lässt. Der Akku für das alternative Antriebspaket sitzt dabei unter der Rückbank und dem Kofferraum. Der Elektro-Antrieb werkelt dahinter und treibt die Hinterachse. 

Das ist auch der Grund, warum sich das Kofferraumvolumen von 470 auf 400 Liter verkleinert und die Fond-Sitzbank leicht erhöht montiert werden muss. Durch das Mehr an Technik muss der Tourer ein Mehrgewicht von 250 Kilogramm (im Vergleich zu einem 225i xDrive) mit sich führen. Der Hybride wiegt stolze 1735 Kilogramm. Optisch ist die Elektrovariante abgesehen von der zweiten Tankklappe am vorderen linken Kotflügel nicht von seinen Geschwistern zu unterscheiden.

224 PS Systemleistung: Das Highlight des 4,34 Meter langen Autos findet sich selbstredend unter der Haube. Da ist zum einen ein Dreizylinder-
Verbrennungsaggregat mit 1,5 Litern Hubraum und 136 PS Leistung, das die Vorderachse antreibt. Der verbaute Elektromotor leistet 88 PS (65 kW) und treibt den BMW an der Hinterachse an. Kombiniert erreicht das hybride Antriebssystem im 2er Active Tourer 225xe dann eine Systemleistung von 224 PS bei 385 Newtonmeter. Im reinen Elektrobetrieb wird die Reichweite des Active Tourer mit 41 Kilometern angegeben, die Höchstgeschwindigkeit auf 125 Stundenkilometer gedrosselt. 

Im »Normalbetrieb« wird der Familienvan von Verbrennern an der Vorderachse angetrieben. Bei kräftigen Gasstößen schaltet sich der 
E-Motor an der Hinterachse zu und sorgt so für ein Plus an Dynamik. Dann kann eine maximale Geschwindigkeit von 202 km/h erreicht werden. Der »Kickdown« sorgt für mächtig viel Vortrieb und einen Beschleunigungswert von 6,7 Sekunden (aus dem Stand auf Tempo 100). 

Subjektiv habe ich das auf meinen Testfahrten noch intensiver empfunden. Vielleicht auch, weil die Leistung durch den Antrieb als Zwei-Achsen-System perfekt auf die Straße gebracht wird. 

- Anzeige -

Beim Fahren unterscheidet der Fahrprogrammwähler den Plug-in vom konventionellen Modell. Der Fahrer kann zwischen »Sport«, »Eco Pro« und »Komfort« wählen. Stellt man den Gangwahlhebel auf S, sind alle Vortriebskräfte sportlich ausgelegt. 

Individuell einstellbar: Zusätzlich gibt es mit »Auto eDrive«, »Max eDrive« und »Save Battery« drei Betriebsprogramme, mit denen der Fahrer seine aktuelle Prioritäten einstellen kann. Im »Auto eDrive«-Modus arbeiten E-Motor und Verbrenner gemeinsam. Bei »Max eDrive« werkelt bei zurückhaltendem Gasfuß ausschließlich das Elek­tro-Aggregat. Auf meinen Testfahrten bin ich im reinen E-Betrieb bei vollgeladenem Akku etwa 30 Kilometer weit gekommen. Das würde wohl vielen für den Weg zur Arbeit reichen. 

Beim »Safe Battery«-Modus wird die Batterie während des Fahrens auf maximal 50 Prozent aufgeladen. Beispielsweise um für eine Zone, in der nur im E-Modus gefahren werden darf, genügend Elektro-Energie vorrätig zu haben. 

Das Zusammenspiel aus Vorderachsen- und Hinterachsen-Antrieb ist so gut, dass kaum spürbar ist, welche Achse das Auto gerade bewegt. Es sind keine Kraftverzögerungen oder Antriebspausen erkennbar. Lediglich die Agilität und die Kurven-Stabilität leiden etwas unter dem hohen Gesamtgewicht.

Nur theoretischer Wert: Der nach der NEFZ-Norm angegebene Verbrauch von 2,0 bis 2,1 Litern Benzin liest sich beeindruckend, aber er bleibt ein theoretischer Wert. Das ist aber mangels alternativer Messmethoden geschönte Theorie, weil diese Norm weder die CO2-Emission der Stromerzeugung einbezieht noch den echten Benzinverbrauch in ein praxisnahes Verhältnis setzt. 

Der reale Verbrauch dieses Plug-in-Hybrid ist schwer zu definieren. Denn zu stark hängt er vom Verhältnis ab, in dem E-Antrieb oder Verbrenner auf einer Fahrstrecke genutzt werden. So kann der reine Benzinverbrauch nach meinen Erfahrungen schwanken zwischen null und acht Litern. Eine Aussage, die nicht befriedigen kann, aber wahr ist. Übrigens lässt sich die Batterie bereits in zwei bis drei Stunden bei einer Ladekapazität von 7,6 kWh aufladen. Der BMW 225xe Active Tourer kostet ab 38 700 Euro. 
 

Kommentare

Damit Sie Kommentare zu diesem Artikel lesen können, loggen Sie sich bitte mit Ihren Zugangsdaten ein.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Autotest exklusiv

Optische Retuschen und technische Verbesserungen kennzeichnen die Mini-Modelle 2018. Auch die großen Räder sind ein Blickfang.
2018-Modelle von Coupé und Cabrio mit mehr Individualisierungsmöglichkeiten
21.04.2018
Der bajuwarisch-britische Autobauer Mini spendiert Coupé und Cabrio im Modelljahr 2018 ein leichtes Facelift. Am deutlichsten zu erkennen ist es an den LED-Leuchten im halben Union-Jack Design am ganzen Heck. Natürlich nur, falls man sich diese Option  gegönnt hat. 
Jetzt auch als Plug-in-Hybrid auf dem Markt: Der Volvo V90 verbindet hohen Nutzwert mit klarem Design.
R-Design-Modell mit Plug-in-Hybridantrieb lokal emissionsfrei gefahren werden
21.04.2018
Volvo bietet für den V90 inzwischen auch einen Plug-in-Hybridantrieb an. Billig ist dieses Vergnügen indes nicht. Ab 71 300 Euro (Momentum-Linie) kann diese Variante des Volvo Business-Kombis erworben werden. Und dann ist noch keine Sonderausstattung verbaut.
Audi RS 5 Coupé: Hochleistungsportwagen mit einem 450 PS starken Sechszylinder unter der Motorhaube.
Absolutes Spitzenmodell der A5-Baureihe bietet mit 450 PS Leistung im Überfluss
14.04.2018
Leistung satt für Fahrspaß pur: Beim neuen Audi RS 5 Coupé besteht zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd die Sorge, zu wenig Power unter der Motorhaube zu haben.
Porsche Panamera Sport Tourismo: Mit dem Plug-in-Hybrid-Antrieb kann man bis zu 50 Kilometer rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei unterwegs sein.
4E Plug-in-Hybrid perfekte Kombination aus Effizienz, Dynamik und Luxus
07.04.2018
Um es vorwegzunehmen, mir gefällt das Heck des Sport Turismo (ST) besser, als das des klassischen Panamera. Praktischer ist es ob der niedrigen Ladekante zudem. Ob der ST nun ein Shooting Break ist oder ein Kombi? Sei´s drum.